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Spam-Mails werden

07.09.2007 10:43 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit gestern Abend verwendet jemand meine Domain als Absendeadresse für Spam-Mails (Penis-Vergrößerungen etc.).
Laut meinem Host sollte das zwar innerhalb von wenigen Tagen aufhören, jedoch möchte ich mich vor möglichen Anzeigen etc. schützen.
Eine entsprechende Distanzierung in Englisch und Deutsch habe ich bereits auf der Startseite der Domain geschaltet.

Würden Sie mir zur eigenen Absicherung eine Anzeige gegen unbekannt empfehlen?
Was würden Sie mir weiterhin raten?



Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Bitte beachten Sie, dass dieses Forum einzig der ersten rechtlichen Orientierung dient und sich die aufgezeigte Rechtslage anders darstellen kann, wenn Ihrerseits Informationen nicht korrekt oder unvollständig gegeben wurden.

Zu Ihrer Frage:

Bei Spammails ist es inzwischen geradezu typisch, dass die Absenderangaben gefälscht sind. Diese Fälschungen lassen sich oft jedoch eindeutig entlarven. So wird zum einen als Absenderadresse zwar eine bestehende Domain und ein bestimmtes Postfach angegeben, jedoch existiert das angegebene Postfach für die jeweilige Domain meist gar nicht. Schon hieran dürfte sich darlegen lassen, dass die Spammail nicht wirklich vom angegebenen Absender kam.

Ein weiterer Nachweis lässt sich meist über den erweiterten Header der E-Mail führen. Der Header ist die Kopfzeile eine E-Mail. Meist wird dieser nur in Form der Absenderadresse und des Betreffs angezeigt, beinhaltete jedoch eigentlich mehr als nur diese Angaben. Weitere Zeilen des Headers können in der Regel durch die Auswahl bestimmter Optionen in Ihrem E-Mailprogramm ebenfalls angezeigt werden. In diesem Header finden sich meist mehrere "Received"-Zeilen. In diesen wird der Weg angezeigt, den die E-Mail vom Sender zum Empfänger genommen hat. Dies in der Form, dass jeder Server, der die Mail weiterleitet, seine Kennung und das Datum am Anfang der E-Mail hinzu. Dass eine Spammail mit gefälschtem Absender nicht wirklich über Ihren Server versandt wurde, lässt sich meist durch diese Received-Zeilen belegen, da in diesen Ihr Server dann nicht auftaucht.

Durch das Versenden der Spammails dürften die versender zumindest ordnungswidrig nach §§ 6 Abs. 2 , 16 TMG gehandelt haben. Nach § 6 Abs. 2 TMG darf, wer kommerzielle Kommunikation per elektronischer Post versendet, in Kopf- und Betreffzeile weder den Absender noch den kommerziellen Charakter der Nachricht verschleiern oder verheimlichen. Wer hiergegen verstößt handelt ordnungswidrig nach § 16 TMG und kann mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000,- Euro bestraft werden. Ob eine Anzeige der Spamversender jedoch zum Erfolg führt ist fraglich und hängt auch davon ab, ob diese identifiziert werden können, was sich meist als schwierig erweist. Eine besondere Beweiskraft derart, dass durch eine solche Anzeige bewiesen würde, dass die Spamnachrichten nicht von Ihnen kommen, dürfte einer Anzeige jedenfalls nicht zukommen. Diese wäre wohl lediglich als Indiz zu bewerten. Ein weitaus wichtigerer Beweis wären die von mir oben ausgeführten technischen Nachweise. Dennoch sollten Sie erwägen Anzeige zu erstatten. Sollte es nämlich gelingen, die Verursacher der Spamnachrichten zu ermitteln, so könnten Sie gegenüber diesen auch Ihre zivilrechtlichen Unterlassungsansprüche geltend machen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Hemmer
Rechtsanwalt

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