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Sexueller Missbrauch von Kindern oder Beleidigung auf sexueller Grundlage

11.07.2009 19:49 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Ein guter Freund ist Beschuldigter in einem Strafverfahren. Man wirft ihm vor, er hätte einem Kind unter vierzehn Jahren (allein, ohne Eltern unterwegs) mitten in der Stadt, mitten unter Leuten, am hellichten Tag an das Höschen gegriffen. (Dies kann eigentlich nur am hinteren Hosenbund geschehen sein.) Er war zur fraglichen Zeit leider am Tatort und ist angeblich (von dem Kind und/oder einem Zeugen) wiedererkannt worden. Er kann sich an den Vorfall nicht erinnern, weil er alkoholisiert war. Tatsache ist, dass keiner der Umstehenden irgendwie eingegriffen hat. Die Polizei meint, das war Beleidigung auf sexueller Grundlage. Könnte das auch sexueller Kindesmissbrauch sein? Es kann sich nur um einen flüchtigen Griff von ein, zwei Sekunden gehandelt haben. Noch einmal: ich weiß, dass er das nicht gemacht hat, ich spiele jetzt nur den schlimmsten Fall einmal durch. Mein Freund hat sich noch nie etwas zu schulden kommen lassen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und Ihrer Angaben wie folgt.

Es kommt entscheidend darauf an, was Ihr Bekannter genau gemacht hat.
Handelt es sich „lediglich“ um ein Berühren im Genitalbereich, dann liegt tatsächlich „nur“ eine sexuelle Beleidigung vor. Die weiteren Möglichkeiten wären Streicheln des Geschlechtsbereichs bis hin zum Eindringen in den Körper (vaginal oder anal). Letzteres wäre ein schwerer sexueller Missbrauch gemäß § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB.

Die zu erwartende Strafe reicht von einer Geldstrafe bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe.

In dem von Ihnen geschilderten Fall ist unter Berücksichtigung des Umstandes, dass Ihr Freund noch nie aufgefallen ist, mit einer Geldstrafe zu rechnen.

Falls noch nicht geschehen, dann empfehle ich dringend die Einschaltung eines Strafverteidigers.
Dies aus mehreren Gründen:
nur ein Anwalt erhält Einsicht in die Verfahrensakte
da Ihr Freund alkoholisiert war, kann nur ein Anwalt einschätzen, ob dies möglicherweise strafmildernd zu berücksichtigen wäre
bei der Vernehmung von Kindern gibt es ein paar spezielle Regelungen (z.B. § 241a StPO, §247a StPO), die es Nichtjuristen noch schwerer machen, das Kind in der Verhandlung zu befragen.



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Schließlich möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei meiner Antwort, die nur auf Ihren Angaben basiert, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung und Orientierung handelt. Eine umfassende Beratung und Begutachtung kann meine Antwort daher nicht ersetzen. Die rechtliche Beurteilung kann durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick geben konnte und stehe Ihnen hier gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion zur Verfügung.

Für weitergehenden Beratungsbedarf können Sie mich gerne unter meinen Kontaktdaten ansprechen.
Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - auch per E-Mail - mit mir in Verbindung setzen. Die räumliche Entfernung stellt hier aufgrund der Möglichkeit zur Nutzung von E-Mail und Fax kein Problem dar. Im Falle einer Beauftragung wird Ihr hier gezahlter Einsatz auf die entstehenden Gebühren selbstverständlich angerechnet.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Strafrecht
Fachanwältin für Verkehrsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 11.07.2009 | 20:38

Deutet die Passivität der Umstehenden nicht darauf, dass diese den Vorgang eher als geringfügig interpretiert haben? Ist dieser Rückschluss statthaft? Sind Zeugen, die überhaupt nicht eingegriffen haben, obwohl es mit dem Handy problemlos möglich gewesen wäre, die Polizei zu rufen, im Nachhinein glaubwürdig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.07.2009 | 20:56

Sehr geehrter Fragesteller,

leider greifen Passanten nur in den wenigsten Fällen ein - auch wenn der von Ihnen angegebene Handyanruf eigentlich jedem möglich wäre.
Selbst wenn das Kind laut geschrien hätte, wäre ein Eingreifen nicht unbedingt zwingend erfolgt. Allerdings "reden" sich Zeugen in solchen Fällen auch damit heraus, dass sie das nicht gesehen und/oder nichts mitbekommen hätten. Das wiederum kann als Indiz für einen geringen Umfang des Übergriffs gedeutet werden.

Es wäre allerdings für eine wirklich konkrete Einschätzung wichtig zu wissen, wie die Polizei von dem Vorfall Kenntnis erlangt hat.

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