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Sorgerecht, psychotherapeutische Behandlung des Kinds, Umgang


| 26.11.2015 19:21 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine ehemalige Frau verfügt über das Aufenthaltsbestimmungsrecht bezüglich unserer zwei Söhne, 5 und 7. Wir haben geteiltes Sorgerecht. Ich lebe in den USA, Umgang ist äußerst eingeschränkt (3x in der Woche ca. 30 Minuten Skypen, nur Winter- und Sommerferien bei mir, und dies auch nur teilweise).

Die Mutter beabsichtigt nun den älteren Sohn in eine psychotherapeutische Behandlung in Frankfurt zu geben. Sie weigert sich mir diese Entscheidung zu begründen. Sie verweist auf Enurese bzw. Enuresis (nächtliches Bettnässen), bei dem sie Verschiedenes ausprobiert habe ohne Erfolg. Darüber hinaus verweist sie auf eine nur mündlich geäußerte Meinung der Klassenlehrerin in Frankfurt, dass unser Sohn aufgrund seines "Verhaltens" eine Therapie benötige.

Aus verschiedenen Gründen bin ich skeptisch gegenüber der beabsichtigten Therapie.

Zunächst is meine Frage, ob geteiltes Sorgerecht mir nicht das Recht gibt, gegenüber einer nicht hinreichend begründeten Therapie Einspruch einzulegen. Wie mache ich das? Zuletzt schrieb die Mutter mit dem Verweis auf eine Beamtin im Jugendamt, dass sie das Recht besitze, bei Fragen der Gesundheit allein zu entscheiden. Mir scheint dies allerdings gegen das geteilte Sorgerecht zu verstossen. Stimmt das? (Das Aufenthaltsbestimmungsrecht umfasst ja Gesundheitsfragen nicht).

Bei der Scheidung und dem gerichtlich geregelten Sorgerecht erinnere ich mich nur dunkel möglicherweise mein schriftliches Einverständnis dazu gegeben zu haben, dass die Mutter über laufende (!) Gesundheitsfragen entscheidet und Unterschrift allein leistet: das heißt: Kinderarztbesuch, U-Untersuchungen, Zahnarzt usw. Es wurde allerdings sowohl vom Anwalt als auch vom Richter dabei zugesichert, dass bei den gewichtigen Entscheidungen meine Zustimmung schriftlich einzuholen sei (das muss sich nach meinem Verständnis auf z. B. chirurgische Operationen, aber auch solche Psychotherapien bezieh, die "das Kind als Ganzes ins Auge nehmen möchten"). Wie realistisch klingt dies: das eine solche Zusatzvereinbarung gemacht sein könnte, die jedoch umfassender ist, als was meine Zustimmung finden würde? Ich kann mich nicht genau erinnern, was vereinbart wurde, und eine entsprechende Unterlage kann ich nicht auffinden. Mein damaliger Anwalt ist derzeit nicht zu erreichen; das erste Gespräch beim Therapeuten soll jedoch Ende November stattfinden. (Im Gerichtsbeschluss steht nichts darüber, es muss, wenn ich in der Tat so etwas unterschrieben habe, ein Zusatzdokument gewesen sein. Falls es ein solches nicht gegeben hat: Was sind die generellen Bestimmungen?)

Mir kommt es darauf an, dass die Mutter nicht unnötig das Kind zum Therapeuten bringt. Sie war selbst in der Therapie lange Zeit (ob sie das gegenwärtig auch ist, ist mir nicht bekannt). Sie war labil und neigt dazu, auf andere zu hören, sodass ich befürchte, dass sie etwas macht, weil etwa die offiziellen Stellen, eben die Klassenlehrerin (in der Schule ist sie im Elternbeirat), gewiss ihre eigene Familie (ihre Mutter, womöglich die Schwester) sowie vielleicht andere ihr dies empfehlen. Ich bin nicht generell gegen professionelle Hilfe. Ich bin nur der Meinung, dass unser Sohn die Schwierigkeiten ohne überwinden könnte.

