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Sorgerecht für unehelichen Vater möglich, wenn Mutter anderweitig verheiratet


17.12.2007 21:15 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Grema



Hallo,
ich habe eine Frage zu folgendem Fall. Eine Frau trennt sich von ihrem Ehemann mit dem sie einen 1-jährigen Sohn hat, bleibt weiterhin verheiratet, und hat einen neuen Lebensgefährten von dem sie schwanger wird. Im 6. Monat der Schwangerschaft trennt sie sich von ihrem Lebensgefährten und geht zurück zu ihrem Ehemann. Der Lebensgefährte möchte das alleinige Sorgerecht für das noch ungeborene Kind beantragen. Sie erzählte ihrem Lebensgefährten dass der Ehemann sie und ihren Sohn bereits früher geschlagen hat. Sie saß auch bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Woche in einer Psychiatrie da der Verdacht bestand sie wolle sich das Leben nehmen. Nun entscheidet sie sich mit ihrem Ehemann in die USA zu gehen. Welche Chancen hat der Lebensgefährte das Kind, welches vor der Abreise zur Welt kommen wird zu sich zu holen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen gestellte Frage kann anhand der zur Verfügung stehenden Informationen nicht abschließend beantwortet werden. Hierzu einige grundlegende Ausführungen:

Bei der Bestimmung, welchem Elternteil das alleinige oder das partielle Sorgerecht zustehen soll ist der Richter grundsätzlich frei und nicht an die Anträge einer der Parteien gebunden. Alleiniger Entscheidungsmaßstab für den Richter wird das Wohl des Kindes sein. Gesichtspunkte hierfür sind vor allem die verschiedenen Möglichkeiten des jeweiligen Elternteils, das Kind zu fördern und ihm auf lange Sicht Kontinuität zu bieten.

Selbstverständlich ist hierbei auch und vor allem zu ergründen, ob das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes durch einen Elternteil oder durch einen Dritten unmittelbar gefährdet ist. Ist für das Gericht erkennbar, dass eine solche Gefährdung akut besteht, so wird es die erforderlichen Maßnahmen zu Schutz des Kindeswohles ergreifen.

Ist eine konkrete und/oder unmittelbare Gefährdung jedoch nicht offensichtlich, so kann die Übertragung des alleinigen Sorgerechts nicht ohne weiteres alleine auf die Behauptung gestützt werden, das Kind sei einer (körperlichen) Gefahr ausgesetzt oder die Kindesmutter sei aufgrund einer (früheren) psychischen Erkrankung für die Sorge um das Kind nicht geeignet.

In einem streitigen Verfahren gilt vielmehr der so genannte Amtsermittlungsgrundsatz: Das heißt, dass das Gericht von sich aus alle für die Ergründung der der objektiven Sachlage erforderlichen Maßnahmen ergreifen wird.

Ist der Sachverhalt nicht offensichtlich, wird sich ein Richter für eine solche Prüfung in den seltensten Fällen auf sein eigenes Urteilsvermögen alleine verlassen, sondern sich der Hilfe von Sachverständigen, insbesondere auch einer Prüfung des Jugendamtes sowie möglicherweise eines Verfahrenspflegers und eines Familienpsychologen bedienen. Letzteres kommt vor allem in Fällen wie Ihrem in Betracht, da auch dem Richter in diesen Fragen die notwendige Sachkunde fehlen wird.

Die durch Befragung und Begutachtung der Beteiligten erstellten Expertenmeinungen werden häufig den Ausschlag für die Entscheidung des Richters geben. In Zweifelsfällen gilt auch weiterhin, dass der Antragsteller konkret darzulegen hat, weshalb ihm und nicht dem anderen Elternteil die alleinige Sorge zustehen soll.

Die Notwendigkeit der Expertenmeinungen ist auch der Grund dafür, weshalb Ihre Frage im Rahmen dieser Plattform nicht endgültig beantwortet werden kann. Sollte jedoch tatsächlich eine Bedrohungslage durch das Kind bestehen und dies nicht nur eine reine Behauptung darstellen, so wird dies mit Sicherheit eine zentrale Rolle bei der letztlichen Entscheidung spielen.

Zu beachten wäre noch, dass eine solche Gefahr auch durch andere Maßnahmen, etwa einer Trennung der Kindesmutter von dem gewaltbereiten Ehegatten, abgewendet werden könnte und eine Entziehung des Sorgerechtes nicht die automatische Konsequenz sein muss.

Ich hoffe, Ihnen mit der Antwort weitergeholfen zu haben.

Bitte beachten Sie, dass anhand der zur Verfügung stehenden Informationen lediglich eine erste Einschätzung erfolgen konnte. Für eine umfassende Beratung ist Ihnen die weitere Beauftragung eins Rechtsanwaltes zu empfehlen. Selbstverständlich stehe ich Ihnen hierfür auch weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Grema
Rechtsanwalt
_____________
Christian Grema
C-G-W Rechtsanwälte
Postfach 1543
76605 Bruchsal
Tel.: (07251) 392 44 30 (24h)
Fax.: (07251) 392 44 31
Internet: www.c-g-w.de
E-Mail: info@c-g-w.de
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