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Sicherheitsetiketten entfernt, ist das schwerer Diebstahl?

| 08.05.2012 11:23 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


13:41
Im Januar habe ich aus der Unibibliothek 18 Bücher entwendet, welche mit einem Sicherheitsetikett versehen waren, entwendet. Diese habe ich vorher entfernt. 9 Bücher habe ich per eBay versteigert . Die ganze Sache, welche sich über 1,5 wochen hinzog, ist nun aufgeflogen.
vor der Polizei habe ich auch die tat gestanden, mich bei der Unibibliothek entschuldigt und mich bereit erklärt den Schaden wieder gut zu machen. Ich habe die Käufer angeschrieben, dass sie mir die Bücher zurückschicken. Das Porto habe ich selbst bezahlt. Das Geld für die verkauften Bücher habe ich den Käufern zurück überwiesen. ich bin noch nie straffällig gewesen und ich weiß das ich mir mit dieser Aktion selbst immens geschadet habe, da ich Pharmazie studiere und ich mit Sicherheit etwas länger auf meine Approbation wrten kann.
Was für ein urteil käme ihres erachtens in Frage. Fällt das Entfernen von Sicherheitsetiketten unter schweren Diebstahls?
Der Polizeibeamte hatte sich auf meine Wunsch beim Staatsanwalt erkundigt und dieser meinte ich würde mit einer Geldstrafe davon kommen.
Kann auch gewerblicher Diebstahl in Betracht kommen? Alle Bücher befinden sich wieder in der Bibliothek.
Mein Einkommen liegt bei 600 Euro.

Bitte helfen Sie mir!
08.05.2012 | 12:43

Antwort

von


(10)
Weinstraße 10
86956 Schongau
Tel: 08861/ 690 63 53
Web: http://www.ra-br.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Ob das Entfernen von Sicherheitsetiketten als schwerer Diebstahl zu beurteilen ist, kommt auf die genaue Art der Tatbegehung an.
War der Diebstahl zu dem Zeitpunkt, als das Sicherungsetikett hätte die Wegnahme verhindern sollen, schon vollendet, so fällt Ihre Tat nicht unter den § 243 StGB.

Das heisst, wenn Sie zu dem Zeitpunkt, zu dem durch das Sicherungsetikett ein Signal hätte ausgelöst werden sollen, also etwa beim Passieren einer Sicherheitsschranke, das Buch in Ihrer Tasche oder Ihrem Rucksack verstaut hatten, war der Diebstahl vollendet und fällt nicht unter den § 243 StGB.

Gewerblicher Diebstahl liegt vor, wenn Sie sich aus wiederholten Diebstählen eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle verschaffen wollten.
Entscheidend hierbei ist, welche Absicht Sie beim Diebstahl hatten und welche Angaben Sie gegenüber der Polizei bereits dazu gemacht haben. Dazu liegen leider keine Angaben vor.
Ausgehend von dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt, nach dem Sie sechs der Bücher bereits verkauft hatten, ist ein gewerbsmäßiger Diebstahl nicht auszuschliessen.

Für Sie wird bei der Strafzumessung sprechen, dass Sie sich bemüht haben den gesamten verursachten Schaden zu ersetzen und dass Ihnen dies auch gelungen ist, also dass die Bücher bereits wieder in der Bibliothek sind und die Käufer ihr Geld von Ihnen zurückerstattet bekommen haben und Sie dafür auch einigen Aufwand betrieben haben, wie etwa alle Käufer anzuschreiben und das Porto für die Rücksendung zu übernehmen.
Ebenfalls für Sie spricht, dass Sie sich bei dem Geschädigten entschuldigt haben, dass Sie Ersttäter sind und ein Geständnis abgelegt haben.

Die Verhängung einer Geldstrafe erscheint in Ihrem Fall realistisch. Wieviel Tagessätze gegen Sie verhängt werden, ist vorab nicht seriös einzuschätzen. Falls Ihre Tat als gewerbsmäßiger Diebstahl eingestuft wird, beginnt der Strafrahmen bei 90 Tagessätzen, also Ihrem Einkommen aus drei Monaten.


Eine genauere Einschätzung der Sachlage ist erst nach Akteneinsicht in die Ermittlungsakte möglich.

Ich rate Ihnen dringend, einen in Ihrer Nähe ansässigen Kollegen mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen, dieser kann dann auch für Sie Akteneinsicht nehmen und die Lage genauer einschätzen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Ratajczak, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Bernhard Ratajczak

Nachfrage vom Fragesteller 08.05.2012 | 12:57

Also die Etiketten hätten lediglich ein akkustisches Signal ausgelöst, da ich durch eine Lichtschranke gehen muss. Somit würde nur ein einfacher Diebstahl in Betracht kommen.
Mit dem Verkauf wollte ich eine offene Rechnung begleichen, sprich ich wollte mir keine dauerhafte Einnahmequelle verschaffen. Klingt jetzt halt nicht überzeugend und es würde wahrscheinlich den Richter auch nicht überzeugen...

Könnte der Anwalt den Richter von meinem Motiv überzeugen und " nur " auf einfachen Diebstahl zu plädieren??

Die STA würde auch von einer Geldstrafe im höheren Bereich ausgehen.

Natürlich werde ich ihrem Rat folgen und mich mit einem Kollgen vor Ort in Verbindung setzen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.05.2012 | 13:41

Welches Signal die Etiketten ausgelöst hätten, ist nicht entscheidend, es kommt darauf an, ob Sie bereits eine sogenannte Gewahrsamsenklave geschaffen haben, also ob Sie das Buch bereits so in Ihren Besitz gebracht hatten, dass die Bibliothek aus ihrer Besitzerstellung endgültig verdrängt war. Lag das Buch z.B. lose auf einem Karton, den Sie hinaustrugen oder war es in einem anderen Buch der Bibliothek, dass Sie normal ausgeliehen haben, versteckt, so ist dies nicht gegeben.

Wenn Sie nur Angaben gemacht haben, dass Sie ausschließlich einmalig diese eine offene Rechnung mit dem Erlös begleichen wollten, stehen Ihre Chancen gut, dass Ihre Tat nicht als gewerbsmäßiger Diebstahl eingestuft wird. Es kommt hier allein auf Ihre innere Einstellung und Ihre Angaben dazu an.

Ihr Anwalt wird mit Sicherheit darauf hinwirken, dass es nicht zu einer Verurteilung nach § 243 StGB sondern "nur" nach § 242 StGB kommt, es ist durchaus möglich, dass das Gericht den Ausführungen Ihres Anwalts folgt.

Entscheidend ist, welchen Eindruck der Richter von Ihnen und Ihrer Tat bei der Verhandlung gewinnt, das kann man in diesem Rahmen nicht vorab einschätzen.

Dass Sie sich anwaltlich vertreten lassen wollen ist mit Sicherheit positiv.

Bewertung des Fragestellers 08.05.2012 | 12:50

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 08.05.2012
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Vielen Dank für diese aufschlussreiche Antwort, die mir einen ersten Überblick über das zu erwartende Starfmaß gibt


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