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Sorgerecht Vater im Ausland


| 26.11.2006 22:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Dame, mit der mein Freund eine Affäre hatte, ist jetzt schwanger. Sie ist nach Deutschland zurück gekehrt, wir wohnen in Spanien. Sie ist derzeit im 4. Monat.

Er möchte das alleinige Sorgerecht für das Kind beantragen, da sie keinerlei Einkommen hat und bei den Eltern wohnt, er ist jedoch sehr gut gestellt, hat ein gutes Einkommen und Grundbesitz. Dem Kind könnte in Spanien ein guter Lebensstandard geboten werden.

Welche Unterstützung würde sie in Deutschland als alleinerziehende Mutter ohne Einkommen erhalten?

Er wird nach Geburt des Kindes einen Vaterschaftstest machen, um sich jeglicher Zeifel zu entledigen und möchte dann handeln, sollte sich herausstellen, dass es sein Kind ist.

Welche Chancen hat er und welche Schritte sollte er eingehen, um erhöhte Chancen zu haben, das Sorgerecht zugesprochen zu bekommen.

Herzlichen Dank für Ihre Antwort.



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Sehr geehrte Ratsuchende,


die Chancen Ihres Freundes, die Alleinsorge für das (noch ungeborene) Kind zu bekommen, sind nach Ihren Angaben nicht besonders gut.

Nachdem die Mutter und somit dann auch das Neugeborene den gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben werden, kommt hier für das Sorgerecht deutsches Recht zur Anwendung (Art. 21 EGBGB).

Für nichteheliche Kinder sieht § 1626a BGB die Alleinsorge der Mutter vor, wenn nicht die Eltern eine Sorgeerklärung abgeben, wonach diese die elterliche Sorge gemeinsam ausüben wollen.

Deshalb kommt eine alleinige Sorge des Vaters grundsätzlich nur mit Zustimmung der Mutter aufgrund eines Antrags bei dem Familiengericht in Betracht, und dies auch nur, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht (§ 1672 Abs. 1 BGB).

Folglich wird Ihr Freund, auch wenn die Mutter mit der Übertragung der elterlichen Sorge einverstanden ist, genau darlegen müssen, warum er für das Kind insgesamt die stabilere und verlässlichere Bezugsperson zu sein verspricht.
Hierbei stehen allerdings rein materielle, wirtschaftliche Vorteile keineswegs im Vordergrund. Vielmehr geht es um die Fähigkeit und Bereitschaft des jeweiligen Elternteils, dem Kind für den Aufbau seiner Persönlichkeit die bestmögliche Unterstützung zukommen zulassen. Dabei spielt auch die natürliche Bindung des Neugeborenen bzw. des Kleinkindes zur Mutter eine große Rolle. Innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Kindes wird zumeist die Bindung zur Mutter als wichtiger für die Persönlichkeitsentfaltung angesehen.

Stimmt die Mutter nicht zu, wird es noch schwieriger. Dann kann Ihr Freund das Sorgerecht nur auf der Grundlage des § 1666 BGB beantragen. Hierfür muss aber ein schwere Gefährdung des Kindeswohls nachgewiesen werden, wofür hier keine hinreichenden Anhaltspunkte vorliegen.
Insbesondere reicht es nicht aus, sich auf die schwierige finanzielle Situation der Mutter zu berufen. Die Gewährleistung des Existenzminimums sowie der Erziehung der Kinder gilt in Deutschland als gesichert.
Anders sieht dies aus, wenn konkret eine Verwahrlosung des Kindes droht oder die Mutter vollkommen mit der Situation überfordert ist.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen, bzw. Ihrem Freund die notwendige erste rechtliche Orientierung geben.

Bei Unklarheiten nützen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2006 | 13:05

Herzlichen Dank für die Auskunft.

Besteht ein Vorteil, wenn der Vater seit drei Jahren eine stabile Beziehung hat, diese Affäre während eines längeren geschäftlichen Aufenthaltes auf einer anderen Insel der einzige Ausrutscher war und er daher dem Kind bessere Familienverhältnisse bieten könnte?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2006 | 01:13

Sehr geehrte Ratsuchende,


das Familiengericht wird hier das Kindeswohl sehr sorgfältig zu prüfen haben, wegen der räumlichen Distanz und des Auslandsbezugs, denn das Kind hat generell einen Anspruch auf Pflege, Betreuung, Umgang und persönliche Beziehung zu beiden Elternteilen.


Leider sehe ich für Ihren Freund auch auf der Basis der zusätzlich gegebenen Informationen keine überwiegende Erfolgsaussicht für die Erlangung der Alliensorge vor Gericht.

Wie bereits ausgeführt, reicht es bei Weitem nicht aus, dass Ihr Freund derzeit der besser Verdiendende der beiden Elternteile ist.

Auch wenn er etwa darlegen kann, dass er nach dem „Ausrutscher“ im Gegensatz zur Mutter einen geordneteren Lebenswandel vollzieht, wird in diesem Fall die natürliche Bindung eines Säuglings zur Mutter den entscheidenden Ausschlag geben und nicht Ihre momentan stabile Beziehung.
Außer natürlich, Sie können der Kindsmutter ein schädliches Verhalten im Sinne des § 1666 BGB nachweisen.

Obwohl es Ihrem Freund anscheinend sehr wichtig ist, über das Sorgerecht eine Entscheidung herbeizuführen, sollte er sich also eher abwartend verhalten und zunächst das Gespräch mit der Mutter suchen.

Ihr Freund sollte meines Erachtens außerdem überlegen, inwieweit ein gerichtlicher Streit in dieser Richtung auch später für das Kind Folgen haben könnte, sobald es in das Alter kommt, in dem es seine Herkunft hinterfragt.

Im Übrigen wird ein Familiengericht auch nicht übersehen, dass durch die Übertragung der elterlichen Sorge auf den Vater in diesem Fall das Umgangsrecht mit der Mutter erschwert wird, da diese ja nicht über ausreichendes Einkommen zu verfügen scheint, um den ihr obliegenden Umgang mit ihrem Kind zu finanzieren (Flug, Übernachtung, Verpflegung).
Umgekehrt wäre hier der Vater in der Lage, auch ohne sorgerechtliche Befugnis, mit dem Kind eine stabile und verlässliche Vaterbeziehung aufzubauen.


Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 28.11.2006 | 01:21

Leider kann ich Ihnen keine für Sie günstigere Auskunft geben.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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"Herzlichen Dank für die Hilfe. Zumindest weiss man,was uns erwartet, sollte sich herausstellen, dass er wirklich der Vater ist, was ja erst nach Geburt durch den Vaterschaftstest festgestellt werden kann. "
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