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Sind diese beiden Ladendiebstähle und Fingerabdrücke von vor 23 Jahren bei der Polizei und Gericht n

21.04.2008 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


13:35
Guten Tag,

Leider habe ich spontan in einem Kaufhaus ein Kleidungsstück gestohlen und wurde von den Kaufhausdetektiven am Ausgang gestellt. Wert 40 Euro. Vor ca. 23 Jahren, als Jugendliche, habe ich schon zweimal Ladendiebstahl begangen. Strafe damals beim 1. Mal Sozialstunden und beim 2. Mal ein Wochenende Jugendarrest (o.ä.) und erkennungsdienstliche Behandlung (Fingerabdrücke).

Sind diese beiden Taten und Fingerabdrücke bei der Polizei und Gericht noch vermerkt oder vollständig gelöscht? Falls es nicht gelöscht ist, wird sich meine Strafe dadurch erhöhen? Gelte ich als vorbestraft? Wird es zu einer Gerichtsverhandlung kommen oder wie gut stehen meine Chanchen "nur" eine Geldstrafe per Strafbefehl zu bekommen? Ist es sinnvoll, einen Rechtsanwalt zu beauftragen oder kann ich auch nach dem Urteil einen Anwalt aufsuchen und ein evtl. hohes Urteil (Gefängnis) anfechten?
Kommt evtl. eine Freiheitsstrafe oder Arbeitsstunden auf mich zu? Ich habe 3 Kinder, und der jüngste ist noch nicht im Kindergarten, daher wäre das eine Katastrophe für mich. Würden Sie mir empfehlen,in den Anhörungsbogen zu schreiben, daß ich mich um die Kinder kümmern muß und Arbeitsstunden auch kaum möglich sind? Zudem noch ein Elternteil schwerst krank. Oder interessieren solch private Dinge keinen Richter?
Bitte noch eine Frage zu den Einkommensverhältnissen im Anhörungsbogen: bin Hausfrau ohne eigenes Einkommen, gebe ich das Haushaltsgeld für die 5köpfige Familie an oder nur meinen eigenen Anteil davon? Raten Sie mir dazu die freiwilligen Angaben auszufüllen und mich zur Sache zu äußern?

Vielen Dank für Ihre Antwort!
21.04.2008 | 13:37

Antwort

von


(67)
Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: http://www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen beantworte ich Ihnen gerne wie folgt:

Zunächst einmal möchte ich Ihnen Ihre größte Sorge nehmen. Für den von Ihnen begangenen Ladendiebstahl werden Sie nach Ihrer Schilderung keinesfalls ins Gefängnis müssen. Auch eine Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden würde, halte ich für äußerst unwahrscheinlich, so dass Sie im Falle einer Verurteilung (in einer mündlichen Verhandlung oder per Strafbefehl) mit einer Geldstrafe zu rechnen haben.

Ich rate Ihnen dennoch, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen, soweit dies Ihre finanziellen Möglichkeiten zulassen. Aufgrund der von Ihnen genannten Fakten erscheint eine Einstellung des Verfahrens gemäß § 153 StPO möglich. Sie müssten dann keine Gerichtskosten zahlen und wären auch nicht vorbestraft. Wenn dies nicht erreicht werden kann, sollte an eine Einstellung z.B. gegen eine Geldauflage gemäß § 153a StPO oder zumindest an die Erledigung der Sache mittels Strafbefehl gedacht werden.

Die beiden von Ihnen genannten Verfehlungen als Jugendliche dürfen nicht mehr zu Ihrem Nachteil verwendet werden. Sie stehen nicht (mehr) im Bundeszentralregister bzw. im Erziehungsregister, da diese Eintragungen gem. § 63 BZRG mit Vollendung Ihres 24. Lebensjahres gelöscht wurden. Sie gelten also dementsprechend als nicht vorbestraft.

Wenn Sie einen Anwalt aufsuchen wollen, sollten Sie sich jetzt gegenüber der Polizei nicht selber zur Sache äußern. Sie sind dazu nicht verpflichtet. Der Gebrauch Ihres Schweigerechts wird auch keine negativen Folgen für Sie haben.
Wenn Sie einen Anwalt aufsuchen, wird dieser Akteneinsicht beantragen. Nach Erhalt der Akteneinsicht wird dieser dann versuchen, eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen. Ob Sie ausnahmsweise vor Erhalt der Akteneinsicht eine Stellungnahme abgeben, sollten Sie mit dem Anwalt besprechen. Wenn die Sache klar ist (dies scheint hier der Fall zu sein), halte ich zumindest ein kurzes Entschuldigungsschreiben an das Geschäft sowie ein schriftliches kurzes Geständnis gegenüber der Polizei für möglich.

