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Sonnenbrand nach Sonnenbad im Sonnenstudio


10.12.2006 22:20 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Sehr geehrter Anwalt,

vor zwei Tagen ging ich nach längerer Pause wieder einmal in mein Sonnenstudio um meine blasse Hautfarbe etwas aufzufrischen. Die Mitarbeiterin des Studios riet mir zu einer Bestrahlungszeit von maximal zwölf Minuten auf der Sonnenbank, auf der ich auch früher immer war (bei regelmäßigem Sonnen 16 - 18 Minuten im Durchschnitt. Diese Information war aus meiner elektronischen Kundenkarte ersichtlich). Da ich längere Zeit nicht im Sonnnenstudio war, war ich mit der Empfehlung sehr einverstanden, weil ich lieber etwas zu kurz auf der Bank liege, anstatt einen Sonnenbrand zu bekommen. Gesagt, getan, die Mitarbeiterin gab die 12 min. ein und ich legt mich auf die Bank. Wie sich nach der Bestrahlung herausstellte, lag ich 20 (!!) Minuten auf der Bank. Mein Gesicht und Hals waren ziemlich gerötet und ich fühlte mich etwas unwohl. Ich hatte während des Sonnens zwar eine große Hitze wahrgenommen, da dies aber nicht ungewöhnlich für mich ist, maß ich dem keine weitere Bedeutung bei. Die Mitarbeiterin erklärte mir daraufhin, dass sie sicher sei, 12 min. eingegeben zu haben. Als ich ihr sagte, dass ich im Display der automatischen Uhr die Zahl 20 wahrgenommen hatte, sagte sie, das tue ihr leid, es käme manchmal vor, dass sich die Uhren manchmal automatisch verstellen würden. Sie drückte mir ein Probe-Päckchen "Cooling Gel" in die Hand und schickte mich nach Hause. Sie beruhigte mich mit den Worten, dass bei dieser Bank auch nichts nachfolgen würde, wenn ich einen Sonnenbrand bekommen hätte, würde man es jetzt sofort merken. Es sei also nochmal gut gegangen.

Von wegen: Zwei Stunden später war ich am ganzen Körper krebsrot, meine Haut schmerzte, war absolut berührungsempfindlich, bestimmte Bewegungen taten richtig weh. Ich hatte einen sehr starken Sonnenbrand mit abwechselnden Hitze- und Kälteschüben, wie ich ihn nur noch aus Kindertagen kannte. (Verbrennungen 1. Grades mit den Symptomen: Rötung, Schwellung, Schmerz, Berührungsempfindlichkeit.) Heute, zwei Tage später, geht es ganz allmählich etwas besser. Nach wie vor ist mein Körper stark gerötet, die Schmerzen haben zum Glück etwas nachgelassen. Ich gehe davon aus, dass mich dieser Sonnenbrand noch eine Weile begleiten wird in Form von Haut-Abschälungen mit dem damit verbunden unangenehmen Juckreiz.

Gestern war ich wieder in meinem Sonnenstudio, wo mir eine (andere) Mitarbeiterin sagte, dass sich die Uhr auf die Grundeinstellung von 20 min. zurückstellen würde, wenn man die Eingabe nicht bestätigt, oder wenn eine gewisse Zeit zwischen der Eingabe im Computer und dem In-Gang-setzen der Bank verstreicht. Sie könnne da leider nichts machen, aber sie hat meine Tel.Nr. notiert und eine kurze Beschreibung des Sachverhaltes. Ich durfte dann noch käuflich eine große Tube "Cooling Gel" erwerben, mit dem Chef müßte ich dann klären, ob ich die Kosten hierfür zurückerstattet bekomme. Morgen, Montag, würde sich der Chef des Studios mit mir in Verbindung setzen.

Meine Frage: Welche Höhe von Schadenersatz kann ich - ohne gerichtlich gegen den Betreiber des Sonnenstudios vorzugehen, was ich nicht möchte - bei ihm geltend machen?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage und freundliche Grüße!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Das Sonnenstudio wird unter der Voraussetzung, dass die Mitarbeiterin des Studios eine vertragliche Nebenpflicht des Besonnungsvertrages schuldhaft verletzt hat, zur Zahlung einer Schmerzensgeldsumme verpflichtet sein. Aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung kann der Mitarbeiterin zwar nicht die Verletzung einer Beratungspflicht vorgeworfen werden, in Betracht kommt jedoch ein schuldhafter Bedienungsfehler - nämlich die falsche Einstellung der Besonnungszeit - oder eine Verletzung der Überwachungs- und Kontrollpflicht im Hinblick darauf, dass sich die Zeitschaltuhren zeitweise automatisch verstellen.

Was die Höhe des Schmerzensgeldanspruchs für die erlittenen Verbrennungen ersten Grades am ganzen Körper betrifft, so wird grundsätzlich ein Betrag in Höhe von rund EUR 1.500,- angemessen sein. Insofern verweise ich auf eine Entscheidung des Amtsgerichts Mannheim vom 21.10.2005, Az.: 3 C 172/05. In dem entschiedenen Fall zog sich der Kunde nach zu langer Bestrahlungsdauer gleichfalls Verbrennungen ersten Grades zu. Allerdings wird Ihnen aufgrund des Umstandes, dass Sie auf dem Display der Uhr in Ihrer Kabine die Zahl 20 wahrgenommen haben, ein Mitverschulden in Höhe von ggf. annähernd 50 % anzulasten sein. Hiernach wäre eine Schmerzensgeldforderung in Höhe von rund EUR 750,-anzusetzen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin
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