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Sorgerecht für Zukunft übertragbar für den Fall des eigenen Ablebens?


| 29.07.2006 19:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin alleinerziehende Mutter.Der Vater hat die Vaterschaft unseres Kindes anerkannt und pflegt ein sehr gutes Verhältnis zu unserem Kind. Ich habe aber das alleinige Sorgerecht und somit wohnt unser Kind auch bei mir. Mein Partner( der Vater des Kindes ) und ich haben uns vor einiger Zeit getrennt und wir waren auch vorher nicht verheiratet. Nun möchte ich mich ab-sichern, dass im Falle meines plötzlichen Ablebens ( durch Unfall oder Krankheit ) unser Kind dann bei seinem Vater auf-wächst. Das Sorgerecht soll aber nur im Falle meines Ablebens auf den Vater des Kindes übertragen werden. Welche Möglichkeiten bestehen, dies jetzt schon rechtsmäßig festzulegen, um die Zu-kunft unseres Kindes in sicheren Händen zu wissen? Vielen Dank im Voraus.

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes und aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Wenn Sie als allein sorgeberechtigte Mutter versterben, dann obliegt es allein dem Familiengericht eine Entscheidung darüber zu treffen, wem das Sorgerecht für Ihr Kind übertragen werden soll. Das Sorgerecht kann insbesondere nicht durch eine testamentarische Verfügung von Ihnen auf eine bestimmte Person, auch nicht auf den Vater des Kindes, übertragen werden. Dementsprechend können Sie auch das Gericht nicht zu einer bestimmten Entscheidung verpflichten. Dies folgt daraus, dass es für die Entscheidung bzgl. des Sorgerechts ausschließlich auf das Wohl des Kindes im Zeitpunkt der Entscheidung ankommt. Da dieser Zeitpunkt in der Zukunft liegt, kann hierzu naturgemäß keine Entscheidung im Voraus getroffen werden. Sie wissen ja z.B. gar nicht, wie sich der Vater des Kindes entwickelt und ob es später überhaupt für das Wohl des Kindes förderlich ist, wenn er das Sorgerecht erhält. U.U. kann es für das Kind das Beste sein, wenn evtl. ein neuer Partner von Ihnen, zu dem das Kind ein enges Verhältnis aufgebaut hat, das Sorgerecht erhält.

Allerdings ist das Familiengericht in seiner Entscheidung insoweit gebunden, als der Vater des Kindes vorrangig als neuer Sorgeberechtigter in Betracht zu ziehen ist, § 1680 Abs. 2 Satz 2 BGB. Die Vorschrift lautet:

Stand die elterliche Sorge der Mutter gemäß § 1626a allein zu, so hat das Familiengericht die elterliche Sorge dem Vater zu übertragen, wenn dies dem Wohl des Kindes dient.

Das Familiengericht ist nach dieser Vorschrift in seiner Entscheidung über das Sorgerecht dahingehend gebunden, dass der Vater des Kindes das Sorgerecht dann erhalten soll, wenn keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass hierdurch das Wohl des Kindes beeinträchtigt wird.

Ich hoffe die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

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