Beim Sohn gibt es in der Tat Probleme. So hat er keine gute Leistungen im letzten Schuljahr gehabt. Aber es gibt meines Erachtens keinen hinreichenden Grund, deshalb eine Therapie in Angriff zu nehmen. Eine Psychotherapie bezüglich nur der Enuresis ist statistisch in wenigsten Fällen erfolgreich.

Meine zweite Frage ist also, falls ich juristisch gesehen -- was mich sehr überraschen würde -- nicht dazu befugt sein sollte, als jemand, der das Sorgerecht mit der Mutter teilt, eine Therapie aufzuschieben: Welche andere Wege und Mittel gibt es, diese einseitige Entscheidung der Mutter aufzuheben? Kann und muss ich externe Experten einschalten -- und wie wird das geregelt? Durch die ungünstige Situation, dass ich im Ausland lebe, kann die Mutter von faktischer Situation heraus auf mehr Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sich berufen, was es wahrscheinlicher macht, dass ihre Sachverständigen eher dem Wort der Mutter Aufmerksamkeit schenken.

Dennoch möchte ich Ihre Einschätzung hören, gerne mit Verweisen auf Präzedenzfällen, wie in diesem Fall zu verfahren ist.

Die Mutter missbraucht ihre Position meines Erachtens auch in anderen Hinsichten. Ich bin durch die geografische Distanz und ja Arbeitsumfeld davon abgeschnitten, wie doch sonst üblich, jedes zweite Wochenende mit den Kindern zu verbringen. Die davon mir entstehenden Nachteilssituation möchte die Mutter nicht dadurch auszugleichen helfen, dass ich etwa nicht 3 Wochen, sondern 6 in den Sommerferien mit den Kindern verbringe. (Ich verbringe mit ihnen auch keine ganzen Weihnachtsferien und gar keine Herbst- oder Frühjahrsferien).

Dritte Frage demnach: Kann ich hier etwas Ihrer Meinung nach unternehmen?

Vielen Dank.

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Guten Morgen,

ich beantworte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt:

Wenn Sie mit einer von der Kindesmutter vorgesehenen Behandlung des Kindes nicht einverstanden sind, und diese beabsichtigte Behandlung über die übliche Personensorge hinausgeht, können Sie eine Entscheidung des zuständigen Familiengerichtes beantragen.

Nach Ihrer Schilderung scheint die beabsichtigte psychotherapeutische Behandlung eine solche zu sein, die eine gemeinsame Zustimmung beider Elternteile bedarf.

Sollte die Kindesmutter hier eigenmächtig handeln, bleibt Ihnen nur der Weg zum Familiengericht.




Die weiter von Ihnen geschilderten Nachteile im Hinblick auf den Umgang mit dem Kind sind durch die von Ihnen vorgenommene Wahl des Wohnsitzes verursacht. Die Kindesmutter muss daher nur ganz bedingt auf diese Besonderheiten Rücksicht nehmen.

Natürlich kann auch im Hinblick auf die Ausübung des Umgangsrechtes versucht werden, eine Verbesserung durch ein gerichtliches Verfahren zu erreichen.


Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2015 | 07:39

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe Probleme, sie zu verstehen. Wann ist es denn der Fall, dass "beabsichtigte Behandlung über die übliche Personensorge hinausgeht"? Ist "übliche Personensorge" ein juristisch bestimmter Begriff, der eine Psychotherapie nicht einschließt? Dank. Anders ganz zufriedenstellend.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.11.2015 | 08:04

Die Psychotherapie ist keine Routinebehandlung wie die einer Erkältung o.ä., Von daher kann sie nicht von einem Elternteil alleine beschlossen werden.

Ich denke nicht, dass das schwer zu verstehen ist.

Bewertung des Fragestellers 27.11.2015 | 08:09


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"Die Antworten waren im Kern zufriedenstellen, aber nicht ausführlich. Der Anwalt hat keine erbetene Präzedenzfälle genannt. Auf die Nachfrage antwortete er herablassend. Unfreundlich. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Der Antragsteller hat deutlich überzogene Erwartungen, die er mal zurückschrauben und insbesondere an sein finanzielles Engagement anpassen sollte.
FRAGESTELLER 27.11.2015 3/5.0
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