Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sexueller Missbrauch von Kindern


11.01.2006 19:45 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrte Damen und Herren

Ich bin 19 Jahre alt und ich werde des schweren Sexuellen Missbrauchs an einem 7 jährigen Kind beschuldigt.
Um das ganze Geschehen etwas deutlicher zu machen, werde ich es Ihnen etwas genauer erzählen wie es dazu kam, das ich mit dem besagten Kind in Verbindung kam.
Nach der Trennung meiner Eltern vor ca. 2 einhalb Jahren beschloss ich mein weiteres Leben mit meiner Mutter zu verbringen. Sie brachte mich damals zu meinem Onkel nach Italien wo ich dann bis zum 15 Mai 2004 war. Sie erzählte mir von einem Mann den sie kennengelernt hat und bei dem sie nun wohne. Sie hat mir damals, bevor ich dann zurück nach Deutschland kam auch gesagt das er geschieden ist und aus dieser Ehe eine 7 jährige Tochter habe, die sehr nervig und aufgeweckt ist. Sie sagte mir, dass das Kind auch unter der Krankheit ADS leide.
Ich hatte mir daraus nichts gemacht und hatte auch keinerlei Bedenken, vor der Begegnung mit dem Vater und dem Kind.
Ich war dann erstmal froh, aus Italien weg zu sein und lebte mich bei meiner Mutter und ihrem Freund gut ein.
Da das Kind nur alle 2 Wochen am Wochenende bei uns war, ging es am Anfang auch immer gut. Meine Mutter und auch der Vater des Kindes, waren immer heil froh wenn es wieder nach Hause zur Mutter musste. Auch ich war froh endlich wieder meine Ruhe zu haben, denn das Kind hing immer bei mir da sich der Vater nicht drum kümmerte…
Es war auch alles okay bis meine Mutter und ihr Freund sich einen BMW kauften, seine Ex Frau hatte dies gesehen und ein sehr komisches, ich würde sogar sagen eifersüchtiges Gesicht gemacht, welches ich selbst gesehen habe. Nach einiger Zeit kam dann schon die erste Beschuldigung gegen den Vater. Das er angeblich Zungenküsse mit dem Kind mache und es dem Kind nicht passe.
Danach ging der Vater zu der Mutter und dem Kind nach Hause und nachdem sie alles beredet hatten, war es ohne jegliche weitere Probleme geregelt.
Meine Mutter allerdings meinte an dem Tag noch zu der Mutter des Kindes.“ Was ist wenn das Kind mal behauptet das mein Sohn (also ich)“ etwas derartiges mache…
Danach vergingen einige Monate wenn ich mich recht dran erinnere in etwa 4-6.
Ich dachte es wäre ein Freitag wie jeder andere. Meine Mutter und ihr Freund gingen putzen, während ich auf das Kind aufpasste.
Aber dies war nicht der Fall. Meine Mutter hat mich am Handy angerufen und meinte, dass sie mich dringend sprechen müsste da etwas Schlimmes vorgefallen sei. Danach holten sie, meine Mutter und ihr Freund, mich ab. Meine Mutter sprach mich dann direkt auf das Problem an und meinte, so krass sich das nun auch anhören mag, dass das Kind behauptet, das ich an ihr sexuelle Handlungen getätigt habe. Sie sagte, dass ich mein Genital an ihrem Bauch gerieben habe bis Schaum raus kam. Und welchen ich dann angeblich auf den Bauch des Kindes getan habe. Als wir dann bei der Mutter und bei dem Kind ankamen lachte mich das Kind mit einem hinterhältigen Lachen an (so ein grinsen) daraufhin erzählte mir die Mutter was das Kind behauptet und ich wurde erst mal ganz aufgeregt und sagte der Mutter meine Meinung und fragte was das soll.
Als ich dann von mir aus sagte dass wir zur Polizei gehen meinte die Mutter dass es nicht nötig sei gleich zur Polizei zu gehen. Meine Mutter und ich bestanden aber darauf, denn ich wollte nicht einfach so eine derartige Beschuldigung auf mir sitzen lassen. Am selben Tag noch wurde ich von der Polizei vernommen. Es wurden Fingerabdrücke und Bilder von mir gemacht und meine Speichelprobe wurde einbehalten.
Das Kind wurde von Psychologen untersucht und auch ein gynäkologisches Gutachten wurde gemacht.
Am Anfang sagte der für mich zuständige Kripobeamte noch dass es wegen Mangels an Beweisen zu einer Einstellung des Verfahrens käme. Nur habe ich jetzt einen Termin am 17. Januar wo ich mir in einem Nebenraum die Ton und Videoaufnahme der Aussage des Kindes anhören und ansehen muss.
Ich frage mich echt wie ein Gericht so was zulassen kann. Ich kann nur sagen dass ich es nicht gemacht habe, nur glauben tut es mir keiner, gerade deshalb weil es eine harte Anschuldigung ist. Als ich das erste Mal zu meinem Anwalt ging sagte er zu mir, legen sie doch ein Geständnis ab, das wird ihre Strafe vermindern. Er hat auf mich eingeredet wie ein Wasserfall. Ich habe mir nur noch gedacht; in welchem Film ich jetzt gelandet bin.
Da es ein Pflichtverteidiger ist hat man mir gesagt, kann ich diesen nicht mehr wechseln.
Deshalb wollte ich Sie fragen wie Sie über diese Angelegenheit denken und wie meine Chancen auf einen Freispruch stehen. Ich habe gelesen das es möglich ist, einen Lügendetektortest zu machen. Wozu ich jeder Zeit bereit wäre. In den Akten (Aussagen) des Kindes sind zahlreiche Widersprüche, die das angebliche Geschehen bestreiten.
Zumal ich seit einem Jahr eine feste Freundin habe, die das Kind auch kennt aber von der sie komischerweise nie etwas erwähnt hat, wobei meine Freundin oft bei mir war als das Kind bei uns war.
Würden die Anschuldigungen des Kindes stimmen, würde das somit in die Zeit fallen in der ich schon längst eine Freundin hatte.
Gibt es eine Möglichkeit in so einem Fall die Mutter des Kindes wegen Rufschädigung anzuklagen?
Ich bin auch nicht vorbestraft und mir ist es wichtig, dass ich keinerlei Einträge in meinen Akten habe, und schon gar nicht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Falls Sie überhaupt kein Vertrauensverhältnis zu Ihrem Verteidiger haben, so können Sie beantragen, dass die Bestellung des Pflichtverteidigers widerrufen wird. Fraglich ist allerdings, ob Sie da schon (alleine) mit dem Argument durchdringen können, dass er Ihnen eindringlich rät, ein Geständnis abzulegen, obwohl Sie nachhaltig Ihre Unschuld beteuern.
In diesem Zusammenhang kann ich Sie nur davor warnen, etwas zuzugeben, was Sie nicht getan haben. Wenn Sie es wirklich nicht gewesen sind, dann legen Sie bitte auch kein Geständnis ab, egal, welche „Vorteile“ man Ihnen dafür verspricht.
Daneben „benötigen“ Sie keinen Pflichtverteidiger mehr, wenn Sie einen Wahlverteidiger haben (den Sie allerdings sofort bezahlen müssen).

