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Sind Sportstatistiken geistiges Eigentum?


| 09.12.2007 13:00 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo liebe Wissende!

Ich bin mir darüber voll und ganz im klaren, dass Webseiteninhalte textueller oder grafischer Natur als schützenswertes, geistiges Eigentum betrachtet werden (können).

Aber wie sieht das mit rohem Zahlenmaterial aus?

Im konkreten Fall stellt sich mir die Frage, ob ich Sprtstatistiken (Fußball-Tabellen, Daten zu Sportlern (Größe, Gewicht,...) etc.) für meine Seite einfach von anderen Internetseiten kopieren darf.
Gibt es hier gestezliche Hürden? Macht es dabei einen Unterschied, ob Sie von einem Menschen abgeschrieben, oder vollautomatisch von einem Computer kopiert werden?
Es würde sich um eine kopie des Dateninhalts handeln. Die Präsentation der Daten würde dabei grundsätzlich üerarbeitet werden.
09.12.2007 | 13:31

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Seit dem 01.01.1998 stehen auch Datenbanken unter einem besonderen Schutz, der dem Hersteller der Datensammlung ein sogenanntes Leistungsschutzrecht gewährt, § 4 Abs. 1 UrhG.

2.Dieser Schutz besteht für Datensammlungen, wenn sie aufgrund der Auswahl oder Anordnung der Elemente eine persönliche geistige Schöpfung sind. Ebenso sind Datenbanken selbst schutzwürdig, wenn dessen Elemente systematisch oder methodisch angeordnet und einzeln mit Hilfe elektronischer Mittel oder auf andere Weise zugänglich sind. Nach Ihrer Schilderung wäre auch die statistische Erfassung von Daten – vorbehaltlich einer konkreten Prüfung – schutzwürdig, wenn die Daten systematisch oder methodisch angeordnet sind.

3.Die Kopie der Daten kann darüber hinaus ein Verstoß gegen die guten Sitten im Wettbewerb darstellen, wenn der Wettbewerber große Anstrengungen unternommen hat, um die Daten zu ermitteln und auch in eine elektronische Datenbank zu fassen. Vergleichbar ist Ihr Fall der Statistiken mit dem vom Bundesgerichtshof bereits entschiedenen Fall der Kopie der elektronischen Telefonbuchdaten:

Urteile des BGH, I ZR 199/96, 5/97, 210/96 und 211/96: Der urheberrechtliche Schutz ist danach nicht auf elektronische Datensammlungen beschränkt. Er gilt auch für herkömmliche Telefonbücher. Ferner sah das Gericht in der Übernahme der Telefonbuchdaten einen Verstoß gegen die guten Sitten im Wettbewerb. Die Telefonbücher wurden von der DT-Medien unter Einsatz erheblicher Mühen und Kosten erstellt. Das Unternehmen muss es daher nicht hinnehmen, dass ein anderer die zusammengetragenen Daten (circa 30 Millionen Einträge) für Vertriebszwecke übernimmt. Unerheblich war für den Bundesgerichtshof im Übrigen, ob die Datenübernahme durch Einscannen der Telefonbücher oder - wie in einem Fall - durch Abschreiben der Inhalte durch mehrere hundert Chinesen erfolgte.

4.Für Ihren Fall besteht nach Ihrer kurzen Schilderung zumindest ein nicht unerhebliches Risiko, dass Sie eine urheberrechtliche oder wettbewerbsrechtlich relevante Verletzung begehen. Sie sollten daher vor Umsetzung Ihres Projektes die Angelegenheit umfassend prüfen lassen.




Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
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80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

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Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


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Danke für die schnelle und gut begründete Antwort. Leider ist die Rechtslage hier wohl etwas eindeutiger, als ich gehofft hatte :-(


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