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Selbtgebautes Haus, Spekulation?


05.07.2005 20:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ein Grundstück wurde 97 gekauft. Ein Haus mit Eigenleistungen gebaut. 2002 Verkauf.

Gewohnt haben wir dort nur ein Jahr lang. Das FA will einen Beweis , daß wir keinen Gewinn erzielt haben.
Das Haus unteliegt nicht der Spekulationssteuer, das Grundstück wohl (es ist ein normaler Garten). Ist es wahr? Wie kann man die beiden teilen? im Kaufvertrag wurde alles zusammen verkauft, das Grundstück darf nicht geteilt werden. Wie kann ich antworten?
05.07.2005 | 21:08

Antwort

von


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Sehr geehrter rechtssuchender,

Sie sprechen da eine hochproblematische sehr umstrittene steuerrechtliche Problematik an.

Grds galt bis zum 31.12.1998 die Spekulationsfrist von zwei Jahren.Wenn also zwischen Kauf und Verkauf des Grundstücks zwei Jahre lagen, war der Veräusserungegewinn nicht steuerpflichtig In Ihren Fall hätte die ursprüngliche Regelung bedeutet, dass Sie das 1997 gekaufte Grundstück 1999 steuerfrei hätten veräussern können.

Nun kam der Gesetzgeber aber ab 01.01.1999 auf die glorreiche Idee, die Spekulationsfrist nachträglich auf 10 Jahre zu verlängern. Grds können Sie das 1997 gekaufte Grundstück daher erst 2007 steuerfrei verkaufen. ABER der Bundesfinanzhof hat diese Praxis als verfassungsrechtlich sehr bedenklich eingestuft. Denn eigentlich ist es ungerecht, wenn Ihnen nachträglich eine höhere Spekulationsfrist auferlegt wird. Der Bundesfinanzhof hat daher diese Frage dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt. BFH Beschluss vom 5.3.2001,DB 2001,622.

Sollte Ihnen daher einen Steuerbescheid ins Haus flattern, in dem Ihr Grundstücksverkauf der Steuer unterworfen wurde, legen Sie gegen diesen sofort Einspruch beim Finanzamt ein, zitieren Sie den genannten BFH Beschluss und ordnen Sie das Ruhen des Verfahrens wegen dieses anhängigen Verfahrens an. Lassen Sie dies am besten durch einen Steuerberater machen, da dies sehr schnell gehen muss.

Des Weiteren sind Grundstücksveräusserungen auch dann nicht steuerpflichtig, wenn es zwischen seiner Veräusserung und seinem Verkauf ausschliesslich zu eigenen wohnzwecken genutzt wurde. Das es mal leer stand spielt dabei keine Rolle. Es darf nur nie vermietet worden sein oder an Dritte oder Kinder für die kein Kindergeldanspruch mehr bestand unentgeltlich überlassen worden sein. Wurde also die Immobilie zu eigenen Wohnzwecken genutzt, dann darf grds also auch der dazugehörige Grund und Boden steuerfrei verkauft werden. Das gilt aber nur für Flächen , die für die Gebäudenutzung erforderlich und üblich sind. Deswegen kann es bei grossen Grundstücken-Fläche 1000 qm -sein, dass ein Teil des Veräußerungsgewinnes versteuert werden muss.

Grds kann das Gebäude vom Grundstück nicht getrennt werden, weil das Gebäude ein wesentlicher Bestandteil des Grundstücks ist, somit untrennbar mit Ihm verbunden ist.

Sollte Ihr Haus also niemlas vermietet worden sein und auch nicht unentgeltlich an einen Dritten oder Kinder für die kein Anspruch auf Kindergeld mehr bestand zwischendurch überlassen worden sein, sollten Sie auch noch zusätzlich mit dieser begründung Einspruch beim Finanzamt gegen einen Steuerbescheid einlegen. Nennen Sie dann einfach beide Gründe.(verfassungsrechtliche Bedenken Spekulationsfrist und Nutzung nur zu eigenen Wohnzwecken)
Sie können auch schon im Vorfeld Ihren Sachbearbeiter beim FA kontaktieren und Ihm dies nahelegen. Sollte aber trotzdem der Steuerbescheid kommen, müssen Sie auf alle Fälle sofort Einspruch einlegen (Ihr Einspruch muss spätestens einen Monat nach Zugang bei Ihnen beim Finanzamt eingehen).

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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