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Software B2B Vertrieb Neukundenakquise / E-Mail Versand nach Telefonat erlaubt?

17.09.2018 00:03 |
Preis: 60,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von


22:33
Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,
sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

ich bin aktuell im B2B Vertrieb bei einem Softwarehersteller für die Bauindustrie tätig.
Die Ansprechpartner bei den Zielkunden identifiziere ich in der Regel über die sozialen Netzwerke Xing und LinkedIN. In erster Linie sind dies Bauleiter / Projektleiter, die bei Bauunternehmen aktiv sind.
Im nächsten Schritt nehme ich telefonisch Kontakt auf zu den Ansprechpartnern. Am Ende des Telefonats erfrage ich die E-Mail Adresse des Ansprechpartners.
Je nach Inhalt des Gespräches und Vereinbarung mit dem Ansprechpartner am Telefon versende ich eine E-Mail mit folgenden Inhalten:
- Eine E-Mail mit meinen Kontaktdaten und Link zu der Firmenwebseite
- Eine E-Mail mit einem Link zu einer Fallstudie (Youtube Link). Hier wird kurz erläutert wie bei einem Wettbewerber eine bestimmte Herausforderung (z.B. schnelle Abarbeitung von Baumängeln) gelöst wurde.
- Eine E-Mail mit einer Terminbestätigung für ein Vor-Ort Gespräch und ggf. einem Link (Youtube Video) zu einer Fallstudie.

Weitere E-Mails werden nicht versandt falls keine Rückmeldung seitens des Kunden erfolgt. Es erfolgt auch keine Aufnahme in unseren Newsletter System.

Es kommt auch mal vor, dass der Ansprechpartner telefonisch nicht erreicht werden kann.
In diesem Fall wird das Gespräch häufig mit der Assistentin geführt und anschließend erhält die Assistentin eine E-Mail und der eigentliche Ansprechpartner wird in Kopie der E-Mail gesetzt.
Oder die Assistentin bestätigt mir die E-Mail Adresse des Ansprechpartners und dieser erhält anschließend eine E-Mail von meiner Person.

Ich denke täglich verfahren tausende B2B Vertriebler vergleichbar bei der Kundenakquise.

Fragen:
1. Sehen Sie Konflikte bei der o.g. Vorgehensweise mit der aktuellen Gesetzeslage (z.B. UWG oder DSGVO)?
2. Wenn ja, welche Parameter müssten angepasst werden um gesetzeskonform zu agieren (z.B. Anpassung der E-Mail Inhalte, Einholung der Erlaubnis für den einmaligen E-Mail Versand etc.)?
3. Wenn ja, wie hoch ist die Gefahr einer Abmahnung?

Bitte keine allgemeinen Informationen zum Thema "E-Mail Double-Opt-In", danke.

Mit freundlichen Grüßen
17.09.2018 | 01:30

Antwort

von


(116)
Kapitelshof 36
53229 Bonn
Tel: 0228 / 90 888 32
Web: http://www.dietrich-legal.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Ich sehe hier keinerlei Probleme in der Handhabung der personenbezogenen Daten. Wenn während des Telefongesprächs die E-Mail Adresse herausgegeben wird und auch der Zweck der Verwendung genannt wird, liegt in der Herausgabe eine Einwilligung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. a) DSGVO.

Sie müssen jedoch in den E-Mails, die Sie versenden darauf hinweisen, dass die Einwilligung widerrufen werden kann (gemäß Art. 7 Abs. 3 DSGVO). Es empfiehlt sich hierbei durch einen kurzen Abschnitt den Geschäftspartner auf alle Rechte hinzuweisen (Löschung, Auskunft, Beschränkung, Übertragung, Beschwerde ...).

Ein Problem bezüglich der vorausgehenden telefonischen Kontaktaufnahme gibt es nach dem UWG auch nicht, denn die Kaltakquise ist erlaubt, wenn der Geschäftspartner ein mutmaßliches Interesse an den von Ihnen angebotenen Leistungen hat. Dies ist Ihrer Schilderung nach zu urteilen hier gegeben.

