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Sonderregelungen Lohnfortzahlung im Beschäftigungsverbot

| 21.11.2017 11:19 |
Preis: 30,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Ich bin in der ambulanten Intensivpflege als Gesundheits- und Krankenpflegerin angestellt. Aufgrund meiner Schwangerschaft hat meine Chefin ein sofortiges Beschäftigungsverbot für mich ausgesprochen.

Mein Anliegen bezieht sich nun auf die Lohnfortzahlung. Geregelt ist, dass der Arbeitgeber das Durchschnittsgehalt der letzten drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft zahlt, so dass der Arbeitnehmerin keine Geldeinbußen aufgrund der Schwangerschaft entstehen.

Nun ist es bei mir so, dass ich in genau diesen drei Monaten einen Monat dabei hatte, in dem ich weitaus weniger Lohn erhalten habe, als ich im Durchschnitt erhalte. Der Grund dafür ist, dass ich in dem genannten Monat für eineinhalb Wochen arbeitsunfähig war und zwei Wochen Urlaub hatte. In beiden Fällen fallen sämtliche Zuschläge für mich weg, so dass ich in diesem Monat ca. 400 Euro weniger Lohn erhalten habe. Das heißt dieser Monat ist weit davon entfernt mein Durchschnittliches Einkommen widerzuspiegeln. Dadurch würde ich bei der Durchschnittsberechnung dieser drei Monate ca. 200 Euro Lohnfortzahlung weniger bekommen.

Gibt es in solchen Fällen Sonderregelungen, die verhindern, dass es zu derartigen finanziellen Einbußen kommt?

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Sehr geehrte Ratsuchende,


diese Sonderregelung gibt es in der Tat und ist in § 11 II 2 MuSchG geregelt, in dem es heißt:


"Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten, bleiben für die Berechnung des Durchschnittsverdienstes außer Betracht."


Die Zuschläge sind also gleichwohl zu berücksichtigen (so auch: BAG, Urt.v. 08.09.1978, Az.: 3 AZR 418/77).



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 21.11.2017 | 12:21

Sehr geehrter Herr Bohle,

ich bedanke mich für die schnelle Antwort.

Wie wird in dem genannten Fall die Lohnfortzahlung berechnet? Wird der Durchschnitt dann lediglich aus zwei Monaten gebildet?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.11.2017 | 12:25

Sehr geehrte Ratsuchende,


es bleibt zwar bei drei Monaten, aber die Abzüge werden nicht berücksichtigt.


In der Regel wird zur Vereinbarung dann die letzten vier Monate herangezogen und dieser eine besagte Monat nicht berücksichtigt, so dass man dann das "normal" Durchschnittseinkommen hat.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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