Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sicherung der Kosten eines Hausbaus auf fremden Grund

| 07.08.2012 15:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Meine seit kurzem verheiratete Tochter baut gemeinsam mit ihrem Mann ein "Zuhaus" zu einem bestehenden Bauernhof, der noch einige Jahre von den Schwiegereltern bewirtschaftet wird. Ihr Mann wird später den Bauernhof (und das neue Haus) erben.
Das Grundstück für das neue Haus kann nicht weggemessen werden, da es sich offiziell um eine Betriebsleiterwohnung handelt.

Ich möchte meine Tochter finanziell beim Hausbau unterstützen, d.h. ihr eine großzügige Schenkung machen.

Meine Fragen:
- wie kann sich meine Tochter absichern, um im Falle einer Trennung ihr Geld wieder zu bekommen ?
- soll sie einen Vertrag mit dem Grundstückseigentümer (=Hofeigentümer, Schwiegervater) machen ? Wenn ja, welchen ?
- soll sie einen Vertrag mit ihrem Mann machen ?
- soll sie Rechnungen vom Haus-Neubau bezahlen oder das Geld ihrem Schwiegervater geben (leihen, schenken,.... ?? )

Vielen Dank !

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes unter Berücksichtigung des Einsatzwertes im Rahmen einer Erstberatung gerne wie folgt beantworten:

Zunächst sei vorangestellt, dass sich Ihr Anliegen hier ohne Kenntnis näherer Details nicht abschließend beurteilen lässt. Eine umfassende anwaltliche Beratung, über eine konkrete Ausgestaltung eines möglichen Vertrages kann im Rahmen eine Erstberatung nicht erbracht werden.

1.
Zur Frage, mit wem Ihre Tochter einen Vertrag schließen soll, um ihr Geld im Falle einer Trennung zu sichern(?)

Da Ihre Tochter in den Anbau an ein fremdes Haus investieren will, könnte sie mit dem derzeitigen Eigentümer, dem Schwiegervater, einen Vertrag schließen.
Insoweit könnte sie einen Darlehensvertrag schließen, bei dem das Darlehen nur im Falle einer Trennung von ihrem Ehemann zurückgezahlt werden soll. Allerdings ist fraglich, ob der Schwiegervater auf solch einen Vertrag eingehen wird, da er als Schuldner ihrer Tochter gar keinen Einfluss auf die Fälligkeitsbedingung "Trennung" hätte.

Auch könnte Ihre Tochter einen Vertrag mit ihrem Ehemann über ein privates Darlehen schließen, welches er dann an Ihre Tochter im Falle einer Trennung zurückzahlen soll.
Hier ist allerdings zu beachten, dass die beiden verheiratet sind und je nach dem welcher Güterstand vereinbart ist, Ihre Schenkung bzw. das dann geerbte Anwesen im Rahmen des Zugewinnausgleichs berücksichtigt werden könnte.
Insoweit würde auch die Möglichkeit bestehen, diese Angelegenheit im Rahmen einse Ehevertrages zu regeln.

2.
Zur Frage, ob sie Rechnungen vom Haus-Neubau bezahlen oder das Geld ihrem Schwiegervater geben, leihen, schenken soll(?)

Bei einer Schenkung hätte Ihre Tochter grundsätzlich keinen Anspruch gegenüber dem Schwiegervater das Geld zurück zu fordern.

Das ergibt sich bereits aus dem Begriff der Schenkung gem. § 516 BGB:

"Eine Zuwendung, durch die jemand aus seinem Vermögen einen anderen bereichert, ist Schenkung, wenn beide Teile darüber einig sind, dass die Zuwendung unentgeltlich erfolgt."

Einen Anspruch auf Rückzahlung hätte sie aber wenn ein Darlehensvertrag vereinbart werden würde. Wenn ein solcher vereinbart wurde, kann die Auszahlung des Darlehens dadurch erfolgen, indem Ihre Tochter gleich die Rechnungen des Dritten bezahlt. Eine konkrete Abrede wäre in diesem Falle von Vorteil.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geboten zu haben.


Bei Verständnisproblemen nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen

Anke Thiede
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2012 | 10:28

Vielen Dank für Ihre Antwort !

Meine Tochter hat keinen Ehevertrag, d.h. Zugewinngemeinschaft.

Nach Ihren Erklärungen und Hinweisen könnte ich mir folgende Lösung vorstellen:
- Vertrag mit dem Ehemann, nicht mit dem Schwiegervater

Inhalte:
- Darlehenshöhe Euro xxxx
- Darlehenszweck: Hausbau
- keine Verzinsung
- Rückzahlung bei Trennung
- Schenkung an Tochter wird nicht als Zugewinn gewertet
- Auszahlung des Darlehens durch Bezahlung von Rechnungen an Dritte

Sehen Sie hier ein Problem, das ich noch beachten sollte ?
Reicht es, einen solchen Vertrag als Privatvertrag ohne Notar zu machen ?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.08.2012 | 10:03

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich gerne wie folgt beantworten:

Hinsichtliches eines Privatdarlehensvertrag zwischen den Eheleuten sehe ich kein Problem, diesen ohne Notar zu vereinbaren.

Allerdings stellt die Vereinbarung, dass die Schenkung nicht als Zugewinn gewertet werden soll, bereits eine ehevertragliche Vereinbarung dar.
Nach § 1410 BGB muss ein Ehevertrag für seine Wirksamkeit bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile zur Niederschrift eines Notars geschlossen werden.

Hier ist aber auch im Interesse des Ehemannes zu bedenken, dass das geerbte Haus ebendfalls zum Zugewinn gerechtet wird und im Falle einer Trennung zugunsten Ihrer Tochter entsprechend beim Zugewinnausgleich berücksichtigt wird. Im Ergebnis würde sie doppelt profitieren, indem sie bei einer Trennung zum einen ihr Geld im Wege des Darlehens zurückgezahlt bekommt und zum anderen den auszugleichenden Teil des Zugewinns ihres Mannes erhält.
Da dies den Ehemann im Falle einer Trennung benachteiligen würde, ist es fraglich, ob dieser unter diesen Umständen bereit ist, auf Ihre genannten Vereinbarungen einzugehen ohne seine Interessen selbst auch abzusichern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort helfen.

Mit freundlichen Grüßen

Anke Thiede
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 11.08.2012 | 21:52

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.08.2012 4,6/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69257 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Saeger hat meinen Fragen ausführlich beantwortet und ich bin äußerst zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke,es war ausführlich und verständlich. Mit freundlichen Grüssen go522832-32. Meine,besser geht es nicht!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die fundierte Beantwortung der Frage. Spätestens nach unsere Nachfrage konnten wir den Sachverhalt gut einschätzen. ...
FRAGESTELLER