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Selbstständigkeit in Katar und Leistungserbringung in Deutschland


| 22.11.2012 21:55 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau und ich ziehen zum 01.01.2013 nach Katar, wo ich beruflich als Angestellter tätig sein werde. Meine Frau möchte sich in Katar als Beraterin selbstständig machen, jedoch auch weiterhin Leistungen erbringen für Kunden in Deutschland und UK. In Deutschland würde sie sich nicht als Selbstständige anmelden, sondern lediglich in Katar, wo auch unser Lebensmittelpunkt sein wird. Allerdings muss sie ihren Kunden in Deutschland und UK nach wie vor Rechnungen stellen, damit diese ihrerseits die Leistungen meiner Frau korrekt verbuchen können.

Meine Fragen: Wie erfolgt die Versteuerung der Umsätze meiner Frau? Muss sie die Leistungen in Deutschland versteuern, wenn sie die Leistungen hier erbringt? Wie viel Umsatz darf sie in Deutschland erwirtschaften? Werden wir ggf. in Deutschland dadurch steuerpflichtig und müssen wir unsere gesamten Einkünfte (inkl. mein Gehalt) in Deutschland verteuern?

WICHTIG: Zwischen Deutschland und Katar besteht derzeit kein Doppelbesteuerungsabkommen.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
Falls Ihre Frau weder einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, richtet sich die Besteuerung der Einkünfte nach § 49 I Nr. 3 EStG. Mit den Einkünften aus der Beratungstätigkeit, welche in Deutschland erbracht bzw. ausgeübt werden, ist ihre Frau in Deutschland steuerpflichtig. Es gibt hier keine Unter- oder Obergrenze für die Erzielung der Einkünfte Ihrer Frau in Deutschland. § 49 Abs. 1 Nr. 3 EStG knüpft alternativ an den Ausübungs- oder den Verwertungstatbestand an. Eine Ausübung liegt dann vor, wenn der Stpfl. im Inland persönlich tätig wird.Die Bestimmung zielt dabei auf den Ort an, an dem die natürliche Person sich physisch aufhält und die Tätigkeit persönlich ausübt. Mit den in UK erzielten Einkünften ist Ihre Frau somit nicht in Deutschland steuerpflichtig. Dies beurteilt sich nach dem Steuerrecht UKs bzw. Quatar, soweit die Einkünfte in Quatar überhaupt steuerpflichtig sind.
Ihre Einkünfte bleiben hiervon unberücksichtigt bzw. beurteilen sich nach den bei Ihnen persönlich vorliegenden steuerlichen Anknüpfungspunkte; Ihr in Quatar erzieltes Einkommen ist somit nicht in Deutschland steuerpflichtig.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.11.2012 | 14:51

Herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Könnten Sie Ihre folgende Erläuterung bitte etwas konkretisieren?:
"Ihre Einkünfte bleiben hiervon unberücksichtigt bzw. beurteilen sich nach den bei Ihnen persönlich vorliegenden steuerlichen Anknüpfungspunkte".

In welchem Falle bleiben meine Einkünfte hiervon unberührt bzw. wovon ist dies abhängig? z.B. ist hierfür eine getrennte Veranlagung bei der Steuer notwendig etc.?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.11.2012 | 18:44

Das Veranlagungswahlrecht besteht nur dann, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig nach § 1 Abs. 1 oder 2 EStG oder § 1a EStG sind. Die Antragsveranlagung einer Person mit inländischen Einkünften i.S.d. § 49 EStG nach § 1 Abs. 3 EStG ermöglicht grundsätzlich keine Zusammenveranlagung mit ihrem im Ausland wohnenden Ehegatten, wenn dieser nicht selbst unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist, denn nach § 1 Abs. 3 EStG ist auf seinen Antrag hin nur derjenige als fiktiv unbeschränkt einkommensteuerpflichtig zu behandeln, der inländische Einkünfte nach § 49 EStG hat, nicht dagegen dessen Ehegatte, auf den dies nicht zutrifft. Kurzum bedeutet, dass die Besteuerung Ihrer Einkünfte sich danach beurteilen, wo Sie arbeiten. Dies ist hier Quatar, so dass diese Einkünfte grundsätzlich den deutschen Fiskus nicht "interessieren" und auch nicht in Deutschland zu deklarieren sind.

Bewertung des Fragestellers 28.11.2012 | 13:03


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