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Sorgerecht für die 11 jährige Schwester

04.04.2008 20:17 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo!
Es geht darum, das ich gerne das Sorgerecht für meine Schwester haben möchte. Ich bin 24 sie ist 11. Ich wohne im gleichen Ort und habe selber drei kinder. Ich möchte gerne wissen was ich für Chancen habe? Sie wird körperlich wie seelisch total vernachlässigt. Ich muss dabei sagen das sie nur meine halbschwester ist, aber sie hat selber den wunsch geäußert das sie zu mir möchte.MFG

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nunmehr wie folgt beantworten möchte:

Das Sorgerecht oder auch elterliche Sorge genannt, steht gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1626.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 1626 BGB: Elterliche Sorge, Grundsätze">§§ 1626 ff BGB</a> den Eltern des Kindes zu, d.h. grundsätzlich haben die Eltern die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen. Nur in Ausnahmefällen kann das Sorgerecht den Eltern entzogen werden. Diese Möglichkeit regelt unter anderem § 1666 BGB .

(1) Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen durch missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, durch Vernachlässigung des Kindes, durch unverschuldetes Versagen der Eltern oder durch das Verhalten eines Dritten gefährdet, so hat das Familiengericht, wenn die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, die zur Abwendung der Gefahr erforderlichen Maßnahmen zu treffen.
(2) In der Regel ist anzunehmen, dass das Vermögen des Kindes gefährdet ist, wenn der Inhaber der Vermögenssorge seine Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind oder seine mit der Vermögenssorge verbundenen Pflichten verletzt oder Anordnungen des Gerichts, die sich auf die Vermögenssorge beziehen, nicht befolgt.
(3) Das Gericht kann Erklärungen des Inhabers der elterlichen Sorge ersetzen.
(4) In Angelegenheiten der Personensorge kann das Gericht auch Maßnahmen mit Wirkung gegen einen Dritten treffen.

Sie schildern, dass Ihre Halbschwester von Ihren Eltern sowohl körperlich als auch seelisch vernachlässigt wird, mithin könnte der Tatbestand des § 1666 BGB erfüllt sein. Erforderlich ist, dass das Kindeswohl gefährdet ist. Darunter wiederum versteht man die begründete Besorgnis, dass bei Nichteingreifen des Gerichts das Wohl des Kindes beeinträchtigt wird oder das eine gegenwärtige Gefahr besteht, die bei der weiteren Entwicklung des Kindes eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt.
Die Vorschrift wird grundsätzlich sehr restriktiv angewandt. Sollte jedoch eine Kindeswohlgefährdung festgestellt werden, wird das Gericht auch die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.

Insbesondere kann das Familiengericht gemäß § 1697 BGB auch eine Vormundschaft oder Pflegschaft für das Kind anordnen.
Hinsichtlich der Vormundschaft werden die weiteren Voraussetzungen in §§ 1773 ff BGB geregelt. Auch hier kann das Gericht letztlich gemäß § 1779 BGB einen geeigneten Vormund aussuchen und bestimmen. Auswahlkriterien sind hierbei unter anderem die Eignung des Vormunds und persönliche Bindungen des Kindes. Aufgrund Ihrer Angaben kämen Sie mithin unter Umständen als Vormund in Betracht.

Zusammenfassend heißt dies zunächst, dass für Sie keine Möglichkeit besteht, das Sorgerecht für Ihre Halbschwester zu erhalten. Allerdings haben Sie die Möglichkeit, bei begründeten Verdachtsmomenten die Überprüfung gemäß § 1666 BGB zu erreichen. Diesbezüglich möchte ich Ihnen anraten, das Jugendamt zu Rate zu ziehen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte.

Abschliessend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass durch das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts anders ausfallen kann. Im Rahmen dieses Forums kann stets nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts erfolgen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte.

Im Falle von Unklarheiten machen Sie bitte von der kostenlosen Nachfragefunktion Gebrauch.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Helmerich
Rechtsanwältin

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