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Sorgerecht für jüngste Tochter von der älteren Schwester beantragt - wer bekommt das Sorgerecht und


04.08.2005 19:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Sehr geehrte Damen und Herren
ich lebte seid 2001 von meiner Frau getrennt.Wir haben drei Kinder, die äelteste (25) hat 2004 im Sommer ihre Ausbildung abgeschlossen und war seitdem arbeitssuchend, lebte mit ihrem Freund bis Dezember 2004 zusammen und ist dann zu ihrer Mutter gezogen. Bis zum Ende der Ausbildung habe ich 500 Euro Unterhalt zahlen müssen. Danach zahlte ich die Krankenkasse und Unterhalt (250+150 Euro) Die mittlere (23) lebt im Ausland (verheiratet) die jüngste (wird im Okt 14) lebt seid der Trennung bei ihrer Mutter.

Die ersten beiden Jahre habe ich meine juengste Tochter so oft es ging zu mir geholt und bin auch mit ihr u.a. 2 x 2 Wochen mit meiner Freundin und deren Kindern in Urlaub gefahren. Meiner Tochter hat dies immer gut gefalle.
Weihnachten 2003 pochte dann meine Frau darauf das die Kleine bei ihr bleibt.Seitdem hatte ich nur noch brieflichen und telefonischen Kontakt zu meiner Tochter gehabt, da ich 2004 lange Krank war und auch berufsbedingt umgezogen bin und es mit dem gemeinsamen Urlaub einfach nicht klappen wollte.

Im Herbst 2004 wurde bei meiner Frau Krebs festgestellt. Die Krankenkasse hatte keine Hilfe und auch keine Pflegestufe anerkannt. Die älteste hat das übernommen und sich dadurch nicht darum gekümmert arbeit zu suchen. Trotz therapie ist meine Frau dann im Juni 05 verstorben.

Die älteste hat nun das Sorgerecht für ihre Schwester beantragt. Die will auch bei ihrer Schwester bleiben (eigene Entscheidung, meint sie)und zeigt kein interesse zu mir zu ziehen.
Wie mir meine mittlere nun berichtet hat war sie in den letzten 9 Monaten je 2 x 1 Monat zu Besuch bei der Mutter und Schwestern. Dabei ist immer wieder negatives über mich gefallen was die jüngste natürlich alles mitbekommen hat und wie sie sagt sie teilweise nicht nachvollziehen kann.Die älteste war in der zwischenzeit wieder "arbeitssuchend" und auch erfolgreich hat aber die angebotene Stelle abgelehnt weil sie 6 Tage die Woche zwischen 12 und 23 Uhr hätte arbeiten müssen. Nun hat sie mir eröffnt das sie sich von ihrem neuen Freund getrennt hat sie aber von ihm Schwanger ist ("er steht zu dem Kind und sie freuen sich darauf")
Den Unterhalt zahle ich im augenblick nur für meine jüngste, Krankenkasse für die älteste (250) und keinen Unterhalt.
Inzwischen habe ich meine Freundin geheiratet.

1. kann ich trotz Weigerung meiner jüngsten Tochter damit rechnen das sie zu mir kommen muss (älteste ohne Job, Schwanger,ohne Partner)
2. Muss ich für die älteste weiter Unterhalt zahlen

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Guten Abend,

vielen Dank für Ihre Anfrage.


1)
Ich gehe zunächst davon aus, dass Sie für die jüngste Tochter noch das Sorgerecht haben, denn es handelt sich um eine eheliche Tochter und ich kann Ihrer Schilderung nicht entnehmen, dass die Frau einst das alleinige Sorgerecht beantragt und auch bekommen hätte.

Das Sorgerecht für ein Kind umfasst die Personensorge (sie berechtigt und verpflichtet zur Pflege, zur Erziehung, Beaufsichtigung und Aufenthaltsbestimmung des Kindes) und die
Vermögenssorge (sie dient der Erhaltung, Vermehrung und Verwendung des Kindesvermögens).

Insofern kann der Sorgeberchtigte auch bestimmen, wo sich die Tochter aufzuhalten hat. Soweit nun die große Schwester das Sorgerecht beantragt hat, wird am Ende ein Familiengericht zu entscheiden haben, wer als Sorgeberechtigter/e am meisten zum Kindeswohl beitragen kann. Ihre Chancen als Vater sind hierbei sicherlich optimal.

Allerdings wird es schon schwieriger, soweit die jüngste Tochter sich Weigert, zu Ihnen zu ziehen. Bei der Sorgerechtsentscheidung hat die Tochter nämlich ein gewichtiges Wort mitzureden und wird auch bzgl. ihrer Meinung angehört. Sollte Sie unter keinen Umständen zu Ihnen wollen, müssten schon grobe Mißstände bei der Schwester vorliegen, welche eine Kindeswohlgefährdung befürchten lassen würden. Arbeitslosigkeit, Schwangerschaft und ein Singledasein, reichen dazu allerdings nicht aus. In einem evt. Sorgerechtsverfahren, müssten Sie daher Gründe vortragen, welche die große Schwester als ungeeignet erscheinen lassen, die kleine Schwester zu versorgen und zu erziehen.

2)
Grundsätzlich schulden Eltern ihren Kindern Unterhalt nur für die Dauer einer Berufsausbildung. Eine Zweitausbildung müssen sie in der Regel nicht finanzieren.

Sollte das Kind nach dem Abschluss der Ausbildung nicht gleich eine Arbeitsstelle finden, um auf eigenen Füßen zu stehen, so kann ihm noch für eine gewisse Dauer Unterhalt gewährt werden, während der die Aufnahme und das Finden einer Arbeit normalerweise erwartet werden kann.

Dieser Zeitraum ist im Falle Ihrer großen Tochter aber längst abgelaufen, sodass eine Unterhaltspflicht nach Ihrer Schilderung nicht mehr besteht.

Ich hoffe, Ihre Anrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de

Nachfrage vom Fragesteller 04.08.2005 | 20:54

Danke für die schnelle Antwort.
Wie soll meine älteste die kleine versorgen ohne eigenes Einkommen ? Muss ich die Krankenkasse noch weiterhin bezahlen. Ausserdem versucht sie massiv den Kontakt zu mir zu "zer"stören. Zur Hochzeit waren sie nicht weil die kleine zur Schule musste und kein frei bekommen hat (was aber nicht stimmt habe nämlich bei der Schuldirektion nachgefragt) und nun fährt sie mit der kleinen Verwandte besuchen weil die angeblich zuerst gefragt haben ob sie kommen, für mich ist evtl in 3-4 Wochen mal Zeit.Die kleine steht voll unter dem Einfluss erst von ihrer Mutter nun von der grossen und merkt dies leider nicht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.08.2005 | 21:03

Sie sind nicht verpflichtet die Krankenkassenbeiträge für die große Tochter zu zahlen. Soweit diese Arbeitslos ist, werden die Kassenbeiträge ohnehin durch die Arbeitsagentur getragen.

Ohne jegliches Einkommen allerdings, wäre eine Versorgung der kleinen Schwester sicherlich nicht gewährleistet und das Kindeswohl damit gefährdet.

Wenden Sie sich doch bitte auch an das zuständige Jugendamt und schildern die Situation. Dort können auch entsprechende Schritte eingeleitet werde, soweit eine Kindeswohlgefährdung zu besorgen steht.

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