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Spanienimmobilie des Ehemannes - habe ich Rechte als Ehefrau?

| 29.08.2013 23:30 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


22:03

Zusammenfassung: Weder Testament noch Erbvertrag schränken die Befugnis des Erblassers ein, über sein Vermögen frei zu verfügen, solange er noch lebt. Die Mithaftung eines zweiten Darlehensnehmer kann sittenwidrig sein, wenn ihm das Darlehen in keiner Weise zugute kommt.

Mein Mann und ich sind seit 21 Jahren im gesetzlichen Güterstand verheiratet.

Mein Mann hat einen Stiefsohn, den seine verstorbene 1. Ehefrau mit ihn die Ehe gebracht hat. Außerdem hat er aus 1. Ehe eine Tochter und einen Sohn.
Ich habe aus meiner 1. Ehe eine Tochter.

Mein Mann hat im Frühjahr eine relativ günstige Spanien-Immobilie gekauft (nur auf seinen Namen, nicht auf mich), die wir beide gedacht hatten als Feriendomizil für uns beide und die ganze Familie/Verwandtschaft. Leerzeiten sollten an Fremde zur Ferienwohnungsnutzung angeboten werden.

Das Kaufobjekt in Spanien wurde von einer deutschen Bank finanziert und ich bin - wie mein Mann - zu gleichen Teilen Darlehensnehmerin.

Mein Mann und ich sind uns einig, dass sein leiblicher Sohn nach meines Mannes Ableben die Immobilie erben soll, dafür muss er die Instandhaltung und Fremdvermietung erledigen (Material und Werbekosten bezahlen wir Senioren, die Arbeitsleistung geht zu seinen Lasten) und er soll eventuelle Restdarlehen im Erbfall übernehmen.

Ich habe einen Vertrag aufgesetzt über die Nutzung der Immobilie, wobei ich es fair fände, dass meines Mannes Sohn mit seiner Familie 1/2 Jahr die Immobilie nutzen oder vermieten darf nach Terminabsprache (alle Schulferien soll er Anspruch haben, weil er Kinder hat, bis auf 2 Wochen in den Sommerferien).

In diesem Vertragsentwurf wollte ich sicherstellen, dass auch ich - da ich ja die Hälfte des Hypothekendarlehens bezahle - für 3 Monate jährlich die Wohnung außerhalb der Ferien (außer 2 Wochen in den Sommerferien) nutzen darf.

Den Vertrag hat bisher niemand unterzeichnet, weil sich großer Familienzwist ergab, meiner Meinung nach dadurch, dass mein Mann nicht bereits v o r Kauf der Immobilie diesen Vertrag mit seinem Sohn gemacht hat.

Da sich mein Stiefsohn offenbar nun bereits als Alleineigentümer, bzw. "Rechtenehmer" sieht, will er mir das Recht nicht zugestehen, wenigstens 2 Wochen in den Sommerferien die Immobilie zu benutzen, bzw. von anderen (nichtzahlenden) Familienmitgliedern aus meiner Verwandtenlinie (meine Tochter / meine Schwester) bewohnen zu lassen.

Mein Mann weicht jeder Auseinandersetzung durch Feigheit aus, wird nie konkret, redet alles schön, verspricht alles und hält (fast) nichts, ist nie konsequent, hat seinem egoistischen Sohn aber offensichtlich mehr versprochen, als ich weiß.

Als ich gestern darauf bestand zu bedenken, dass auch ich ein Recht auf die Nutzung der Immobilie habe, reagierte sein jähzorniger Sohn damit, dass er laut schreiend einen Aktenlocher nach seinem Vater warf. Toller Sohn!

Meine Frage:
Können mein Mann und sein Sohn über meinen Kopf hinweg und hinter meinem Rücken Verabredungen treffen, die mich in meinen Rechten als Ehefrau dermaßen beschneiden?