Sollten Sie keinen Anwalt beauftragen wollen, sollten Sie auf die Aufforderung der Polizei reagieren und die Straftat zugeben. Ihre Einkommensverhältnisse sollten Sie wahrheitsgemäß angeben. Schreiben Sie also, wie viel Haushaltsgeld Sie erhalten und wie viel davon für Sie persönlich ist.

Wegen der von Ihnen angesprochenen Arbeitsstunden brauchen Sie nichts zu veranlassen, weil ich es für sehr unwahrscheinlich halte, dass diese „angeordnet“ werden. Im Übrigen wäre dies nur mit Ihrem ausdrücklichen Einverständnis möglich (vgl. § 153a StPO). Anders als im Jugendstrafrecht werden im Erwachsenenstrafrecht grundsätzlich keine Arbeitsstunden angeordnet.

Sollten Sie zu einer Geldstrafe verurteilt werden, erfolgt ein Eintrag der Verurteilung in Ihr Führungszeugnis nur, wenn die Geldstrafe mind. 91. Tagessätze beträgt. Dies halte ich für eher unwahrscheinlich. Vorbestraft im rein juristischen Sinn sind Sie bei jeder Verurteilung, unabhängig von der Höhe der Strafe.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen konnte. Bei Bedarf können Sie gerne eine kostenlose Nachfrage stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin

Tel.: 030 / 397 492 57
Fax: 030 / 397 492 79

www.kanzlei-cziersky.de
kontakt@kanzlei-cziersky.de


Nachfrage vom Fragesteller 22.04.2008 | 12:15

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort, sie hat mir sehr geholfen.
Sie schreiben, es fallen evtl. Gerichtskosten an. Wie hoch sind diese? Wenn ich einen Anwalt beauftrage, wie hoch werden die Kosten sein und sollte ich einen Anwalt vor Ort aufsuchen oder könnten Sie das aus der Ferne genauso gut erledigen? Wenn ich das Urteil erst einmal auf mich zukommen lasse, könnte es nachher von einem Anwalt angefochten werden?
Noch eine Frage zu den Fingerabdrücken: sind die nach ca. 23 Jahren auch jeden Fall gelöscht oder muß das beantragt werden?

Herzlichen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.04.2008 | 13:35

Sehr geehrte Fragestellerin,

Die Gerichtskosten müssen Sie wie gesagt nur dann tragen, wenn Sie mittels Urteil oder Strafbefehl verurteilt werden. Die Gerichtskosten betragen dann (in Ihrem Fall) 120,- €, im Falle eines Strafbefehls 60,- €.

Als Strafverteidiger bin ich bundesweit tätig und kann daher auch ohne weiteres Ihre Verteidigung übernehmen. Erhöhte Kosten sind damit nicht verbunden, wenn es nicht zu einer mündlichen Verhandlung kommt (wofür in Ihrem Fall sehr viel spricht). Natürlich können Sie sich auch noch gegen ein bereits ergangenen Urteil wehren, in dem Sie Berufung oder Revision einlegen. Gegen einen Strafbefehl kann Einspruch eingelegt werden. Allerdings kann ein Anwalt am meisten im Ermittlungsverfahren erreichen. Wenn erst einmal ein Termin für eine Hauptverhandlung anberaumt ist, sind die Einflussmöglichkeiten des Anwalts sehr viel geringer.

Die Kosten der Beauftragung eines Strafverteidigers richten sich grundsätzlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Sollte das Verfahren gegen Sie mit anwaltlicher Hilfe tatsächlich eingestellt werden, würden folgende Anwaltskosten nach dem RVG anfallen (Mittelgebühren):

1. Grundgebühr: 165,- €
2. Verfahrensgebühr: 140,- €
3. Erledigungsgebühr: 140,- €
4. Post- und Telekommunukationspauschale: 20,- €
5. kopierkosten: ca. 30,- €
6. 19 & Umsatzsteuer

Insg.: ca. 600,- €

Die Fingerabdrücke sind nicht in jedem Fall gelöscht. Grundsätzlich muss dies beantragt werden. Eine Beantragung ist nach Ablauf von 10 Jahren möglich. Nähere Infos dazu erhalten Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Für eine Verteidigung stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Rufen Sie mich einfach in meiner Kanzlei an.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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