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Sexueller Missbrauch

26.07.2008 20:29 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


13:13

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie schätzen Sie den Erfolg eines Strafantrag wegen sexuellen Missbrauch an meiner Tochter ein?

Wer über 21 ist macht sich strafbar, wenn er die fehlende innere Reife des unter 16-Jährigen ausnutzt.

§ 182 (2) 1. StGB :

Eine Person über einundzwanzig Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie
1. sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt oder
2. diese dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen,
und dabei die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Nach der Entlassung, im Juni 2007, aus der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik wurde meine 14 jährige Tochter vom Jugendamt, wegen der Gefahr von fehlender sexueller Selbstbestimmung und der Neigung daraus wegzulaufen und unterzutauchen, in Obhut genommen. Sie wurde in einem Kinderheim untergebracht. Dieses Kinderheim beschäftigte zu Renovierungsarbeiten eine externe Schlosserfirma im Juli/August 2007. Ein 24 jähriger Schlosser dieser Firma sprach meine Tochter im Kinderheim während seiner Arbeitszeit an und lockte sie nach seiner Arbeitszeit aus dem Kinderheim und hat sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen. Der junge Mann hat, nach meiner Ansicht, durch seinen Arbeitsauftrag im Kinderheim die fehlende Selbstbestimmung eines Zöglings des Kinderheim für sexuelle Handlungen ausgenutzt. Inzwischen hat meine Tochter einen Sohn aus diesen sexuellen Handlungen geboren. Die eindeutige Vaterschaft des Handwerkers wurde inzwischen festgestellt.

Sexueller Missbrauch sucht sich immer die schwächsten Opfer: Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. In manchen Fällen machen sich die Täter eine körperliche, emotionale und entwicklungsbedingte Abhängigkeit zunutze, dann wieder beuten sie eine Zwangslage bewusst aus. Opfer können sowohl Mädchen als auch Jungen sein. Für das Jahr 2005 weist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 13962 Kinder und 1056 Jugendliche auf, die im Sinne der Paragrafen 176, 176a, 176b und 182 StGB Opfer eines sexuellen Missbrauchs wurden. Die Zahl der angezeigten und in der PKS aufgeführten Fälle ist im Hinblick auf das tatsächliche Ausmaß aber nur begrenzt aussagefähig, da gerade in diesem Deliktsbereich die Dunkelziffer hoch eingeschätzt werden muss.

Meine zweite Frage dazu,
Opfer sexuellen Missbrauchs unter 16 Jahren haben auch schon vor der Erhebung der Anklage einen gesetzlichen Anspruch auf unentgeltliche Beiordnung eines Rechtsanwalts auf Kosten der Staatskasse, wenn sie dies beantragen, und zwar unabhängig von den eigenen oder elterlichen Einkommensverhältnissen, gilt das auch in diesem Fall?

Mit freundlichen Grüßen

26.07.2008 | 20:54

Antwort

von


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80336 München
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Anfrage, diese beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltschilderung sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Ob ein Strafantrag vorliegend zur Verurteilung des Täters führt kann im Rahmen dieses Forums mangels der hierfür aber erforderlichen Sachverhaltserforschung nicht abschließend beurteilt werden.
Mitteilen darf ich Ihnen aber, dass der Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen jedenfalls dann erfüllt wäre, wenn der Täter zum einen Kenntnis vom Alter Ihrer Tochter und deren fehlender Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung gehabt hätte.
Die fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung ist dann gegeben, wenn das Opfer nicht in der Lage ist, die Vornahme oder Duldung sexueller Verhandlungen intellektuell, moralisch und emotional zu durchdringen und entsprechend darüber zu entscheiden.
Bezüglich dieser Merkmale müsste der Täter auch vorsätzlich gehandelt haben.

Einen Strafantrag können Sie bei jeder Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle stellen.

Gemäß § 397 a StPO kann Ihre Tochter die Beiordnung eines Rechtsanwalts beantragen. Denn das Opfer eines sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen hat die Anschlussbefugnis als Nebenklägerin gemäß § 395 Absatz 1 Nr. 1 a StPO .

Ich empfehle Ihnen abschließend, baldmöglichst einen im Strafrecht tätigen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen zu beauftragen und über diesen ohne weiteres Zuwarten Strafanzeige zu stellen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356


Rückfrage vom Fragesteller 27.07.2008 | 21:34

Der Täter wusste das er in einem Kinderheim arbeitete. In der Regel sind die Bewohner dort untergebracht, weil es ihnen an interlektueller, moralischer oder emotionaler Reife fehlt. Musste der Täter sich deswegen bei den Betreuern nicht erkundigen nach dem Alter und dem aktuellen psychischen Zustand meiner Tochter bevor er sie aus dem Kinderheim lockte und sexuelle Handlungen an ihr vornahm - oder durfte er solche Bedenken beiseite schieben?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.07.2008 | 13:13

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, diese beantworte ich wie folgt:

Diesseits sind eine Vielzahl von weiteren Gründen - neben den von Ihnen benannten - bekannt, welche den Aufenthalt in einem Kinderheim notwendig machen.
Aus diesem Grunde ergibt sich nicht bereits aus der Tatsache, dass sich Ihre Tochter in einem Kinderheim aufhielt, eine zwingende Überprüfungspflicht.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

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