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Sexueller Missbrauch Jugendlicher

15.05.2009 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


17:15

Hallo!

Mir (männlich, 48) ist Folgendes passiert:
Auf einer Internetplattform habe ich eine Kontaktanzeige mit eindeutig
erotischem Inhalt aufgegeben (suche eine Dame über 18 welche an einer
erotischen Beziehung auf Taschengeldbasis interessiert ist).

Daraufhin meldete sich (per email) ein Mann, welcher ebenfalls sucht
und vorschlug, ob man nicht Kontakte von Damen, die einverstanden wären,
tauschen könnte. Ich ging auf den Vorschlag ein, und wir tauschten etwa
3 email-Adressen. Er erzählte mir dann auch, dass er auf junge knackige
Frauen steht. Außerdem erzählte er mir sehr viel Privates über sich,
und ich ihm dann auch über mich. Einen halben Tag lang schickten wir
uns fast ständig mails hin und her

Unter anderem stellte er mir eine Dame vor, welche nach seinen Angaben
17 sei und aufs Gymnasium ginge, mit der er einigen email-Kontakt hatte,
und welche einer erotischen Taschengeldbeziehung nicht abgeneigt war.
Meine Bedenken, dass es vielleicht besser wäre, keine unter 18-jährigen
anzusprechen wischte er weg und ermutigte mich, es doch mal bei ihr zu
versuchen. Dummerweise tat ich das dann auch.

Sie antwortete und nach etwa 2-3 mails hin und her fragte ich sie, was sie
von erotischen Stunden hielte, und dass ich dann nicht geizig wäre.
Daraufhin kam von ihr keine Antwort mehr. Ich habe am nächsten Tag dann
noch eine mail geschrieben und mich für die plumpe Anmache entschuldigt
und ihr gesagt, sie sollte das doch bitte vergessen und dass sie auch
zu jung dafür sei. In einer weiteren mail habe ich ihr dann geschrieben,
dass ich mit erotischen Stunden natürlich keine Sex meinte sondern
gerne aufregende Fotos in Bikinis und Dessous gemacht hätte.

Seltsamerweise hörten etwa zur gleichen Zeit die emails von meiner neuen
männlichen Bekanntschaft auf, und auch auf Nachfrage kamen nur kurze
ausweichende Antworten. Auch hatte er plötzlich kein Interesse mehr, ob
sich bei meinen Kontaktversuchen irgendetwas ergeben hätte, was er vorher
sehr massiv gezeigt hatte.

Mir wurde dann langsam mulmig und ich bekam den Verdacht, dass das Ganze
vielleicht eine Falle war und mich jemand dazu drängen wollte, einen
sexuellen Kontakt mit einer Jugendlichen gegen Entgelt anzustreben,
was ja verboten ist. Meine wahre Identität ist ja leicht über die
IP-Adresse herauszufinden.
Ich mache mir seitdem (etwa 1 Woche) große Sorgen und kann auch nicht mehr
richtig schlafen.

Nun meine Fragen:

1. Habe ich mich durch meine Aktionen bereits strafbar gemacht, und was
genau könnte man mir anhängen?

2. Sollte dem so sein, wie soll ich nun vorgehen? Einfach abwarten, ob
etwas kommt, oder offensiv vorgehen (Selbstanzeige?)?

3. Kann es tatsächlich sein, dass die Ermittlungsbehörden solche Methoden
verwenden, wo jemandens Vertrauen erschlichen wird um ihn dann zu einer
Straftat zu bewegen? Anders kann ich mir nämlich diese Verhaltensweisen
nicht erklären.
Und falls ja, ist so etwas überhaupt erlaubt?

Ich danke für die Antwort.

15.05.2009 | 14:13

Antwort

von


(562)
Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
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Sehr geehrter Fragesteller,

1.
In Betracht kommt in Ihrem Fall sexueller Mißbrauch von Jugendlichen; § 182 Absatz 2 StGB . Es reicht bereits die Vereinbarung über die Zahlung des Entgeltes. Da gem. § 182 Absatz 4 StGB bereits der Versuch strafbar ist, könnte durch Ihr Angebot bereits das Versuchsstadium begonnen haben. Dabei kommt es im Zweifel auf den genauen Wortlaut und weiter Umstände an.

Sollten Sie von der Ermittlungsbehörde eine Aufforderung zur Stellungnahme erhalten, rate ich Ihnen eine Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit Ihrer Vertretung zu beauftragen. Dieser kann Akteneinsicht nehmen und Sie umfassend beraten. Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet wird. Auch eine größere örtliche Entfernung steht einer Mandatsübernahme nicht im Wege, da die Kommunikation auch gut über Telefon, EMail, Post und Fax erfolgen kann.

2.
Sie sollten keinesfalls sich selbst anzeigen, insbesondere das Sie nicht wissen ob der Mann ein agent provocateur war. Da dies aber nicht auszuschließen ist, sollten Sie jedenfalls den Kontakt zu dem Mann und der Jugendlichen abbrechen.

3.
Der Einsatz eines agent provocateur ist grundsätzlich zulässig. Dies wird auch von den Ermittlungsbehörden als ein Mittel zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt. Sie sollten sich daher zukünftig nicht von Dritten zu strafbaren Handlungen drängen lassen.


Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.


Rückfrage vom Fragesteller 15.05.2009 | 15:54

Danke für das kurze Statement.

Der genaue Wortlaut war wie gesagt "erotische Stunden" . Von Sex war nicht explizit die Rede,
wie ich einer (späteren) mail auch noch schrieb.
Stellt das dennoch einen Versuch des Missbrauchs dar?
Es wurde auch nicht über die Höhe des Entgeltes geschrieben, nur die Möglichkeit eines Entgeltes erwähnt.

Abgesehen davon, muss es für einen sexuellen Missbrauch nicht ein Opfer geben?
Sollte das von vorne herein eine Provokation zu einer Straftat gewesen sein, gibt
es doch gar kein Opfer.

Sollte es zu Ermittlungen kommen, kann man eine Zeitskala abschätzen, wie lange es
etwa dauert, bis man auf mich zu kommt?

Vielen Dank nochmals

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.05.2009 | 17:15

Sehr geehrter Fragesteller,

für eine Straftat muss es nicht zwingend ein konkretes Opfer geben, es genügt das Handeln des Täters. Beispielhaft sei hier das Fahren unter Alkoholeinfluss genannt (316 StGB). Dies ist strafbar, auch wenn es zu keiner Gefährdung kommt.

Da die Mail nicht nur aus den zwei Worten "erotische Stunden" bestanden haben wird, kann erst nach Kenntnis des gesamten Mailverkehrs und der weiteren Umstände insbesondere Ihrer Aussagen gegenüber dem anderen Mann beurteilt werden, ob ein Versuch in Betracht kommt.

Zwischen Anzeige und Aufforderung an Sie zur Stellungnahme liegen meist nicht mehr als 4 Wochen. Dabei handelt es sich aber nur um einen Richtwert, da es Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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