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Sorgerecht oder ABR beantragen?


| 17.05.2005 09:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



ich habe eine Frage.

Bin geschieden (Januar 2005), ein 4 Jahre altes Kind aus Ehe lebt bei mir. Vater holt Kind alle 14 Tage, aber kaum Zeit, da Samstag auch arbeiten, worauf er nicht verzichten möchte. Kind muß dann mit Freundin bleiben.
Es wird von ihr stark beeinflußt, daß sie die Mama wäre, ich ihm nicht mehr lieb habe, mein Freund (Kind nennt ihn papa, super Kontakt) hätte ihn auch nicht lieb usw.
Zum letzten Besuch wollte Kind nun nicht hin, mit Aussage "Freundin ist blöd, will zu Hause bleiben".
Mit meinem Ex ist kein Gespräch möglich, er behauptet, Sie sei ja seine "Mama", da das Kind ja meinen Freund auch "papa" nennt (freiwillig) und Sie sei eine bessere Mama für ihn als ich.
Nun, ich habe meinen Job wegen dem Kleinen aufgegeben, den er ist so durchaneinder, daß ich mit ihm schon zu Frühförderung muß und damit ich nur für ihn zeit habe. Der kleine ist nur noch am Fragen, ob ich ihm lieb hätte. Finanziell unterstützt mich mein Freund.
Habe ich eine Möglichkeit aufgrund dieser Beeinflussung des Kindes das Sorgerecht, oder zumindest das ABR zu bentragen und es auch zugesprochen bekommen?

Vielen Dank im voraus

P.R.

-- Einsatz geändert am 19.05.2005 10:18:20

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Sehr geehrte Ratsuchende,

bezüglich des Sorgerechtes würde ich Ihre Frage verneinen. Es gilt der Grundsatz des gemeinschaftlichen Sorgerechtes, sofern das Kindeswohl nicht gefährdert wird. Ihnen ist zuzustehen, dass die Situation schon mehr als "misslich" ist, eine Gefährung wird aber aller Wahrscheinlichkeit nicht zu bejahen sein.

Bezüglich des ABR bin ich der Auffassung, dass auch dieses nicht auf Sie allein beantragt werden kann. ABER:

Was hier unbedingt geregelt werden muss, ist das sogenannte Umgangsrecht.

Und dort sehe ich gute Chancen für Sie. Zwar ist dem Kindesvater grundsätzlich der Umgang zu gestatten, nur nimmt er diesen nach Ihrer Schilderung gar nicht wahr, sondern "schiebt" das Kind ab. Das ist nicht hinnehmbar. Wenn schon Umgang, dann zwischen Vater und Kind.

Erst recht ist die Einflussnahme der Freundin nicht hinnehmbar. Nun werden Sie zwar kein generelles Kontaktverbot mit der Freundin erreichen können (und durchsetzen). Sie werden aber einen anderen Umgang und jegliche Einflußnahme, die nach Ihrer Darstellung das Kind negativ schon beeinflußt, untersagen können.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten:

Setzen Sie sich mit dem Jugendamt in Verbindung und schildern Sie dort die Situation mit der Bitte um Beratung und einem gemeinsamen Gespräch.

Klappt das nicht, versuchen Sie die außergerichtliche Mediation, wobei dort aber Kosten von Ihnen zu tragen sind.

Oder reichen Sie beim Famiiengericht Antrag auf Änderung des Umgangsrechtes dergestallt ein, dass der Vater den Umgang nur erhält, wenn er sich auch um das Kind kümmert (und es nicht abschiebt). Ggfs. sollten Sie dann auf einen Tag (Sonntag) ohne Übernachtung drängen. Für dieses Verfahren kann dann Prozeßkostenhilfe beantragt werden.

Ich wünsche Ihnen im Interesse des Kindes eine schnelle und gute Lösung.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 19.05.2005 | 10:49

Vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort.

Beim Jugendamt war ich, der zuständige Mitarbeiter hat mom. Urlaub, ist erst in 4 Wochen da. Und auch wenn, denke ich , dass Vater alles "beschönigen wird",ob er überhaupt mitgeht ist die Frage. Zwingen kan ich ihn ja nicht.Zu mir sagte der Vater, er hätte Recht das Kind abzuholen alle 2 WE. Aber ein schriftliches/gerichtliches "Abkommen" gibt es nicht. Und nur besuchen will er ihn nicht. Also hat er das Recht auch nicht, wenn er ja eh nicht da ist, oder?
Kann ich das Sorgerecht bekommen, wenn ich angebe, das der Vater in der Ehe agressiv war? (Unterlagen darüber dass er mich schlug sind beim Arzt, damals keine Anzeige erstattet - leider)

Kann ich den Antrag auf Umgangsrecht beim Familiengericht selber stellen? Oder muss ich dafür dringend einen Anwalt haben?

Vielen Dank schon mal im voraus, mit freundlichen Grüssen

P.R.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.05.2005 | 11:02

Da der Kindesvater offenbar eine vernünftige Lösung ablehnt, sollten Sie das Umgangsrecht gerichtlich klären, wenn Sie es für notwendig erachten. Denn wenn es keine Regelung gibt, könnten Sie theoretisch die Herausgabe zunächst verweigern und der Vater müsste dann klagen.

Grundsätzlich hat er Recht, dass IHM das Umgangsrecht zusteht; nur, ER ist ja nicht da, ER vollzieht den Umgang ja nicht. Dabei geht es aber nicht nur um einen Besuch vom Kindesvater beim Kind. Das Kind sollte zum Vater gehen können, ABER NUR, WENN DER VATER AUCH DA IST UND DEN UMGANG AUSÜBEN KANN. So wie Sie es schildern, hat der Vater offenbar ein Problem damit, dass das Kind einen guten Kontakt zu Ihrem Freund hat. Es kann aber nicht angehen, dass der "Rosenkrieg", der zwischen den Eltern seitens Ihres Ex offenbar durchgeführt werden soll, auf Kosten des Kindes geht.

Daher rate ich, den Umgang nur zu gewähren, wenn sicher gestellt ist, dass der Vater auch überhaupt zeitlich die Möglichkeit hat.


Den Antrag beim Familiengericht können Sie zwar selber stellen, trotzdem rate ich dazu, einen Kollegen vor Ort einzuschalten, da das Kindeswohl das eigentlich Wert sein müsste und Sie ohne RA die Gefahr haben, dass prozessuale Fehler geschehen, die sich dann schwer korregieren lassen.


Die Agressivität des Vaters Ihnen gegenüber spielt nur eine untergeordnete Rolle in dem Verfahren, da allein das KINDESWOHL entscheidend ist; für das alleinige Sorgerecht sehe ich daher immer noch geringe Chancen.

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