Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sommerferienregelung mit Verwandschaftsbeteiligung

| 16.08.2016 13:53 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim


Guten Tag,
mein Mann und ich sind seit etwas über einem Jahr getrennt, die Kinder leben bei mir und bislang haben wir alles ohne anwaltliche oder gerichtliche Unterstützung geregelt, jedoch immer mit Schwierigkeiten, da mein Mann sich grundsätzlich benachteiligt fühlt.
Nun geht es um die Sommerferien im nächsten Jahr: Unsere Töchter (8+11 Jahre) sind schon ihr Leben lang jedes Jahr eine Woche im Sommer bei meinen Eltern, zeitgleich mit meiner gleichaltrigen Nichte, die in NRW lebt. Seit wir auf die Sommerferien angewiesen sind, ist die Planung nicht leicht, da sich sowohl die Ferien überschneiden als auch die ebenfalls getrennt lebenden Eltern meiner Nichte die Zeit aufteilen müssen.
Nun musste ich dieses Jahr adhoc für das nächste planen, da der Vater meiner Nichte wissen musste, wann sie zu ihm kommen kann.
Dieses Jahr hatte mein Mann insofern etwas Pech - aufgrund eines Sportcamps der großen Tochter und der Ferienzeit NRW`S - als er keine 2 zusammenhängenden Wochen mit den Kindern hatte.
Es war erst 1 Woche, dann 1 Woche Pause und dann nochmal 9 Tage. Zusätzlich gleich die ersten beiden Ferientage, bevor ich 2 Wochen mit den Kindern weg war.
Um diese Stückelung zu vermeiden, habe ich so geplant, dass die Kinder nächsten Jahr die ersten 2,5 Wochen zu ihm können (wir starten immer Donnerstags mit den Ferien) und die 3,5 Wochen danach zwischen mir und meinen Eltern und meiner Nichte aufgeteilt werden, da sich das mit den NRW-Ferien überschneidet.
Ich musste dieses klären, während er im Uralub war und habe ihm diese Regelung so mitgeteilt.
Wichtig war mir, dass die Kinder ohne Unterbrechung bei ihm sein können.

Nun möchte er das nicht zusagen und behauptet, dass es bei ihm im Büro auch nicht mehr so leicht sei, den Urlaub zu bekommen. In den letzten 15 Jahren gab es nie Probleme, sofern man es rechtzeitig regelte, was er jedoch fast nie tut.
Für Sommerferienplanung ist erfahrungsgemäß 1 Jahr vorher schon fast zu spät. Von ihm kam aber initiativ wieder nichts im Vorfeld.

Außerdem meint er, dass es gleichberechtigt neben meinen Wünschen v.a. mit seinen passen muss und nicht mit denen meiner Schwester, worum es ja nicht geht. Sondern um den großen Wunsch der Kinder und meiner Nichte, gemeinsam Ferien zu verbringen.
Man muss dazu sagen, dass sie Kinder sich sehr lieben und sich nur 2-3x im Jahr sehen können, worauf sie sich immer wahnsinnig freuen.

Außerdem möchte er, dass die Ferien in jeweils 3 Wochen aufgeteilt werden:

Frage 1:
Wie verhält es sich mit dem "Verwandtschaftsrecht", also Recht darauf, dass meine Kinder, wie schon ihr Leben lang, eine Woche mit meinen Eltern und meiner Nichte verbringen?

Frage 2:
Ist es in Ordnung, dass ich meinem Mann die Zeitpunkte so "vorgesetzt" habe, in Absprache mit meiner Schwester unter Berücksichtigung, dass sowohl meine Nichte als auch meine Kinder 2 Wochen zu ihren Vätern können?

Frage 3:
Aufgrund der verwandtschaftlichen Verhältnisse, Gewohnheiten und Bedürfnissen würde ich, im Sinne der Kinder, die Ferien gerne in 2,5 und 2,5 Wochen aufteilen +1 Woche für meine Eltern/Nichte.
Wäre das so in Ordnung?