Ich bin der Meinung, dass ich da doch noch Rechte habe, zumal ich mit meinem Mann im gesetzlichen Güterstand lebe und aufgrund meines Helfersyndroms sogar für die Kinder meines Mannes mit 500.000 Euro für deren Immobilien gebürgt habe. Die Sache ist mittlerweile dermaßen verfahren, dass ich sogar eine Scheidung in Erwägung ziehe, um endlich Klarheit zu schaffen und die "Gegenpartei" zur Räson zu bringen.

Besten Dank für Ihre Antwort bereits im voraus!
Freundliche Grüße
A.P.
30.08.2013 | 00:21

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin!

Ihr Stiefsohn hat derzeit überhaupt keine Rechte an der Immobilie, da der Erbfall noch nicht eingetreten ist. Selbst ein entsprechendes Testament oder ein Erbvertrag würden Ihrem Stiefsohn zu Lebzeiten Ihres Ehemannes keine Rechte an der Immobilie verschaffen. Ihr Ehemann wäre auch – selbst wenn ein Erbvertrag geschlossen werden sollte – frei, die Immobilie zu veräußern und sein Vermögen bis auf den letzten Cent aufzubrauchen.

Möglicherweise ist Ihre Mithaftung für das Immobiliendarlehen sittenwidrig, insbesondere wenn Sie das Grundstück gar nicht nutzen können. Dies kann jedoch erst nach detaillierter Prüfung aller Einzelheiten beantwortet werden, für die im Rahmen dieser Erstberatung kein Raum ist. Sie können mich insofern gern unter anwalt@ra-vasel.de kontaktiere.

Sollte Ihre Mithaftung nicht wegen Sittenwidrigkeit nichtig sein, so haben Sie jedenfalls in Höhe Ihrer Zahlungen einen Ausgleichsanspruch gegen Ihren Ehemann, dem die Zahlungen als Eigentümer zugute kommen.

Solange die Angelegenheit nicht zufriedenstellend geklärt ist, dürfte zu empfehlen sein, daß Sie Ihre Zahlungen auf den Kredit einstellen.

Im Falle einer Scheidung würde das Grundstück in den Zugewinnausgleich fallen. Ohne Kenntnis der Vermögensverhältnisse von Ihnen und Ihrem Ehemann kann nicht beurteilt werden, inwieweit eine Ehescheidung finanzielle Vorteile für Sie brächte.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Vasel, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 01.09.2013 | 10:56

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Da mein Mann und ich ein gemeinsames Konto in Deutschland haben, auf welches alle Einnahmen (außer Einnahmen aus der spanischen Immobilie) eingehen und von dem die Hypothekendarlehen abgebucht werden, würde es keinen Effekt haben, wenn ich meine Zahlung einstellen würde. Die deutsche Bank würde trotzdem in voller Höhe abbuchen. Alle Einnahmen aus Ferienvermietung veranlasst mein Mann jedoch auf die spanische Bank. Auf dieses Konto hat nur mein Mann und der Sohn, nicht aber ich, Zugriff.
Sollte es keine Einigung innerhalb der Familie geben, kann ich dann auch von meinem Mann verlangen, dass er die Immobilie wieder verkauft, um wieder Gerechtigkeit und Frieden herzustellen?
Ich will keine finanziellen Vorteile, aber auch keine Nachteile, weswegen ich genau wissen muss, welche Rechte ich habe, die ich dann einfordern kann.
Danke nochmals für Ihre Mühe!
Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.09.2013 | 22:03

Sehr geehrter Fragestellerin,

ein unmittelbares Recht, von Ihrem Mann den Verkauf der Immobilie zu verlangen, haben Sie nicht.

Wenn die monatlich aufzubringenden Kreditraten so hoch sind, daß der bisherige eheliche Lebensstandard deutlich eingeschränkt wird, bliebe Ihnen die Option, sich zu trennen und Trennungsunterhalt zu verlangen. Damit könnten Sie eventuell indirekt Ihren Mann veranlassen, die Immobilie wieder zu verkaufen, um Ihnen den Trennungsunterhalt – der sich nach den sog. ehelichen Lebensverhältnissen bemisst - zahlen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.09.2013 | 08:52

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