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Sexuelle Nötigung (?), Was erwartet mich?

07.06.2010 12:16 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte(r) AnwaltIN,

ich habe in der Vergangenheit einige Male, über mehrere Jahre, eine ziemlich dumme Sache gemacht. Ich habe mehrfach vor Kindern bzw. Jugendlichen pornografische Bilder (teilweise von mir, teilweise aus dem Internet) auf den Fußweg fallen lassen und nachdem die Opfer passierten und gegebenenfalls die Bilder bemerkten wieder aufgesammelt. Außerdem hatte ich dabei teilweise eine Hand an meinem Schritt, wobei ich jedoch immer vollkommen bekleidet war, das Geschlechtsteil also stets von normaler Kleidung verdeckt blieb. Desgleichen befriedigte ich mich währenddessen nicht, wenngleich natürlich ein anderer Eindruck entstehen konnte.
Diese ganze Sache ist mir natürlich sehr peinlich und kann natürlich gegebenfalls sehr negative Folgen jenseits der eigentlichen Bestrafung auf mein privates und berufliches Leben haben, die ich unbedingt vermeiden will.

Nun wurde ich offenbar angezeigt (von zwei 9 bzw. 10 jährigen), erwischt, und auch polizeilich vernommen, wobei ich obiges einräumte, also komplett auch in Bezug auf die Vergangenheit gestand. Dies tat ich vor dem Hintergrund, dass ich unbedingt meine Beziehung zu meiner Lebenspartnerin, meinen Beruf etc. heraushalten will. Der vernehmende Polizist machte die (sicher nicht belastbare) Aussage, dass er im Falle einer Kooperation meinerseits hierfür seine Hand ins Feuer legen könnte. Also kooperierte ich, ich versicherte diese Erfahrung als Stopp-Signal zu sehen und nie wieder etwas vergelichbares zu machen und zeigte meine Bereitschaft für Therapie etc.

Ich bin nächste Woche wieder zur Vernehmung bestellt, offenbar zu einem anderen Fall, da offenbar zuvor noch mindestens eine weitere Anzeige bestand. Ich habe nun die Angst, dass es um einen Fall geht, dessen genauer Ort wo er sich zutrug womöglich nicht durch mein erstes Geständnis gedeckt ist. Das wäre allerdings keine böse Absicht von mir gewesen, sondern einfach im allgemeinen inneren Chaos aus Versehen "vergessen" worden anzugeben. Jedoch könnte doch dann meine Glaubwürdigkeit angekratzt sein!?

Nun meine Fragen:
Inwieweit ist der Vorwurf der sexuellen Nötigung gerechtfertigt? Für mich als Laien käme doch eher sowas wie Verbreitung pornografischer Schriften (Es besteht ja die Möglichkeit, dass ein Opfer ein Bild mitgenommen hat, was ich sicher bei der nächsten Befragung erfahren werde) oder Exhibitionismus (obwohl ich ja nicht vor den Opfern entblöst habe) in Frage.

Was kann/ muss ich tun, um die Angelegenheit möglichst ohne Aufhebens zu klären (zB öffentliches Verfahren; reger Briefverkehr den meine Lebensgefährtin ggf. liest), zB durch einen Strafbefehl? Ich bin bisher noch nie mit der Polizei in Berührung gekommen, bereit fast jedes Bußgeld zu zahlen, eine Therapie zu machen etc.

Wie sollte ich mich bei der nächsten Vernehmung verhalten, insbesondere wenn es sich um einen Fall handelt, der durch mein erstes Geständnis nicht gedeckt wäre (wie oben beschrieben) oder ein Bild mitgenommen wurde und damit evtl. weitere Vorwürfe entstünden? (Auch dies gestehen, um auf Milde zu hoffen?)

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Ratsuchender,

in Anbetracht der mir vorliegenden Informationen und Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben und Abweichungen im Detail kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen. Sie ersetzt daher nicht eine individuelle, persönliche Beratung durch einen Anwalt.

