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Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung einer ausländischen Studentin aus der EU


| 15.03.2007 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von



Freiberufler F möchte seine im gleichen Haushalt lebende polnische Lebensgefährtin L aus folgenden Gründen einstellen:

1) Unterstützung in der Buchhaltung und Akquise
2) Beschäftigung einer sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterin (Stichwort: Umschiffung von Problemen in Bezug auf Scheinselbständigkeit für F)
3) L die Möglichkeit der dauerhaften Aufnahme in die DAK Hessen ermöglichen.
4) L die Aufnahme in eine Zusatz PKV ermöglichen

L ist noch mindestens 2 weitere Jahre Studentin und über den europäischen Versicherungsausweis (E111) in Deutschland krankenversichert. Eine EU Arbeitsgenehmigung ist erteilt worden.

1) Wie hoch muß das Brutto Gehalt mindestens sein, damit 2 + 3 erfüllt werden? Bitte für diesen Betrag kurze kleine Gehaltsabrechnung wie bei den diversen Brutto/Netto Rechnern im Internet.
2) Ist L rentenversicherungspflichtig? Was passiert nach Auflösung des Arbeitsvertrages noch während des Studiums? Ist L dann weiterhin in der DAK als Studentin pflichtversichert, oder fällt sie zurück in die derzeitige Versicherung über den europäischen Versichertenausweis?
15.03.2007 | 15:25

Antwort

von


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Köbelinger Str.1
30159 Hannover
Tel: 0511 22062060
Web: www.tarneden-inhestern.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen beantworte ich aufgrund des mitgteilten Sachverhaltes wie folgt:

Über die Höhe des Bruttogehaltes ist die von Ihnen gewünschte Sozialversicherungspflicht nicht allein zu erzielen. Maßgeblich ist der Umfang der wöchentlichen und jährlichen Beschäftigung. Hier gilt, wer mehr als 20 Stunden die Woche und mehr als 26 Wochen arbeitet, ist sozialversicherungspflichtig, es sei denn, die Arbeit wird nur am Wochenende oder abends verrichtet. In diesem Fall geht der Gesetzgeber nicht von einer Beeinträchtigung aus, und behandelt den Studenten weiter als Studenten, und nicht als Arbeitnehmer. Beschäftigungen bis inklusive 400,00 € sind sozialversicherungsfrei. Beschäftigungen von 400,01 bis 800,00 € sind für den Arbeitnehmer reduziert sozialversicherungspflichtig, und ab 800,00 € zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den vollen Sozialversicherungsanteil.

Rechnerisch möglich wäre also eine Sozialversicherungspflicht bei Arbeit von mehr als 20 Wochenstunden und mehr als 26 Wochen im Jahr bei einem Lohn von 400,01 €. Wenn der Lohn 1000,00 € betragen würde, ergäbe sich folgendes Bild:

Der Krankversicherungsanteil ist abhängig von der Krankenkasse. Hier nehme ich einen Durchschnittswert von 13, 5 Prozent an. Der Beitrag zur Rentenversicherung beträgt 19, 5 Prozent, der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung beträgt 6,5 Prozent und der Beitrag zur Pflegeversicherung liegt bei 1,7 Prozent.

Die Arbeitgeberanteile machen jeweils die Hälfte dieser Beträge aus, also für KV 6,75 Prozent, für RV 9,75 Prozent, für AV 3,25 Prozent, für PflegeV 0,85 Prozent. Das ergibt für den Arbeitgeber einen Gesamtanteil von 20,60 Prozent. Außer dem an die Arbeitnehmerin auszukehrenden Bruttogehalt in Höhe von 1000,00 € entstünden für den Arbeitgeber damit weitere Kosten für Sozialversicherung in Höhe von 206,00 € Es ergäbe sich eine Arbeitgeberbelastung in Höhe von 1206,00 € monatlich.

Für die Berechnung der Arbeitnehmeranteile gilt bei 1000 € Lohn das gleiche. Es wären für KV 6,75 Prozent, für RV 9,75 Prozent, für AV 3,25 Prozent, für PflegeV 0,85 Prozent, mithin ebenfalls der Gesamtbetrag von 20,6 Prozent an Sozialversicherungsbeiträgen vom Lohn abzuziehen, also ebenso 206,00 €. Nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge ergäbe sich damit ein Lohn in Höhe von 794,00 €., wovon noch die Lohnsteuer bei Steuerklasse 1 in Höhe von circa 77,00 € abzuziehen ist.


2. Die Mitgliedschaft in der DAK Hessen wäre ine Pflichtmitgliedschaft wäre eine Pflichtmitgliedschaft im Sinne des § 5 SGB V. Sie würde also enden, wenn der Arbeitsvertrag endet, und kein neues sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eingegangen wird.Sie wäre dann wieder in ihrer derzeitigen Versicherung.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 15.03.2007 | 16:14


Sehr geehrter Herr Inhestern,

vielen Dank für Ihre Ausführungen. Die reduzierte Sozialversicherungspflicht kannte ich noch nicht.
Daher kurze Frage zu folgender Rechnung:

- L erhält einen Stundensatz von 6 Euro pro Stunde
- Sie arbeitet 21 Stunden pro Woche.
- Ergibt ein Monatsbrutto von 504 Euro.
- Das über ein Jahr hinweg jeden Monat.

Reicht die reduzierte Sozialversicherungspflicht für die Erfüllung der Bedingungen 2) (insbesondere Scheinselbständigkeit) und 3) aus? Oder muß es immer der volle
Sozialbeitrag sein? L müsste also mindestens 801 Euro brutto verdienen?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.03.2007 | 17:00

Sehr geehrter Fragesteller,

das von Ihnen beschriebene Arbeitzeit - und Gehaltsmodell mit einer reduzierten Sozialversicherungspflicht für den Arbeitnehmer reicht für die unter 2. und 3. genannten Dedingungen aus. Es ist also eine vollwertige Beschäftigung, mit der Besonderheit, dass wegen des geringen Lohnes Ihre Lebensgefährtin auch nur mit geringen Sozialbeträgen belastet wäre.
Eine Berechnung der reduzierten Beiträge für einen Lohn von 500,00 € finden Sie unter http://www.uni-kassel.de/pvabt3/download/MerkblattSozialversicherung.ghk .

Ich hoffe, Ihre Nachfrage ist zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt

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