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Sohn (15) geht nicht mehr in die Schule. Aufenthaltsort unbekannt

| 17.02.2010 15:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Unser Sohn macht seit einigen Jahren Probleme: Kiffen, Diebstähle innerhalb und außerhalb der Familie etc. Seit Dezember 09 geht er nicht mehr in die Realschule, die er bis dahin mit eigentlich befriedigendem Erfolg besucht hat.

Seit Juni 09 haben wir eine Erziehungshilfe vom Jugendamt. Mit dem Jugendamt haben wir dann eine Internatsunterbringung (kein Heim) in einem etwas weiter entfernten Ort veranlasst. Ende Januar war er dort auch für 2 Wochen. Beim "ersten Heimaturlaub" stellte er fest, dass er dort nicht mehr hinwolle. In der Familie hat er aber seinen "Kredit" ebenfalls verspielt. Seit dem ist er bei Freunden unterwegs, die wir nicht kennen, schläft dort, ist mit Obdachlosen gesehen worden. Wir wissen nicht wo er sich genau seit 3 Wochen aufhält.

Das Jugendamt meint, er solle jetzt mal lernen, wie das Leben so sein kann und kann auch nichts weiter tun.

Nun meine Frage: Welche Möglichkeiten haben wir als Eltern dem Sohn "zwangsmäßig" in eine Schule und/oder eine andere Einrichtung zu überführen? Wir können ihn doch nicht auf der Straße leben lassen!

Vielen Dank.

gez. ein verzweifelter Vater...

Sehr geehrter Ratsuchender,


da Ihre Sorge hier wohl nicht unberechtigt ist, sollten Sie zunächst nochmals mit dem Mitarbeiter des Jugendamtes sprechen und diesem auch auf die Vorschrift des § 42 SGB VIII nahezulegen.

Denn nach dieser Vorschrift besteht seitens des Jugendamtes die Verpflichtung, einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wobei sogar freiheitsentziehende Maßnahmen zulässig sein können, wenn eine Gefahr für Leib und Leben des Jugendlichen oder auch Dritter nicht anders abzuwenden ist.

Hier sollte auch ggfs. der Behördenleiter zu dem Gespräch hinzugezogen werden, um insoweit Nachdruck auszuüben, da die Einstellung des Sachbearbeiters, Ihr Sohn solle erst einmal das Leben kennen lernen, liegt völlig neben der Sache und das Jugendamt wird dann sicherlich seine Pflichten verletzen, wenn es hier nicht tätig wird.


Fruchtet ein solches - sehr kurzfristig zu führendes - Gespräch nicht, können Sie dann beim Familiengericht über einen Antrag nach §§ 1631, 1631b BGB sogar die Unterbringung beantragen, wobei dieses aber ausreichend begrundet werden muss, so dass anwaltliche Vertretung mehr als sinnvoll erscheint.

Führt das Gespräch mit dem Jugendamt also nicht zum gewünschten Erfolg, sollten Sie spätestens dann einen Rechtsanwalt beauftragen, um die gerichtliche Unterstützung herbeizuführen.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 17.02.2010 | 16:14

Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort- Diese Möglichkeit haben wir schon in Betracht gezogen.

Nur: Wie weise ich nach, dass Gefahr für Leib und Leben besteht?

Wenn sich Sohnemann beim Aufgreifen (z.B. durch die Polizeit) bester Gesundheit (auch nicht durch Rauschmittel beeinträchtig) erfreut, mitteilt, dass er bei einer uns nicht bekannten Person lebt und beteuert, dass es ihm gut gehe und wir uns keine Sorgen machen müssen...so hat uns die Polizei mitgeteilt, wäre sie nicht handlungsbefugt, da Freiheitsberaubung.

Was tun?

Viele Grüße


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.02.2010 | 16:30

Sehr geehrter Ratsuchender,


so ist es nicht, da Sie die elterliche Sorge haben und Ihnen auch nach § 1631 BGB die Pflicht obliegt, u.a. den Aufenthalt zu bestimmen. Hierbei sind Sie auch vom Familiengericht und Jugendamt zu unterstützen, müssen dieses aber mit Nachdruck geltend machen.

Daher hat auch nicht etwa Ihr Sohn das Recht, seinen Aufenthalt selbst zu bestimmen, so dass Sie sich keinesfalls auf die fehlerhaften Angaben der Polizeibeamten verlassen sollten. Dann sollte die richterliche Entscheidung vorgelegt werden, so dass die Beamten dann nachlesen können, welche "Handlungsbefugnisse" Ihnen seitens des Familiengerichtes aufgegeben worden sind.

Die genaue Begründung kann an dieser Stelle ohne Kenntnis der Gesamtumstände abgegeben werden, aber kein Familienrichter wird dann angesichts Ihrer Sachverhaltsschilderung, der Vorbelastung und der offenbar ungünstigen Sozialprognose dann Ihren Sohn "auf der Straße" belassen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers 19.02.2010 | 11:42

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Stellungnahme vom Anwalt:
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