Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sparbuch Vertrag zu Gunsten Dritter

| 03.04.2013 19:35 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


19:12

Sehr geehrte Damen und Herren,
nach dem Todesfall meiner Mutter tritt nun ein Erbfall ein.
Neben verschiedenen Möbeln und Einrichtungsgegenständen gibt es ein Sparbuch. Für dieses Sparbuch gibt es eine "Verfügung zu Gunsten Dritter" auf meine Person. Dieser Vertrag ( offizielles, gegenseitig unterzeichnetes, Sparkassenformular) wurde bereits 2006 abgeschlossen, im Jahr 2009 erfolgte noch einmal eine Einzahl einer größerer Summe.Steht das gesamte Geld dieses Sparbuches nun mir zu oder haben die Töchter ( meiner bereits verstorbenen Schwester) einen Pflichtteilanspruch?
Ich möchte Sie bitten, mich in dieser Sachlage aufzuklären.
Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
GD

03.04.2013 | 20:04

Antwort

von


(407)
Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: http://kanzleifamilienrechtmagdeburg.simplesite.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich möchte Ihnen zunächst mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Bei Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass das Sparbuch auf den Namen Ihrer Mutter lautet. Die zwischen Ihnen und Ihrer Mutter getroffene Vereinbarung zu Gunsten Dritter stellt auf den Todesfall ab, so dass Sie mit dem Todesfall Eigentümer des Sparbuches sind. Das Vermögen auf den Sparbuch fällt daher nicht in den Nachlass, sondern steht Ihnen zu.

Allerdings ist eine derartige Verfügung zu Gunsten Dritter auf den Todesfall aus erbrechtlicher Sicht als Schenkung auf den Tod zu werten. Dies aus dem Grunde, weil die Schenkung erst mit dem Tod erfolgt ist. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass das Formular bei der Bank bereits im Jahre 2006 unterzeichnet worden ist, denn die Schenkung erfolgte erst mit dem Tod Ihrer Mutter.

Schenkungen können immer Pflichtteilsergänzungsansprüche nach § 2325 BGB: Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen auslösen.

Dies ist dann der Fall, wenn der Erbteil der Enkelkinder geringer ist, als der Pflichtteil aus dem Nachlass zuzüglich des Sparvermögens auf dem Sparbuch.

Dies lässt sich am besten an einem Beispiel veranschaulichen.

Angenommen der Nachlass ohne das Sparvermögen beträgt 20.000 €. Bei gesetzlicher Erbfolge würde Sie 1/2 und die beiden Enkeltöchter ebenfalls 1/2 dieses Geldes, mithin 10.000 € erben. Wenn jetzt noch auf dem Sparbuch ein Betrag von 40.000 € wäre, hätten wir einen fiktiven Nachlass in Höhe von 60.000 €. Der Pflichtteilsanspruch beider Enkeltöchter zusammen beträgt hier 1/4, mithin 15.000 €. Aus dem Nachlass erhalten die Enkeltöchter aber lediglich 10.000 €, so dass sich dann hier ein Pflichtteilsergänzungsanspruch in Höhe von 5.000 € ergibt.

Der Pflichtteilsergänzungsanspruch ist ein Anspruch, den die gesetzlichen Erben aber ausdrücklich einfordern müssen. Sie müssten also nur auf Anforderung Auskunft erteilen und dann ggf. den Pflichtteilsergänzungsanspruch, sollte ein solcher bestehen, bedienen.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 17.05.2013 | 10:03



Sehr geehrter Herr Rösemeier,

vielen Dank für Ihre Antwort! Entschuldigung, dass ich erst nach 6 Wochen noch eine Nachfrage stelle, aber ich hoffe Sie können mir trotzdem noch helfen ?!
Ich habe jedoch noch ein kleines Verständnisproblem:
Im konkreten Fall geht es um 0€ Erbmasse und ca. 34T€ Sparbuchwert! (Es gibt kein Testament!) Habe nun meine Nichten Pflichtteilergänzungsanspruch auf je 1/8 also ca. 4250€ oder doch auf je 1/4 also 8,5T€ aus dem Sparbuch?
Ich bitte Sie dies noch einmal aufzuschlüsseln!
Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe!

Mit freundlichen Grüßen

G.D.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.05.2013 | 19:12

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Ihre Nichten sind an die Stelle der verstorbenen Schwester getreten. Nach gesetzlicher Erbfolge erben Sie 1/2 und die Nichten jeweils 1/4.

Der Pflichtteilsergänzungsanspruch nach § 2325 BGB: Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen beträgt daher je Nichte 1/8. Jede Nichte hätte damit einen Pflichtteilsergänzungsanspruch Ihnen gegenüber in Höhe von 4.250 €. Für beide zusammen dann 8.500 €.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen ein schönes Pfingstwochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 03.04.2013 | 20:47

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Schnelle und sehr detaillierte Auskunft!
Sehr empfehlenswert!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Tobias Rösemeier »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 03.04.2013
5/5,0

Schnelle und sehr detaillierte Auskunft!
Sehr empfehlenswert!


ANTWORT VON

(407)

Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: http://kanzleifamilienrechtmagdeburg.simplesite.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Familienrecht, Erbrecht