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Sind Schenkung oder Vermächtnis auf Zugewinn anzurechnen?

06.07.2005 14:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
A überlegt, seinem Sohn b einen bestimmten Vermögenswert zuzuwenden.

Er erwägt 2 Varianten:

1. Schenkung zu Lebzeiten
2. Letztwillig Verfügung (Testament): Vermächtnis

Bei beiden Varianten stellt sich die Frage, ob Sohn b - sei es un als Beschenkter oder im Falle der Variante 2 als Vermächtnisnehmer (dann aber erst nach dem Tod des A) diese Schenkung als Zugewinn gelten lassen muß? (b ist verheiratet und lebt in Zugewinngemeinschaft und lebt derzeit getrennt von seiner Frau, Scheidungsantrag wurde allerdings noch nicht eingereicht).

Sind die Schenkung oder das Vermächtnis (Vermächtnis natürlich erst nach dem Tod des Vaters) auf den Zugewinn anzurechnen??

Falls ja, stellt sich die Frage, ob der Vater also a, die Schenkung bzw. das Vermächtnis (Testament) mit einem Zusatz versehen kann, der dies verhindert??
06.07.2005 | 15:01

Antwort

von


(141)
Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: http://www.glatzel-partner.com
E-Mail:

Sehr geehrter Rechtssuchender,

erbt der Sohn vom Vater aufgrund eines Vermächtnisses von Todes wegen, dann ist der Wert der Vermächtnis dem Sohn nicht als Zugewinn gem. § 1374 Abs.2 BGB zuzurechnen, sondern seinem Anfangsvermögen.

Der Zugewinn errechnet sich ja bekanntlich dadurch,dass vom Endvermögen das Anfangsvermögen abgezogen wird und die hieraus entstehende Differenz der Zugewinn ist, § 1373 BGB. Je grösser das Anfangsvermögen ist, desto geringer fällt dann natürllich die Differenz aus.

Etwas anders sieht es bei Schenkungen unter Lebenden aus.
Normalerweise fallen Schenkungen in den Zugewinn. Nur wenn durch die Schenkung ein Erbfall vorweggenommen werden soll, fällt die Schenkung nicht in das Anfangsvermögen sondern wie das Vermächtnis von Todes wegen in das Anfangsvermögen.
Zur genauen Ausgestaltung einer solchen Schenkung sollten Sie einen Notar zu Rate ziehen.

Des Weiteren sollten Sie daran denken, dass Vermögen, das nach Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages erworben wird, nicht in mehr in den Zugewinn fällt. Wird also nach Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages Schenkungen an den Sohn ausgeführt, erhöht dies nicht mehr sein Endvermögen, so dass hierdurch kein zusätzlicher Zugewinn ensteht, § 1384 BGB.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

ANTWORT VON

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