Nun zu meiner Bewertung des von Ihnen vorgetragenen Sachverhalts:

Indem Sie, in der Hoffnung dass die Kinder sie finden, pornographische Bilder auf dem Fußweg ausgelegt haben, haben Sie sich gemäß § 184 StGB der Verbreitung pornographischer Schriften strafbar gemacht, da Sie minderjährigen pornographische Schriften zugänglich gemacht haben. Hierbei ist es unerheblich, ob die Fotos von den Kindern aufgehoben wurden oder nicht, da diese zumindest die Gelegenheit hatten, diese wahrzunehmen.
Was die Hand am Schritt betrifft, so kommt es darauf an, wie der ermittelnde Staatsanwalt und gegebenenfalls der Richter Ihre Aussage und die der Zeugen werten. In Betracht kommt eine Erregung öffentlichen Ärgernisses gemäß § 183a StGB. Wenn Sie einräumen, dass es für einen unbefangenen Dritten so ausgesehen haben könnte, als ob Sie sich selbst befriedigen würden, und dies auch von Zeugen bestätigt wird, so könnte dies für eine Verurteilung wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses ausreichen.
Eine sexuelle Nötigung kommt nicht in Betracht, da es hierfür stets einer Gewaltanwendung oder der Drohung mit Gewaltanwendung bedarf.
Was die zu erwartenden Sanktionen wegen dieser beider Delikte betrifft, so kann ich Sie insoweit ein wenig beruhigen. Es wird -hierbei kann ich lediglich auf Erfahrungswerte zurückgreifen, da dies von Bundesland zu Bundesland, von Gericht zu Gericht zu Gericht und sogar von Richter zu Richter unterschiedlich gehandhabt wird- zu einer Geldstrafe kommen. Zumeist wird zum Strafbefehlsverfahren übergegangen werden, um den Aufwand einer mündlichen Verhandlung zu ersparen und um es dem Täter wie den Zeugen zu ersparen, in einer öffentlichen Verhandlung aussagen zu müssen. Wenn Sie sich anwaltlich vertreten lassen, ist es auch möglich, dass der Anwalt mit der Staatsanwaltschaft eine Einstellung gemäß § 153 StPO oder eine Einstellung gegen Auflagen wie z.B. einer Therapie gemäß § 153a StPO aushandelt.
Was die anstehende polizeiliche Befragung betrifft, so kann ich Ihnen nur empfehlen, nichts zu sagen, da zumeist ein im Detail erheblicher Unterschied zwischen dem was gemeint, dem was gesagt und dem was im Protokoll niedergeschrieben wurde, besteht. Darüber hinaus müssen Sie als Beschuldigter bei einer polizeilichen Vernehmung nicht erscheinen.
Sie müssen nur erscheinen, wenn Sie zu einer staatanwaltlichen Vernehmung geladen werden. Wenn ich jedoch von der allgemeinen Überarbeitung der Staatsanwälte die ich kenne ausgehe, glaube ich nicht, dass sich wegen dieser in Betracht kommenden Delikte ein Staatsanwalt die Zeit nimmt, Sie zu vernehmen. Wenn es zu einer staatsanwaltlichen Vernehmung kommt, müssen Sie erscheinen, haben aber das Recht, nichts zu sagen. Dies darf Ihnen nicht negativ ausgelegt werden. Auch hier wird das Verfahren eher (evtl. gegen Auflagen) eingestellt werden, oder es ergeht ein Strafbefehl.

Ich hoffe ich habe Ihnen mit meiner vorläufigen Einschätzung einen kleinen Überblick verschafft, und rege dazu an, bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion zu verwenden.

Sollten Sie eine anwaltliche Vertretung in dieser Sache wünschen, können Sie mich natürlich auch persönlich unter der unten angegebenen Email-Adresse kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Daniel Martin Pfeffer
Rechtsanwalt

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