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Spanische Einkommensteuer

10.05.2009 17:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban



Ich arbeite seit 01.01.08 in Spanien für einen deutschen Arbeitgeber.
Für meine Tätigkeit hier in Spanien wird mir eine Entsendungspauschale von 1350€ im Monat gezahlt. Zusätzlich wird jeden Monat ein Kantinenzuschuß von 75 euro gezahlt.
Eine Umzugspauschale von 3500euro und eine Einmalzahlung von ca. 4000€ wurde ebenfalls gezahlt.
Meinen Lohn bekomme ich aus Deutschland auf ein deutsches Konto überwiesen.

Meine Frage ist, ob diese Leistungen in Spanien alle Steuerpflichtig sind. Denn all diese Zahlungen wurden logischerweise in mein Jahresbrutto von 75000€ eingerechnet. Das hat für mich zu Folge, dass ich Prozentual auch mehr Steuern zahlen muss.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes:

Ich weise darauf hin, dass hier eine erste Orientierung über die bestehende Rechtslage erfolgen kann und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt oder Steuerberater Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Ihre Frage nach einer möglichen Doppelbesteuerung sowohl in Deutschland als auch in Spanien ist zwischen den beiden Staaten durch ein Doppelbesteuerungsabkommen geregelt (völkerrechtliches, bilaterales Abkommen). Es bestimmt, welches nationale Steuerrecht angewendet wird.

Art. 15 des Doppelbesteuerungsabkommens, der die Regelung zu Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit enthält, weist die Besteuerung hier ausschließlich Deutschland zu, da Sie sich weniger als 183 Tage in Spanien aufhielten und der deutsche Arbeitgeber das Gehalt zahlt. In Spanien sind Sie somit komplett freigestellt in 2008.

Als Ergebnis kann hier bereits festgehalten werden, dass Sie in Spanien nicht steuerpflichtig sind und auch keine Steuererklärung abgeben müssen.

Die Situation kann sich im Jahr 2009 also wesentlich ändern, wenn Sie über den 30.6. hinaus ununterbrochen in Spanien arbeiten, dann sind Sie wegen des Wegfalls der 183.Tage Regung ausschließlich in Spanien für das ganze Jahr steuerpflichtig. In Deutschland muss dann wegen der Lohnsteuer eine Freistellung erfolgen.

Um auf das Jahr 2008 zurück zu kommen: Sie schildern, dass der Arbeitgeber Ihnen Aufwendungen für den Umzug etc. gezahlt hat. Solche Aufwendungen konnte er Ihnen steuerfrei erstatten. Sollte er aber, um jegliche Probleme für das Unternehmen zu vermeiden, diese Zahlungen regulär lohnversteuert haben, können Sie bei Ihrer Jahressteuererklärung 2008 die tatsächlich angefallenen Umzugskosten, auf jeden Fall eine Pauschale für sonstige Umzugskosten, Kosten für doppelte Haushaltsführung (Miete am Arbeitsort), Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen für die ersten drei Monate nach Dienstreisegrundsätzen (Pauschale), eventuell Familienheimfahrten und Telefonkosten als Werbungskosten geltend machen.



Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Nachfrage vom Fragesteller 10.05.2009 | 18:36

Vielen dank für die schnelle Antwort.
Doch ich muss hinzufügen, dass ich seit dem 01.01.08 in Spanien arbeite und auch das komplette Jahr 2008 in Spanien gearbeitet habe.
Der Steuerberate von Airbus, PWC (Price waterhouse cooper) sagte, dass alle Einkünfte versteuert werden. Viele Kollegen habe sich daraufhin einen Steuerberater oder Steueranwalt genommen. Und nun sind dementsprechend viele Verschiedene Aussagen zum Thema Steuern in Spanien gekommen.
Die einen sagen, dass man in Deutschland Steuern zahlen kann, weil sich da der Lebensmittelpunkt befindet und man sich nur auf einer sehr langen Montage im Ausland befindet.
Und andere meinen, dass man auf jeden Fall (mehr als 183Tage) in Spanien Steuern zahlen muss.
Ich frage mich, ob denn meine Firma, die Zusatzzahlungen nicht so angeben kann, dass ich in Spanien darauf keine Steuern zahlen muss. Von der Entsendungspauschale muss ich schließlich auch Miete und andere zusätzliche kosten ausgleichen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.05.2009 | 20:44

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die weiteren Informationen. Bei einer Überschreitung der Tätigkeit über 183 Tage hinaus stellt sich die Rechtslage dann anders da: hier steht dann die Besteuerung für 2008 allein Spanien als Tätigkeitsland zu. Entscheidend ist dann der Tätigkeitsort und nicht der "Lebensmittelpunkt"

In Deutschland ist das Gehalt insgesamt steuerfrei. Hier sollten Sie bei Überschreitung der 183 Tage in 2009 unbedingt eine Freistellungsbescheinigung beantragen (Hier ein Link für das Formular: www.steuer.bayern.de/Vordrucke/02_lst/2006/LSt-303.pdf) . Sie können selbst bei dem Betriebsstättenfinanzamt des Arbeitgebers den Antrag stellen.

Sofern in Deutschland 2008 Lohnsteuer abgeführt wurde, sollten Sie in Deutschland für 2008 eine Steuererklärung abgeben und die in Spanien erzielten Einkünfte als solche angeben, die nicht in Deutschland zu versteuern sind. Art. 23 des DBA Deutschland Spanien bestätigt diese Handhabung.

In der Anlage N ist hierfür eine Zeile vorgesehen, in die die nach Doppelbesteuerungsabkommen steuerfreien Einkünfte einzutragen sind. Der Arbeitgeber muss Ihnen bescheinigen, dass Sie das ganze Jahr in Spanien waren. Haben Sie allerdings weitere positive Einnahmen in Deutschland wie Vermietungseinkünfte, wirken sich die spanischen Einkünfte beim Steuertarif hierbei aus (Progressionsvorbehalt).


Der sogenannte "Montageerlass" gilt nicht, wenn mit einem Land - wie Spanien - ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht.

Wie die Einkünfte in Spanien, besonders die Zusatzzahlungen wegen des Umzugs und der doppelten Haushaltsführung qualifiziert werden, kann ich nicht beurteilen-

Art. 24 des DBA enthält ein Diskriminierungsverbot, d.h. Sie dürfen als deutscher Staatsangehöriger in Spanien nicht mit einer höheren Steuern belastet werden als bei einer Veranlagung in Deutschland. Zur Beseitigung jeglicher Nachteile bei grenzüberschreitender Tätigkeit wird auf EU-Ebene seit Jahren um Lösungsansätze gerungen. Jede Doppelbesteuerung ist als Verstoß gegen die Eu-rechtliche gewährte Freizügigkeit der Arbeitnehmer zu sehen.

Falls Sie einen deutschsprachigen Steuerberater in Andalusien suchen, kann ich Ihnen behilflich sein. Sie können gerne auch noch einmal unter meiner E-Mail nachfragen.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Ergänzung vom Anwalt 11.05.2009 | 07:16

Sehr geehrter Fragesteller,

hier noch ein ergänzender Hinweis, dass bei Abgabe einer Erklärung in Deutschland gem. § 50d Abs. 8 ESrG nachgewiesen werden muss, dass in Spanien eine Steuererklärung abgegeben wurde,

http://www.landesrecht.brandenburg.de/sixcms/detail.php?gsid=land_bb_bravors_01.c.22831.de

Mit freundlichen Grüßen


Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

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