Einzig die Verarbeitung von Daten, die ein Assistent herausrückt, kann problematisch sein. Denn Assistent kann nicht wirksam für einen Dritten (den Vorgesetzten) einwilligen, solange dieser nicht dazu bevollmächtigt ist. Ob eine solche Vollmacht vorliegt, können Sie nicht überprüfen. Daher ist die rechtssichere Lösung, dass der Assistent Ihre E-Mail an den Vorgesetzten weiterleitet und sich dieser ggf. bei Ihnen zurück meldet, womit er die Einwilligung konkludent erteilt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 17.09.2018 | 21:51

Sehr geehrter Herr Dietrich,

haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung.
Bitte erlauben Sie mir abschließend noch zwei Fragen:

1. "Sie müssen jedoch in den E-Mails, die Sie versenden darauf hinweisen, dass die Einwilligung widerrufen werden kann (gemäß Art. 7 Abs. 3 DSGVO). Es empfiehlt sich hierbei durch einen kurzen Abschnitt den Geschäftspartner auf alle Rechte hinzuweisen (Löschung, Auskunft, Beschränkung, Übertragung, Beschwerde ...)."
Wie könnte konkret in meinem Fall ein Hinweis in der E-Mail aussehen?

2. "Einzig die Verarbeitung von Daten, die ein Assistent herausrückt, kann problematisch sein. Denn Assistent kann nicht wirksam für einen Dritten (den Vorgesetzten) einwilligen, solange dieser nicht dazu bevollmächtigt ist. Ob eine solche Vollmacht vorliegt, können Sie nicht überprüfen. Daher ist die rechtssichere Lösung, dass der Assistent Ihre E-Mail an den Vorgesetzten weiterleitet und sich dieser ggf. bei Ihnen zurück meldet, womit er die Einwilligung konkludent erteilt."
Grundsätzlich ist ihr Hinweis nachvollziehbar für mich. In der Praxis jedoch werden die E-Mails von Assistenten nicht immer weitergeleitet. Wäre es möglich hier einen "Trick" anzuwenden um den Ansprechpartner doch direkt zu erreichen? Zum Beispiel den Ansprechpartner in Kopie (Cc) der E-Mail setzen? Oder in der E-Mail behaupten die Assistentin hat ausdrücklich mich gebeten den Ansprechpartner direkt anzuschreiben? Oder den Entscheider direkt anschreiben - ohne etwas in der E-Mail zu erwähnen - und im Falle einer Klage mit einer entsprechenden "Ausrede" argumentieren. Fallen Ihnen noch Alternativen ein, die sich nicht allzu negativ auf mein Karma auswirken?

Ihnen noch eine schöne Restwoche.

Freundliche Grüße aus Frankfurt.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.09.2018 | 22:33

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Zu 1: Sie könnten z.B. eine Formulierung wie folgt verwenden:

"Sie haben gemäß Art. 15 DSGVO das Recht, über die Sie betreffenden personenbezogenen Daten Auskunft zu erhalten. Auch können Sie gemäß Art. 16 DSGVO die Berichtigung unrichtiger Daten verlangen. Darüber hinaus steht Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen nach Art. 17 DSGVO das Recht auf Löschung von Daten, gemäß Art. 18 DSGVO das Recht auf Einschränkung der Datenverarbeitung sowie das Recht auf Datenübertragbarkeit nach Art. 20 DSGVO zu.

Die Verarbeitung Ihrer E-Mail Adresse und den weiteren von Ihnen angegebenen Daten erfolgt aufgrund Ihrer Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. a) DSGVO. Sie haben das Recht, die Einwilligung für die zukünftige Verarbeitung gemäß Art. 7 Abs. 3 DSGVO zu widerrufen.

Sie haben ferner gemäß Art. 77 DSGVO das Recht, sich bei der zuständigen Aufsichtsbehörde für den Datenschutz zu beschweren, wenn Sie der Ansicht sind, dass die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten nicht rechtmäßig erfolgt."


Zu 2:

Wenn der Ansprechpartner in CC gesetzt wird, würde dies nichts ändern, da trotzdem eine Verarbeitung im Sinne der DSGVO stattgefunden hat. Sie können natürlich die von Ihnen beschriebenen Wege gehen, allerdings stehen Sie im Fall der Fälle in der Beweislast. Eine schlichte Behauptung, dass die Zustimmung vorlag oder die Assistentin dies gesagt hätte, würde Ihnen daher nicht helfen. Dies wäre also ein Risiko. Hier gibt es leider keine rechtssichere Alternative, die in Ihrem Sinne wäre.

Eine Ausnahme bestünde nur, wenn die E-Mail Adresse des Ansprechpartners nicht den Klarnamen der Person beinhaltet (also z.B. info@xyz.de, mail@... etc.). Dann liegen nämlich gar keine personenbezogenen Daten vor. Die DSGVO findet nämlich im B2B Verhältnis zunächst gar keine Anwendung. Allerdings wird dies überlagert, wenn eben doch Daten im Spiel sind, die auch dem Privatbereich entstammen (Namen, Geburtsdatum die oft Teil der Mail-Adresse sind).

Viele Grüße
Alexander Dietrich

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