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Sind Angehörige zur Übernahme Bestattungskosten verpflichtet?

| 17.05.2009 13:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Ende April ist meine Mutter verstorben. Am selben Tag habe ich den Auftrag für die Beerdigung erteilt. Ich habe noch 2 Geschwister, einen habe ich am selben Abend informiert, von dem anderen hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine Adresse.
Es gab einen Lebensversicherungschein (Trauerfall - Vorsorge) die auf meinen Namen lautet. Von dieser konnte ich die Beerdigung bezahlen.
Das Erbe wurde von mir ausgeschlagen. Vermutlich lehnen auch meine Geschwister ab, da eine Insolvenz bestand.
Mit dem Beerdigungsinstitut wurde ausgemacht, die Rechnung zu 3 gleichen Teilen auch an meine Geschwister zu senden (vorgestreckt wurde aber schon alles von mir). Da nur ich mich die letzten Jahre um meine Mutter gekümmert habe, sehe ich nicht ein das ich jetzt auch noch alles zahlen soll.
Meine Brüder haben sofort gesagt das sie nicht zahlen.
Meine Fragen:

1.Sind sie verpflichtet zu zahlen, oder muss das von mir durch die Auszahlung der Versicherung erfolgen? Einer ist Arbeitslos, der andere muss Unterhalt zahlen (vermutlich nichts zu holen). Von der Versicherung wissen sie nichts. Ich verdiene ca. 1100 Euro netto.

2.Wird das Gehalt meines Lebensgefährten mit einberechnet?

3.Sollte eine Zahlungsverpflichtung bestehen, kann ich das Geld nur durch eine Klage erhalten (wer zahlt dann die Kosten)?

4.Muss ich meine Geschwistern die Versicherung melden?

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Grundsätzlich haben die Erben nach § 1968 BGB die Beerdigungskosten zu tragen

Haben sämtliche in Betracht kommende Erben die Erbschaft ausgeschlagen, haften die Unterhaltsverpflichteten nach § 1615 Abs. 2 BGB für die Beerdigungskosten, soweit diese von einem Erben nicht zu erlangen sind.

Dies würde in Ihrem Fall bedeuten, dass Sie die Kosten der Beerdigung zu tragen haben, da ich an Hand Ihrer Darlegung davon ausgehe, dass Sie die letzten Jahren Ihrer Mutter Unterhalt, ggf. durch persönliche Betreuung übernommen haben und Ihre Geschwister nicht leistungsfähig sind.

Sofern auch bei Ihnen, Zweifel an Ihrer Leistungsfähigkeit bestehen, ist vorrangig noch vorhandenes Vermögen Ihrer Mutter (hier Betrag aus der Lebensversicherung) zur Deckung der Beerdigungskosten einzusetzen.

Das Gehalt Ihres Lebensgefährten wird nicht mit berücksichtigt.

Eine Zahlungsverpflichtung Ihrer Geschwister ist derzeit nicht zu erkennen.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass derjenige, der den gerichtlichen Prozess verliert, auch die Kosten dafür zu tragen hat. Sofern Ihnen keine Prozesskostenhilfe gewährt wird, müssten Sie jedoch mit Gerichtskosten und ggf. Anwaltskosten in Vorleistung gehen.

Sofern Ihre Geschwister die Erbschaft ebenfalls ausgeschlagen haben und Sie als bezugsberechtigte Person im Todesfall aus der Lebensversicherung gelten, müssen Sie darüber Ihre Geschwister nicht in Kenntnis setzen.

Bedauerlicherweise lässt sich hinsichtlich der Übernahme der Beerdigungskosten kein günstigeres Ergebnis mitteilen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen dennoch einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 17.05.2009 | 15:08

Habe mich wohl falsch ausgedrückt. Meine Mutter wurde nicht finanziell unterstützt. Gemeint waren Besuche, Gespräche, Besorgungen und Pflege der Tiere bei Abwesenheit. Dachte meine Geschwister wären in diesem Fall zahlungspflichtig. Auf der Police der Versicherung steht Trauerfall - Vorsorge, ist also glaube ich keine Lebensversicherung.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.05.2009 | 15:27

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Ich bin schon zutreffenderweise davon ausgegangen, dass eine Unterhaltszahlung durch Sie nicht erfolgte.

Eine Unterhaltsverpflichtung wurde an Hand tatsächlicher Betreuung angenommen.

Dies kann jedoch auch dahingestellt bleiben, da selbst bei keinem vorhandenen Erben und auch nicht bestehender Unterhaltsverpflichtung der Kinder mangels Leistungsfähigkeit, die Beerdigungskosten aus der Versicherung zu zahlen sind.

Es spricht hier auf Grund Ihrer Angaben alles dafür, dass diese Versicherung gerade auf die Deckung der Beerdigungskosten im Todesfall abgeschlossen wurde.

In diesem Fall besteht kein Anspruch auf Erstattung der Beerdigungskosten gegen Ihre Geschwister.

Auch die Vereinbarung mit dem Bestattungsunternehmen, dass die Kosten durch sämtliche Kinder zu tragen sind, bindet Ihre Geschwister nicht, die Beerdigungskosten zu übernehmen, da dies einen Vertrag zu Lasten Dritter darstellen würde, der nichtig ist, sofern Sie nicht durch Ihre Geschwister mit deren Vertretung beauftragt worden sind.

Sofern Ihre Geschwister nicht Erben geworden sind, besteht dennoch diesen gegenüber keien Auskunftspflicht bzgl. der Versicherung.

Ich hoffe, ich konnt Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Für zukünftige Fragen und Problemlösungen stehe ich Ihnen jederzeit gerne wieder zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.05.2009 | 13:45

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