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Sorgerecht bei Geburt

30.03.2018 10:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zur elterlichen Sorge bei unverheirateten Eltern

Eine Bekannte von mir ist schwanger von einer Bekanntschaft aus dem aussereuropäischen Ausland. Die Geburt steht kurz bevor. Sie freut sich auf das Kind, ist sich aber nicht sicher, ob sie mit dem Vater des Kindes dauerhaft zusammen bleiben will. Zur Geburt möchte sie ihn allerdings nach Deutschland einladen, der Fairness halber weil er ja schließlich der Vater ist.

Allerdings möchte sie das alleinige Sorgerecht behalten. Sofern sie informiert ist, hätte sie dies automatisch, wenn der Vater zur Geburt nicht anwesend, im Ausland ist, bzw. sie eventuell in dem Fall die Daten gar nicht angeben würde. Zunächst war daher die Planung, dass er erst kurz nach der Geburt nach Deutschland kommt. Nun drängt er aber darauf, unbedingt zur Geburt anwesend zu sein. Würde er quasi automatisch das geteilte Sorgerecht erhalten, wenn er zur Geburt anwesend ist, bzwm sich dann selbstständig darum bemüht? Oder kann sie das verhindern,mit Verweis darauf, dass er z.B. gar kein Bleiberecht in Deutschland hat (welches er aber vermutlich erhalten würde, als Vater eines deutschen Kindes). Sie ist sich nicht sicher, ob er wegen des Kindes kommen will oder doch nur wegen des Bleiberecht und sie dafür ausnutzt. Das Bleiberecht kann er ihretwegen auch bekommen, aber sie hat in 1. Ehe bereits schlimmsten Erfahrungen mit geteiltem Sorgerecht gemacht, und möchte neuen Stress vermeiden.

Was wäre also wenn er erst kurz nach der Geburt kommt, und wie könnte sie, sollte er sich zur Geburt kommen, verhindern, dass er quasi automatisch das halbe Sorgerecht bekommt? Danke!

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Für die Frage der elterlichen Sorge kommt es nicht darauf an, ob der Vater vor oder nach der Geburt des Kindes einreist.

Die elterliche Sorge steht nach dem Gesetz zunächst der unverheirateten Mutter alleine zu (§ 1626a III BGB ). Nur wenn Mutter und Vater eine sogenannte Sorgeerklärung (§ 1626a I Nr. 1 BGB ) abgeben, also erklären, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam ausüben wollen, kommt es zum gemeinsamen Sorgerecht.

Wenn die Mutter nicht zustimmt, kann der Vater einen Antrag bei Gericht auf Einräumung der Mitsorge stellen, wobei dann das Gericht nach Kindeswohlaspekten entscheidet (§ 1626a II BGB ). In dem von Ihnen geschilderten Fall, dass der dauerhafte Verbleib des Vaters unklar ist, spricht nach meiner Einschätzung viel dafür, der Mutter die alleinige elterliche Sorge zu belassen, da die gemeinsame Ausübung auf große Entfernung kaum vernünftig zu regeln ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2018 | 13:16

Vielen Dank, das beruhigt. Erschwert wird die Sache vielleicht allerdings dadurch, dass sie im Ausland bereits verheiratet sind, in Deutschland ist die Ehe aber noch nicht anerkannt oder überhaupt bekannt gegeben.

Würde sich am Sorgerecht nach Anerkennung der Ehe etwas ändern?

Und wo müsste diese Sorgeerklärung abgegeben werden, damit sie gültig ist? Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2018 | 13:21

Sehr geehrter Fragesteller,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Bei verheirateten Eltern steht die elterliche Sorge ohnehin beiden Elternteilen gemeinsam zu. Damit kann die Mutter das alleinige Sorgerecht nur durch Zuweisung durch das Familiengericht erhalten.

Eine Sorgeerklärung ist bei verheirateten Eltern nicht erforderlich. Zuständig hierfür wäre ansonsten das Jugendamt. Alternativ kann auch eine Beurkundung durch einen Notar erfolgen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel

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