Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sonderumlage f. Nachzahlung Gasverbrauch


04.11.2006 18:02 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Guten Tag!

Folgenden Brief habe ich am 20. Okt. 2006 von meiner Hausverwaltung bekommen:

...wir haben jetzt von der Kommunalen Gasunion die erste Gasabrechnung für den Zeitraum 4. Nov. 2005 bis 14. Sep. 2006 erhalten. Daraus ergibt sich für das gesamte Objekt eine Nachzahlung von knapp € 3.000,-- bei einem Verbrauch von 87.786 kWh. Da wir vom laufenden Verwaltungskonto so einen hohen Betrag nicht bezahlen können, erbitten wir eine Sonderzahlung für obigen Betrag. Wir haben die Summe nach Miteigentumsanteilen aufgeteilt. Ihre Sonderzahlung wird mit in die Nebenkostenabrechnung 2005/2006 einfließen. Für Sie ergibt sich daraus folgende Rechnung:
€ 3.000,-- : 10000 MEA x 1219 MEA = € 365,70
Wir bitten um Überweisung des obigen Betrages auf unser Verwaltungskonto ... bis zum 26. Okt. 2006.

Zu Ihrer Info:
- Das Objekt ist ein Neubau! Acht Eigentumswohnungen, wobei ich der einzige Mieter in diesem Objekt bin!
- Die Wohnung wurde mir am 09.12.2005 übergeben (gem. Übergabeprotokoll v. 09.12.2005)!
- Das Mietverhältnis beginnt voraussichtlich am 01.01.2006 (gem. Mietvertrag v. 13.11.2005)!
- Ich zahle einen monatlichen Abschlag von € 175,00
- In der Anlage 1 des Mietvertrages mit ... und ... "Im Abschlag enthaltene Kosten" = Grundsteuer, Kosten Heizung, Wasser, Kanal, Schornsteinfegergebühren etc.
- Ein Telefonat mit der Hausverwaltung habe ich am 23.10.2006 geführt. Wir haben uns auf eine Ratenzahlung von drei Monatsraten geeinigt, die lediglich am Telefon festgehalten wurde. Die Zahlungen sollten aber bis zum Jahreswechsel getätigt sein. Bis jetzt habe ich noch keine Zahlung geleistet, weil ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich tatsächlich dazu verpflichtet bin diese Sonderzahlung zu bezahlen.

Frage(n):
1.) Muss ich solch eine Sonderzahlung bezahlen?
2.) Welches Datum ist rechtskräftig? Beginn des Mietverhältnis oder Übergabe der Wohnung?
3.) Wie sollte ich nun weiter vorgehen?

Viel Dank im Voraus

MfG
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

In Ihrem Fall ist für mich erst einmal etwas befremdlich, warum Sie als Mieter einen Brief von der Hausverwaltung, die - denke ich - für Ihre Vermieter als Miteigentümer zuständig bin. Oder machen die auch die Mietverwaltung gegenüber Ihnen, wovon ich nicht ausgehe?
Zudem spricht vieles dafür, dass eigentlich Ihre Vermieter angesprochen werden, zumal die Verteilung der Sonderumlage nach Miteigentumsanteilen erfolgte.
Miteigentumsanteile ist eine Größenordnung, nach der lt. Teilungserklärung, mit der Sie per se erst einmal nichts zu tun haben, Kosten hinsichtlich der Wohnungseigentumsgemeinschaft umgelegt werden.
In diesen Kosten sind auch oft derartige enthalten, die nicht im Wege der Betriebskostenumlage auf etwaige Mieter abgewälzt werden können.
Zudem ist Sonderumlage ein typischer Begriff aus dem Wohnungseigentums-, nicht aus dem Mietrecht.
Somit ist es im Nachgang Aufgabe Ihres Vermieters, diese „Sonderumlage“ in der Betriebskostenabrechnung etwaig umzulegen.
Hierbei kann als Verteilungsmaßstab die Miteigentumsanteile lediglich herangezogen werden, wenn dies explizit derartig im Mietvertrag vereinbart ist.
Im Allgemeinen werden Betriebskosten im Mietrecht nach dem Verursachungs-, nicht nach dem Zufluss-/Abflussprinzip nach dem Verbrauch oder nach Quadratmetern umgelegt.
Somit hat der Vermieter, da der Verbrauch nicht ohne weiteres wohl festzustellen ist, demzufolge eine Umrechnung der Miteigentumsanteile in Quadratmeter des betroffenen Sondereigentums umzurechnen.

Des Weiteren ist selbstredend festzuhalten, dass Sie als Mieter mit etwaig korrekt umgelegten Betriebskosten, wozu es eines Blickes in den Mietvertrag bedarf, erst ab Beginn des Mietverhältnisses konfrontiert werden können.
Sollte das Mietverhältnis am 01.01.06 begonnen haben, wäre der Abrechnungszeitraum von 12 Monaten noch nicht einmal abgelaufen, so dass exklusive der wohl im Mietvertrag vereinbarten Betriebskostenvorauszahlung keine weiteren fällig sein können, zumal der Abrechnungszeitraum auch zu einer Erstattung führen könnte.
In Ihrem Falle wird der Abrechnungszeitraum kalenderjährlich vom 01.01. – 31.12. eines jeden Jahres ab Beginn des Mietverhältnisses sein.

Aus diesem Grunde wird sich Ihr Vermieter mit der Hausverwaltung diesbezüglich ins Benehmen setzen müssen, da Sie nicht Mitglied der Wohnungseigentümergemeinschaft sind.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER