Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sorgerecht, Unterhalt, Umgangsrecht

| 08.02.2010 09:40 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Ich habe einen Sohn (6 Jahre) ohne Sorgerechtsanspruch. Das Umgangsrecht ist nicht klar geregelt. Die Mutter arbeitet in Schichten. Ich habe meinen Sohn im Monat demzurfolge die Hälfte der Zeit, muss den vollen Unterhalt ( über 320 €) zahlen sowie die Kosten für Verpflegung und Kleidung wenn er bei mir ist. Gibt es Möglichkeiten für das sogenannte Wechselmodell im Umgang oder ist das nur beim anteiligen Sorgerecht möglich. Die Mutter ist nicht bereit gemeinsam eine Lösung zu finden. Was kann ich tun?
Freundlichst

Karsten Schröder

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Wie Ihnen bekannt ist, ist zwischen dem Umgangsrecht und dem Sorgerecht zu unterscheiden. Auch dann, wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hat, steht dem anderen Elternteil grundsätzlich ein Umgangsrecht mit seinem Kind zu. Dieses Umgangsrecht wird im Idealfall von den beiden Eltern gemeinschaftlich geregelt und eingehalten; sollte es hierbei aber zu Streit kommen oder ein Elternteil nicht mitarbeiten wollen – wie dies bei Ihnen wohl der Fall ist – so sollte eine genaue Regelung erfolgen, die notfalls gerichtlich festgelegt wird. Wenn also keine gemeinsame Absprache möglich ist, sollte erster Ansprechpartner das Jugendamt sein. Dieses hat den gesetzlichen Auftrag, in Umgangstreitigkeiten zu vermitteln. Wenn auch hier keine Lösung gefunden werden kann, sollten Sie sich an einen Anwalt vor Ort wenden und mit dessen Hilfe notfalls eine gerichtliche Lösung durchsetzen.

Die Kosten des Umgangsrechtes trägt grundsätzlich derjenige, der den Umgang hat. Sie sind im Regelfall in den Unterhaltsbetrag nach der Düsseldorfer Tabelle mit integriert. Liegt der Fall jedoch so, wie von Ihnen geschildert, so können Aufwendungen, die Sie machen und die dadurch dem anderen Elternteil, der nur zum Naturalunterhalt verpflichtet ist, erspart bleiben, vom Unterhalt abgezogen werden. Voraussetzung ist, dass diese Aufwendungen tatsächlich entstehen und konkret nachgewiesen werden können und für den anderen Partner eine tatsächliche Einsparung darstellen. Notwendige Kleidung beispielsweise ist vom Nichtbarunterhaltspflichtigen zu besorgen; kommt er dieser Pflicht nicht nach und muss somit der Barunterhaltspflichtige die Anschaffung übernehmen, so kann er grundsätzlich seinen Barunterhalt entsprechend mindern. Gleiches gilt für Lebensmittelkosten, wenn der Umgang tatsächlich weit über das übliche Maß hinaus geht und sich der andere Elternteil somit wesentliche Kosten spart. Wann dies der Fall ist, wird jedoch immer umstritten bleiben. Sicher ist nur, dass es eine wirklich starke Erhöhung des üblichen Maßes sein muss.

Sollte tatsächlich eine hälftige Umgangsteilung vorliegen, so wäre grundsätzlich auch der andere Elternteil barunterhaltspflichtig. Da dies aber nach Ihren Angaben nicht freiwillig eingeräumt werden wird, wird hier wohl nur der oben genannte Weg über das Jugendamt zum Anwalt und schließlich vor Gericht bleiben. In erster Linie ist daher immer anzuraten, eine außergerichtliche Einigung zu erreichen. Sollte dies jedoch verweigert werden, so sollten Sie auch nicht freiwillig auf Ihr Recht verzichten. Hierbei sollten Sie möglicherweise auch versuchen, selbst das Sorgerecht (gemeinsam) zu erhalten, da Sie so Mitspracherechte bei wichtigen Entscheidungen für Ihr Kind haben und damit auch tatsächlich unabhängiger von den Vorstellungen der Mutter werden.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.


Mit freundlichen Grüßen

Jochen Bauer
(Rechtsanwalt)


Nachfrage vom Fragesteller 09.02.2010 | 17:47

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Bauer,
vielen Dank für Ihre Ausführungen, die sehr hilfreich sind. Hieraus ergeben sich jedoch weitere grundsätzliche Fragen.
Was würde eine Sorgerechtsklage ca. für Kosten mitsichbringen und wie stehen die Chancen auf Erfolg ? Wenn ich mir die Betreuung des Kindes mit der Mutter teilen würde, hätte dieses Auswirkungen auf die Höhe des Unterhalts. Was können Sie empfehlen? Ab wann kann das Kind wählen, bei welchem Elternteil es überwiedend leben möchte?

Freundlichst

Schröder

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.02.2010 | 09:30

Sehr geehrter Fragesteller,

die Kosten einer Klage auf Sorgerecht für das gemeinsame Kind richten sich nach dem Gegenstandswert. Dieser liegt in der Regel bei 3000 €. Es fallen damit zunächst Gerichtskosten in Höhe von 178,00 € an. Ein Anwaltszwang besteht nicht; die Anwaltskosten würden sich ebenfalls nach dem Gegenstandswert berechnen und dürften sich insgesamt inkl. Mehrwertsteuer auf etwas unter 600 € belaufen. Je nach Gestaltung des Falles kann sich jedoch auch eine andere Summe ergeben, z.B. durch Fahrtkosten, anderweitige Anträge und Termine etc. Je nach Finanzsituation kann Ihnen hier auch Prozeßkostenhilfe bewilligt werden.
Zu den Erfolgsaussichten kann hier leider nichts gesagt werden, da mir nur sehr begrenzte Details des Falles bekannt sind.
Sollte es gelingen, ein echtes Wechselmodell bei der Betreuung zu erwirken, würde sich Ihre Barunterhaltspflicht verringern, dafür müßten Sie anteilig mit der Kindsmutter für Kleidung, Essen und Trinken und sonstige Dinge des täglichen Lebens aufkommen. Wenn Sie diese Dinge bereits jetzt neben den Barzahlungen zahlen, könnten Sie letztlich durchaus etwas einsparen.
Das Kind wird im Rahmen des sogenannten Kindeswohls immer berücksichtigt. Je älter es ist, desto mehr wird hier auch auf seinen Willen gehört.
Meinen Rat an Sie habe ich Ihnen bereits in der Ausgangsantwort gegeben. Sie sollten sich zunächst an das Jugendamt wenden und die Situation darstellen. Kann Ihnen hier nicht geholfen werden, sollten Sie ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt vor Ort vereinbaren. Möglicherweise, je nach finanzieller Situation, steht Ihnen hierbei Beratungshilfe zu. Sie sollten den Anwalt danach fragen. Legen Sie ihm dann den Sachverhalt konkret dar, so dass anschließend beschlossen werden kann, ob ein (gerichtliches) Vorgehen sinnvoll ist.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Bauer
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 12.02.2010 | 10:01

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 12.02.2010 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72033 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort, vielen Dank! Ich komme gerne auf Herrn RA Lembcke zurück ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Ich bin immer noch der Meinung, dass es damals die passende Rechtsgrundlage gab, aber diese Detektivarbeit sprengt vielleicht diese Fragestellung. Das Drumrum war sehr hilfreich. Danke ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Sehr schnelle Antwort auch auf Nachfragen ...
FRAGESTELLER