II. Man kann von hier aus keine seriöse Aussage darüber treffen, ob Sie freigesprochen werden oder nicht. Dazu müsste man zunächst den Akteninhalt kennen. Ansonsten kommt es in hohem Maße auf die Hauptverhandlung an. Dabei wird die Glaubwürdigkeit der Zeugen, insbesondere des Kindes und seiner Mutter entscheidend sein. Wie das Gericht diese Aussagen würdigen wird, ist erst am Ende der Hauptverhandlung klar.

III. Ein Lügendetektortest ist „sinnlos“, da er (prinzipiell) in der Hauptverhandlung kein taugliches Beweismittel ist.

IV. Ob Sie gegen die Mutter wegen „falscher“ Äußerungen vorgehen können, wird sich insbesondere nach der Hauptverhandlung zeigen. Werden Sie freigesprochen, können Sie mit Erfolg gegen etwaige von der Mutter bereits getätigte „Üble Nachreden“ oder sogar „Verleumdungen“ vorgehen, und zwar sowohl straf-, als auch zivilrechtlich.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.01.2006 | 06:09

Sehr geehrter Herr Schmidt.

Erst mal vielen Dank für ihre schnelle und Hilfreiche Antwort.

Ich wollte nochmal nachfragen, und zwar wie denn so in etwa die chancen auf einen Freispruch stehen...

Denn es ist wiegesagt alles gelogen, dennoch glauben die Gutachter dem Kind also besser gesagt die Glaubwürdigkeit des Kindes wurde bestätigt...

Empfehlen sie mir weiterhin bei meinem Pflichtverteidiger zu bleiben oder soll ich mir doch lieber einen Wahlverteidiger Suchen...

Morgen ist die Videoaufnahme des Kindes im Gericht, bei der ich erscheinen soll und zwar 15 minuten früher sodass jegliches zusammentreffen ausgeschlossen ist.
Muss ich mir das eigentlich anschauen??

Ich bin ehrlich gesagt am ende und weiss nicht mehr weiter...
Ich habe keine Lust wegen einer Lüge ins Gefängniss zu gehen.
Was kann ich im Falle einer Verurteilung machen?


Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.01.2006 | 14:38

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Zunächst darf ich auf meine obigen Ausführungen unter I. und II. verweisen. Nur wenn Sie zu Ihrem Verteidiger gar kein Vertrauen haben, sollten Sie diesen wechseln.
Eine seriöse Aussage darüber, ob Sie freigesprochen werden oder nicht, ist in diesem Rahmen hier nicht möglich.

Prinzipiell sind Sie nach § 231 StPO verpflichtet, an der Hauptverhandlung teilzunehmen. Nur das Gericht könnte Sie auf Antrag von der Anwesenheitspflicht (in Teilen) freistellen. Ich würde Ihnen trotz Allem aber empfehlen, an der gesamten HV teilzunehmen und zwar gerade im Hinblick auf eine evtl. Verurteilung. Dann sollten Sie nämlich genau wissen, was in der HV vorgefallen ist, sollten Sie sich in einer evtl. „Neuauflage“ des Verfahrens der Unterstützung eines anderen Verteidigers bedienen.

Gegen eine Verurteilung können Sie Rechtsmittel einlegen, entweder Berufung/Revision oder nur Revision (nur Revision, falls die HV vor dem LG stattfindet).

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER