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Sorgerecht und Kleidung

28.10.2011 12:17 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Tag.
Ich bin seit 2 Jahren getrennt, seit 1/2 Jahren geschieden. Ich habe zwei Kinder 4 und 6.
Seit der Trennung kümmert sich mein Exmann kaum um die Kinder. Er dürfte sie alle 2 Wochen am Wochende holen, tut das aber nur sehr unregelmässig und nur wenn es ihm passt, da er seit über 2 Jahren "krank" geschrieben ist.
Auch ich war in den letzten 2 Jahren mehrfach im Krankenkaus, hatte teilweise Ops weil sich wegen dem Stress Abszesse gebildet haben. In dieser Zeit musste ich immer dafür Sorgen, dass jemamd aus meiner Familie, meistens meine Mutter, für die Kinder da war. Obwohl diese auch Vollzeit arbeitet.
Bei den "Übergaben" der Kinder kommt es fast immer zu Problmene und Streit. Unter anderem weil er seine neue Freundin immer dabei hat.
Am letzten Wochenende hat mein Exmann mir gesagt, die Kinder wären immer dreckig, hätten alte Keidung an und er müsste sich schämen wenn sie bei ihm wären. Das ist natürlich Blödsinn. Aber ich bin in der Ausbildung und kann meinen Kindern keine teuern Marken kaufen, was seine Freundin aber bei ihrer Tochter tut.
Es kamen Beleidigungen wie, dass ich doch in Frankfurt arbeiten soll wenn mein Geld nicht reicht. Und das passiert immer vor den Kindern. Mein großer Sohn hat das alles mitbekommen und geweint. Nach den Wochenenden sind die Kinder, vorallem der Große, sehr weinerlich und anhänglilch. Ich muss sie dann auffangen und meinen Exmann interessiert es nicht. Immer wieder kommt es zu solchen Vorfällen. Ich möchte daher gerne wissen ob ich mit diesem Verhalten von ihm das alleinnige Sorgerecht bekommen kann und ob es Regelungen gibt, die ausschließen, dass die Kinder zum ihm kommen falls mir mal etwas zustoßen sollten oder ob ich verfügen kann, dass sie zu miner Mutter kommen, die eine ganz wichtige Ansprechpartnerin für die Kinder ist und sie in ihrer vertrauten Umgebung aufwachsen können. Außerdem möchte ich gerne noch wissen ob ich meinem Exmann verweigern kann, Kleidung mitzugeben sondern, dass er sich gefälligst selber mit Kleidung für die Kinder eindeckt da meine ja für ihn nicht gut genug zu sein scheint.
Vielen Dank für Ihre Antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen aufgrund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:

1. Alleiniges Sorgerecht

Gemäß § 1687 Abs. 1 Satz 1 BGB hat der Elternteil, bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung gewöhnlich aufhält, die Befugnis zur alleinigen Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens.

Da die Kinder bei ihnen wohnen, haben Sie für die allermeisten Fragen insoweit die alleinige Entscheidung.

In besonderen Fällen und bei dauernden Streitigkeiten kann das gemeinsame Sorgerecht auch wieder aufgehoben werden. Dies deshalb, weil die von den ständigen Streitereien ausgehenden negativen Auswirkungen den Kind so weit wie möglich erspart bleiben müssen.



2. Regelungen, dass die Kinder nicht zum ihm kommen

Gemäß § 1684 Abs. 4 BGB kann das Familiengericht das Umgangsrecht einschränken oder ausschließen, soweit dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Eine Entscheidung, die das uns Umgangsrecht oder seinen Vollzug für längere Zeit oder auf Dauer einschränkt oder ausschließt, kann nur ergehen, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre. Das Familiengericht kann insbesondere anordnen, dass der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist. Dritter kann auch ein Träger der Jugendhilfe oder ein Verein sein. Dieser bestimmt dann jeweils, welche Einzelperson die Aufgabe wahrnimmt.

Auch die Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient, § 1685 Abs. 1 BGB

Den Umgang des Vaters können Sie daher nur in besonderen Fällen ausschließen. Dazu müsste das Wohl des Kindes gefährdet sein, was nur durch aufwändige psychologische Gutachten festgestellt werden könnte.

Dass die Kinder in dem Fall, wenn Sie nicht mehr für sie sorgen könnten, zu ihrer Grossmutter kommen, müsste ein Gericht dann klären, wobei maßgeblich das Wohl des Kindes ist. Natürlich spielt die vertraute Umgebung eine Rolle, aber auch die Tatsache, dass in erster Linie der leibliche Vater dann zuständig wäre.


3. Kleidung mitgeben

Mit dem Unterhalt, den der Vater bezahlt, sind sämtliche finanziellen Forderungen abgedeckt. Sie können daher nicht verlangen, dass der Vater zusätzlich Kleidung beschafft. Anders wäre es nur, wenn die Kinder zur Hälfte beim Vater wären, dann hätte er auch insoweit hälftig für die Kleidung aufzukommen.


Ihnen kann ich nur raten, den gesamten Vorgang durch einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl prüfen zu lassen. Selbstverständlich stehe ich Ihnen dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet würde.

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Über eine positive Bewertung würde ich mich in jedem Fall freuen.

Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

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