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Server gesperrt


| 26.11.2006 19:30 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von



Hallo,
ich habe eine Frage bezüglich eines Servermietvertrages, ich selbst habe bei einem Provider einen Gameserver angemietet, diesesn betreibe und verwalte ich seit einigen Jahren selbst.
gestern Abnd war der Server offline worauf ich beim Provieder angerufen habe, dort wurde mir mitgeteilt das der Server gesperrt wurde da eine Dos Attacke von diesem Server aus gestartet wurde, ich selbst habe aber mit dieser Attacke nichts zu tun.

Meine 1. Frage hätte mich der Provider über die Sperre informieren müssen?

Der Provider verlangt nun eine Unterlassungserklärung, in der es heißt:
Entsperrung Server
*Provider* Server Support
Fax:
Der Unterzeichner verpflichtet sich gegenüber der
*Provider* Internet AG


es bei Meidungen einer Vertragsstrafe in Höhe von EUR 5050,00 (in Worten:
fünftausendfünfzig Euro), die für jeden Fall der Zuwiderhandlung fällig wird (Einrede
des Fortsetzungszusammenhangs ausgeschlossen) und im Streitfall vom
zuständigen Gericht auf Angemessenheit überprüfbar ist, zu unterlassen, weiterhin
andere Server in ihrem Betrieb zu beeinträchtigen. Eine Beeinträchtigung im Sinne
dieser Aussage ist die Überbeanspruchung von Diensten und/oder Verbindungen
(DoS, dDos, flooding, spamming), die Übername einer mir nicht zustehenden IPoder
MAC-Adresse (IP- / MAC-spoofing) oder die Vorspiegelung der Zuständigkeit
für eines nicht in meinen Bereich fallenden Dienstes, wie einer/s Ipadresse,
DNSservers oder Domain. (spoofing, faking).
Mir ist bewusst, dass im Sinne eines geordneten Netzwerkbetriebes mein Server erst
dann wieder ins *Provider* Netzwerk online gestellt wird, wenn ich selbst sicherstelle, dass
von meinem Server aus keinerlei Angriffe dieser Art mehr unternommen werden
können, entweder durch administrative Absicherung meines Systems Fremdzugriffen
gegenüber oder durch Deinstallation der betreffenden Software.
Verletze ich die vorgenannte Pflicht, so ist *Provider* berechtigt, den Tarif wieder
unverzüglich zu sperren und zu kündigen.
___________________________ ___________________________
[Kundennummer] [Servicepasswort]*
___________________________
[Name in Druckbuchstaben]
___________________________ _________________________
[Unterschrift Tarifinhaber] [Datum]
* Das Servicepasswort ist das Passwort, welches Sie zum Anmelden auf http://login.1und1.com
verwenden. Bitte beachten Sie, dass eine Bearbeitung ohne lesbares Servicepasswort aus rechtlichen
Gründen nicht möglich ist.
Die uns zugesandten Faxe werden manuell von 8 - 20 Uhr bearbeitet."

In den AGB des Providers fand ich nur dieses:
4. Pflichten des Kunden
4.1

Ein Server mit Administrations-Rechten (nur bei Root- und Windows-Servern) erfordert fundierte Vorkenntnisse zur Administration von Serversystemen. Als Server-Administrator ist der Kunde allein verantwortlich für die Sicherheit des Servers vor ungewollten Zugriffen und Manipulationen durch Dritte über das Internet. 1&1 hat keine reguläre Möglichkeit, den Inhalt des Servers zu bestimmen, insbesondere keinen administrativen Zugang. Die Server-Angebote enthalten keine Sicherung durch externe Schutzsoftware. 1&1 empfiehlt den Kunden dringend, dass der Kunde selbst zuverlässige Schutzsoftware (z.B. eine Firewall oder Virenschutzprogramme) installiert und ständig aktualisiert. Nicht oder nicht ausreichend gesicherte "offene" Server sind eine Einladung zur missbräuchlichen Nutzung durch Hacker!
4.2

Der Betrieb offener Mail-Relays oder ähnlichen Systemen, über die z.B. SPAM-Mails verbreitet werden können, berechtigt 1&1, den Server sofort vom Netz zu trennen. Der Kunde wird 1&1 unverzüglich informieren, sobald er Anhaltspunkte dafür hat, dass Dritte unbefugt seinen Server nutzen. Im Übrigen verbleibt es bei der Regelung der Haftung gemäß Ziffer 8 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. "

jedoch nichts über eine Unterlassungserklärung oder Vertragsstrafe in der geforderten Höhe.

jeglicher Zugang zum Server und den Logfiles wird mir vor Unterzeichnung verwehrt.

Ist dies Rechtens?

26.11.2006 | 22:08

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

meines Erachtens enthält der von Ihnen zitierte Punkt 4.2 der AGB die Grundlage für das Abschalten des Servers, da eine DoS-Attacke mit Spam-Mails vergleichbar ist.

Eine Pflicht des Providers, das Abschalten des Servers Ihnen zu melden, kann ich aus den von Ihnen dargelegten Unterlagen nicht erkennen. Es könnte jedoch als eine Nebenpflicht aus dem Server-Vertrag gesehen werden. Jedoch bedarf es dafür einer Einsicht in alle Vertragsunterlagen.

Eine Verwehrung des Zugriffes auf den Server und die Logfiles dürfte eine Vertragsverletzung seitens des Providers sein, jedoch müßte auch dies anhand einer Überprüfung des gesamten Vertrages verifiziert werden.

Anhand der vorliegenden Vertragsfragmente ist eine Unterlassenserklärung rechtens, da der Provider sicherstellen will und muß, daß der Server nicht erneut für rechtswidrige Aktionen eingesetzt wird.

Ich rege aber an, die Erklärung mit dem Zusatz "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" zu unterzeichnen.

Da dies insgesamt eine sehr komplexe Materie ist und die einzelnen Regelungen der zugrunde liegenden Vertragstexte mir unbekannt sind, rege ich dringend an, einen örtlichen Kollegen Ihres Vertrauens hinzuzuziehen.

Ich bedaure, keine konkretere Antwort geben zu können.

Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber


Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2006 | 08:48

Zitat:"Ich rege aber an, die Erklärung mit dem Zusatz "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" zu unterzeichnen."
wie ist das gemeint soll ich das der Unterlassungserklärung zufügen oder etwas aus dem text streichen?

Bei diesem Vertrag handelt es sich um einen Jahresvertrag, gerade eben habe ich die Rechnung vom 25.11.06-25.12.06 erhalten, aber für was soll ich da zahlen wenn ich den Server nicht nutzen kann, habe ich nun auch ein Sonderkündigungsrecht?

Noch eine Frage zur Vertragsstrafe, müsste die nicht auch in den AGB geregelt sein?, muss ich diese auch zahlen wenn sich ein unbefugter zugriff auf den Server verschafft?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2006 | 20:06

Werter Ratsuchender,

dieser Zusatz sollte der Erklärung hinzugefügt werden.

Die Vertragstrafe muß nicht in den AGB geregelt sein, sie muß ausweislich der Formulierung der Erklärung nur gezahlt werden, wenn Sie selbst die entsprechenden Handlungen unternehmen. Jedoch könnte die Beweisführung schwierig werden.

Für die Beurteilung der Zahlungspflicht und des Sonderkündigungsrechtes ist ein Blick in die AGB unabdingbar, dies ist hier leider nicht möglich.

Ich rege erneut an, sich in dieser Sache an einen örtlichen Kollegen Ihres Vertrauens zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

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