Ich freue mich über ihre Hilfe zu diesem Thema!
Herzliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

wie Sie bereits selbst dargestellt haben, ist in erster Linie entscheidend, was sie als Eltern regeln. Dabei gehe ich nachfolgend davon aus, dass Sie verheiratet sind und ein gemeinsames Sorgerecht haben.
Weiterhin gehe ich davon aus, dass sich die Kinder mit ihren gewöhnlichen Aufenthalt bei Ihnen befinden.
Insofern steht Ihnen zunächst das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu, also dass Sie entsprechend darstellen können, bei wem sich die Kinder aufhalten. Insofern können Sie auch bestimmen, dass in ihren Ferienzeiten, die Kinder Verwandte besuchen.
Es wäre sodann lediglich darüber noch mit dem Kindesvater zu verhandeln, wann sich die Kinder bei ihm befinden.
Insofern kann ich ihre Fragen wie folgt beantworten:
Wenn Sie das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht haben, können die Kinder mit ihrer Zustimmung auch die Verwandten besuchen. Auch dürfte dies dem Kindeswohl zuträglich sein, wenn es bereits eine lange Historie der Besuche gibt und eine besondere Bindung zwischen den Kindern und den Verwandten besteht.
Wenn ihr Mann insbesondere selbst keine Urlaubsplanung vorgelegt hat, müssen sie selbst auch tätig werden, um entsprechende Urlaube zu planen. Insofern ist es durchaus richtig, dass Sie die entsprechenden Urlaube dem Kindesvater auch so dargestellt haben.
Hinsichtlich der Aufteilung könnte dies so Erfolg haben, wobei zu berücksichtigen ist, dass dem Kindesvater in der Regel die Hälfte der Ferien zustehen kann, was vorliegend hier etwas kürzer ist. Da es keine feste Umgangsregelung gibt, sondern lediglich Absprachen erfolgten, müsste dies auch wieder durch entsprechende Absprachen so dargestellt werden.
Insofern dürfte aber, da Sie selbst dann auch nicht die Kinder in der Zeit bei den Verwandten haben, hier durchaus eine entsprechende Gleichberechtigung vorliegen.
Im Übrigen müsste der Vater dann gegebenenfalls eine gerichtliche Klärung des Umgangs herbeiführen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sehr viel anders ausfallen würde, da das Gericht hier dann auch die Interessen der Kinder in den Vordergrund stellen wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 16.08.2016 | 15:07

Sehr geehrter Herr Joachim,
herzlichen Dank für ihre Antwort, die mir schon sehr weitergeholfen hat.
Eine Nachfrage noch:
Sie schreiben, dass, da von meinem Mann keine Urlaubsplanung kam, es richtig war, ihm meine Planung dargestellt zu haben.
Bedeutet das, dass er sich dann auch an die genauen Termine, die ich genannt habe, halten muss bzw. habe ich ein Recht auf die ihm genannten Zeitpunkte habe?
Denn das ist ja der ganz wichtige Teil für die Planung.
Vielen Dank noch einmal!
Herzliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.08.2016 | 07:48

Vielen Dank für die positive Bewertung und ihre Nachfrage.
Einen konkreten rechtlichen Anspruch darauf, dass er sich an Ihre Urlaubsplanung halten muss, haben Sie leider nicht, da es an einer entsprechenden Vereinbarung fehlt. Auch ist dies im Rahmen des Umgangsrechts relativ schwierig immer konkrete Termine schon im vorab festzulegen. Dies funktioniert vielleicht für ein Jahr, weitere Jahre ist dies sicherlich schwierig zu bewerkstelligen.
Hier wird zumeist auf die Kommunikationsfähigkeiten der Eltern abgestellt, dass hier ein gemeinsamer Termin bzw. die einzelnen Urlaubsplanungen im Rahmen des Umgangsrechts so organisiert werden, dass für beide Elternteile eine vernünftige Regelung entsteht.
Insofern ist bereits allerdings aus praktischer Sicht Ihnen nichts weiter übrig geblieben, ihre Termine mitzuteilen, damit sich der Kindesvater daran ausrichten kann.
Wenn keine zwingenden Umstände dagegen sprechen, sollte es daher auch bei diesen Terminen ihrerseits bleiben und Sie auf die Einhaltung gegenüber dem Kindesvater auch pochen, insbesondere wenn er zuvor aufgefordert worden ist, selbst Termine vorzulegen, damit Sie Ihre Urlaubsplanung daran ausrichten können. Nunmehr muss er dies umgekehrt tun. Akzeptiert er ihre Termine nicht, müsste man dann eine gerichtliche Regelung finden, wobei das Gericht sicherlich auch das Verhalten des Kindesvaters im Vorfeld würdigen wird als auch ihre bereits genannten feststehenden Termine.
Gerne können Sie sich weiter an mich wenden.

Bewertung des Fragestellers 16.08.2016 | 15:10

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Eine umgehende, ausführliche Antwort auf meine akute Frage, die mir sehr weitergeholfen hat! Vielen Dank!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 16.08.2016 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68596 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Hat uns weitergeholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle Antwort, weitere Hilfestellung angeboten, Top! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle und ausführliche Antwort auf meine Frage. Auch bei der Nachfrage fühle ich mich gut aufgehoben. Sehr zu empfehlen, wenn man Hilfe braucht! ...
FRAGESTELLER