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| 20.11.2008 13:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mirko Ziegler



Hallo,
ich bin seit genau 1 Jahr als IT Berater ohne schrifltichen Arbeitsvertrag angestellt. Über den Sommer 2008 wurden über 3 Monate ca. 240 Überstunden geleistet. Da in unserem mündlichen Arbeitsvertrag keine Vereinbarung bzgl. geleisteter Überstunden getroffen wurde, wurde mir Angeboten als Ausgleich zwei Wochen Urlaub auf Firmenkosten zu nehmen. Da die darauffolgenden Monate aber keinen Urlaub aufgrund der Auftragslage zuliesen, wurden mündliche Vereinbarungen zur überlassung von Hardware getroffen.
Diese Vereinbarungen wurden jedoch seitens des AG nie eingehalten. Ich habe nun zum 30.11.2008 in der Firma gekündigt und stelle mir nun die Frage ob ich irgendeine möglichkeit habe einen Ausgleich für die geleistete Mehrarbeit zu erhalten. Wenn dies nicht möglich ist, bin ich trotzdem verpflichetet meine letzte Arbeitswoche zu leisten, oder ist es mir gestattet zumindest noch 40 Überstunden "abzufeiern"?
Können Sie mir weiterhelfen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


Zunächst ist es so, dass ein gesetzlicher Anspruch auf Überstundenvergütung nicht besteht. Dennoch werden Überstunden in der Regel vom Arbeitgeber bezahlt oder durch Freizeitausgleich abgegolten.

Sie sollten Ihren Arbeitgeber im Gespräch auf die Überstunden hinweisen und um Freizeitausgleich in der letzten Arbeitswoche bitten.
Zur Arbeitsverweigerung kann ich nicht raten, da von hieraus nicht sicher beurteilt werden kann, ob es sich um Überstunden i.S. des Gesetzes handelt. Selbst wenn dies aber der Fall wäre, kann der Schaden der Ihrem Arbeitgeber wegen der Weigerung entsteht größer sein, als der finanzielle Wert Ihrer Überstunden. Dies würde letztlich einen Ersatzanspruch des Arbeitgebers nach sich ziehen.

Da Sie 240 Überstunden nicht in der letzten Arbeitswoche „abfeiern“ können, haben Sie möglicherweise noch Anspruch auf Vergütung der Arbeitsstunden. Dies hängt maßgeblich von den Umständen des Einzelfalles abhängig und kann anhand der hier gemachten Angaben nicht abschließend beurteilt werden.

Ihnen bleibt schließlich die Möglichkeit den Rechtsweg zu beschreiten, falls Ihr Arbeitgeber nicht einlenkt. In einem solchen Prozess müssten Sie die angefallenen Überstunden exakt darlegen und beweisen. Darüberhinaus müssten Sie darlegen und beweisen, dass die Überstunden angeordnet oder aber betriebsnotwendig waren und vom Arbeitgeber billigend in Kauf genommen wurden.

Ich empfehle Ihnen, einen Rechtsanwalt mit der Prüfung Ihrer Ansprüche zu beauftragen und bei Erfolgsaussicht zunächst ein anwaltliches Aufforderungsschreiben verfassen zu lassen.
Bei der Geltendmachung Ihrer Rechte ist Ihnen meine Kanzlei gern behilflich. Bei einer Mandatierung könnte die hier angefallene Gebühr vollständig angerechnet werden.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

___

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren. Nutzen Sie hierzu die kostenlose Nachfragefunktion, die persönliche Beratungsanfrage oder die kanzleieigenen Kontaktmöglichkeiten. Beachten Sie bitte, dass im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion nur Fragen beantwortet werden können, die den Regeln dieses Forums entsprechen.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.



Nachfrage vom Fragesteller 20.11.2008 | 14:20

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Aus Ihrer Antwort schließe ich, das die Zusage seitens AG gewisse Boni für die geleisteten Überstunden zu gewähren, nicht ausreicht um daraus auch einen Anspruch auf Auszahlung der Überstunden abzuleiten. Liege ich mit dieser Annahme richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.11.2008 | 14:28

Sehr geehrter Fragesteller,

nein, nicht ganz. Überstunden im arbeitsrechtlichen Sinn, müssen entweder durch Freizeitausgleich oder Vergütung abgegolten werden.

Das Problem ist vielmehr, dass es dem Arbeitnehmer im Prozess obliegt das Vorhandensein aller Anspruchsgrundlagen darzulegen und zu beweisen.
Gelingt dies, muss der Arbeitgeber abgelten. Dies folgern die Gerichte, trotz des Fehlens einer ausdrücklichen gesetzlichen Regelung aus der Auslegung des (mündlichen) Arbeitsvertrages.

Ich hoffe Ihre Nachfrage beantwortet zu haben.

Bewertung des Fragestellers 20.11.2008 | 14:32


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