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Sorgerecht/Vollmacht eines Säuglings bei Nicht-Eltern

03.05.2021 19:54 |
Preis: 75,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Kind, ohne dessen Angehöriger zu sein,
Eltern, einem Elternteil, Vormund oder Pfleger entzieht oder vorenthält.
Gem. § 1685 Abs. I BGB haben neben Großeltern und Geschwistern auch enge Bezugspersonen ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.

Guten Abend,

Die Tochter einer ehemaligen Freundin hat nun ihr drittes Kind bekommen, das erste Kind lebt in einer Pflegefamilie und ihr zweites Kind lebt beim Kindesvater. Um nicht auch beim dritten Kind das Sorgerecht zu verlieren, wegen Kindeswohlgefährdung in beiden Fällen, habe ich die Tochter und das Baby bei mir aufgenommen. Nach einigen wenigen Wochen kann ich sehen, warum das Jugendamt, aus einem anderen Bezirk, ihr beide Kinder entzogen hat. Sie ist 26 Jahre und lässt jeden gutgemeinten Rat ausser acht, sie weiß es ja besser! Mit anderen Worten, Belehrungsresistent, oder auch typisches Teenanger verhalten ( habe einen 15 Jährigen Sohn). Noch kurz zur Vorgeschichte, auch Mutter-Kind Einrichtungen und Familienhelferinnen, haben Ihrer Meinung nach, in den Berichten maßlos übertrieben. Das Jugendamt in meinem Bezirk ist eingeschaltet und über meine Beobachtungen informiert. Eine weitere Maßnahme lehnt die Kindesmutter ab und eine eventuelle Kindesentziehung steht im Raum. Nun meine Fragen: Ist es möglich das Sorgerecht/Vormundschaft oder Pflege des Kindes zu übernehmen, auch wenn die Kindesmutter bei mir lebt? So könnte ich sicherstellen dass das Kind ordentlich versorgt und gefördert wird, und der Kindesmutter zeigen, wie man mit Kindern umgeht. Gleichzeitig würden Mutter und Kind eine gute Bindung aufbauen. Ich bin nicht mit dem Kind verwandt und der Kindesvater ist nicht bekannt. Ich bin Alleinerziehend und bin Vollzeit Berufstätig, könnte aber meine Stunden kürzen und bin momentan auch im Homeoffice tätig. Was erschwert dazu kommt ist, das die Kindesmutter erwägt wieder auszuziehen, weil es ihr nicht passt, dass ich etwas sage oder ständig hinter ihr stehe. Sie schläft dauernd bei anderen Kerlen und das Kind ist keine 3 Monate alt. Das Jugendamt sagt ich könne die Kindesmutter nicht aufhalten. Ich mache mir ernsthafte Sorgen und habe selbst eine Bindung zu dem Würmchen aufgebaut. Kann ich irgend etwas machen oder sollte ich den Gedanken in Erwägung ziehen beide zu verlieren?

Vielen Dank

03.05.2021 | 21:20

Antwort

von


(195)
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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie keinerlei gesetzliche Befugnissen haben, weder zur Vertretung des Kindes noch zum Umgang. Im Gegenteil: es droht sogar ein Straftatbestand, § 235 Abs. I Ziff. 2 StGB,
Entziehung Minderjähriger.

Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Kind, ohne dessen Angehöriger zu sein,
Eltern, einem Elternteil, Vormund oder Pfleger entzieht oder vorenthält.

Das hängt daher vom Wohlwollen der Kindsmutter ab, die ja anscheinend kurz davor steht, sich von Ihnen abzuwenden.

Grundsätzlich ist es durchaus möglich, dass Sie sich dem Jugendamt als Pflegemutter empfehlen, wobei diese lieber eine Pflegefamilie haben, Vater, Mutter Geschwister. Das hängt von Ihrer Beziehung zum Jugendamt ab und vor allem Ihrer Strategie, dem Jugendamt klar zu machen, dass die Mutter besser in Ihrer Nähe lebt und das Kind selbst betreuen kann (unter Ihrer Aufsicht).
Das wäre mal ein Projekt, zumal eine berufliche Pflegefamilie richtig Geld zu Lasten der Eltern kostet, wenn die nicht zahlen (können) zu Lasten der Allgemeinheit.

Das ist ein wesentliches Moment, solange Sie das ehrenamtlich machen.

Ihre Strategie wird aber zum Bumerang,
wenn die Mutter beschließen sollte, nicht mehr bei Ihnen zu leben und auszieht.

Neben Ihrer Motivation ist auch Ihre Eignung nach Maßgabe vorgegebener Qualitätsmerkmale im Pflegekinderwesen ein Kriterium.

Und in jedem Fall: Undank ist der Welt Lohn. Sollte die Kindsmutter „sich fangen" und später von Ihnen abwenden, werden Sie gegen deren Willen nicht einmal ein Umgansrecht durchsetzen können (oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten).

Gem. § 1685 Abs. I BGB haben neben Großeltern und Geschwistern auch enge Bezugspersonen ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient. Das ist der Fall, wenn sie für das Kind tatsächlich Verantwortung tragen oder getragen haben und eine sozial-familiäre Beziehung aufgebaut haben. In besonderen Fällen kann die Vereitelung eines Umgangs mit diesen Personen "bis zum Entzug der Sorge" nach § 1666 BGB sanktioniert werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

ANTWORT VON

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