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Selbstständige Bürohilfe Buchführung Abschluss Steuererklärung


| 29.11.2013 17:35 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich bin selbstständig im Bereich der Bürohilfe.
Ich habe eine Anfrage eines Kunden, ob ich, unter der Bürohilfe, die Buchführung, die Bilanz, den Abschluss machen kann.
Abrechnung erfolgt unter der Bürohilfe, unter Verantwortung des Unternehmers.
Es ist ein kleines Einzelunternehmen mit ca. 1.500 Buchungen und 200.000€ Umsatz.
Da der Gewinn bei 80.000€ liegt, gibt es eine Anforderung des Finanzamtes zum erstellen einer Bilanz.

Soweit ich weiß, darf diese Tätigkeiten nur ein Verwandter, nahe Angehöriger oder ein Angestellter machen.

Aber bin ich nicht weisungsgebunden "Angestellt"?

Danke
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:

Nach § 242 HGB ist der Kaufmann zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres zur Erstellung einer Bilanz verpflichtet. Es gehört demnach zu den Pflichten eines jeden Unternehmers.
Selbstverständlich darf sich der Unternehmer dazu eines Erfüllungsgehilfen bedienen, soweit er hierzu nicht selbst in der Lage ist oder die Aufgabe aus anderen Gründen delegiert. Dabei hat er als verantwortungsvoller Kaufmann jedoch darauf zu achten, dass die beauftragte Person die dazu nötige Qualifikation mitbringt, denn soweit die veröffentlichte Bilanz Fehler enthält, tritt er als gesetzlich Verpflichteter in die vollumfängliche Haftung.

Natürlich kann er soweit er die Aufgabe an einen qualifizierten Auftragnehmer abgegeben hat, diesen möglicherweise in die Haftung nehmen.

Soweit Sie nicht zu dem Personenkreis der in § 3 StBerG gehören, ist Ihnen die geschäftsmäßige (§ 2 StBerG) Hilfeleistung in Steuersachen (insbesondere § 1 Abs. 2 Nr. 2 StBerG) untersagt bzw. sind Sie dazu nicht befugt und könnten ggf. beim Tätigwerden auf diesem Gebiet wegen Verstoßes dagegen wettbewerbsmäßig abgemahnt oder auf Unterlassung verklagt werden oder nach § 5 StBerG ein Bußgeld- oder Strafverfahren gegen Sie eröffnet werden.

Soweit Sie nicht zu dem befugten Personenkreis nach den §§ 3 bis 4 Steuerberatungsgesetz fallen, sollten Sie dringlichst die Finger von dem Führen von Büchern und Aufzeichnungen und der Aufstellung von Abschlüssen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind.

Bedenken Sie bitte, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Andreas Wehle

Wilhelmstr. 90
52070 Aachen

tel.: +49 (0)241 538 099 48
fax: +49 (0)241 538 099 489
email: info@rechtsanwalt-andreaswehle.de
web: www.rechtsanwalt-andreaswehle.de

Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2013 | 16:21

Sehr geehrter Herr Wehle!

Vielen Dank für die Antwort.

Ich bin mir jetzt sehr unsicher.

Also, wenn der Kunde mich in Sachen Bürohilfe beauftragt ihm im Büro zu helfen, zwischendurch von mir verlangt ihm bei der Buchführung zu helfen, kann ich dies ablehnen, weil ich das nicht darf.
Wenn er mich aber als Bürohilfe einstellt, evtl. als Minijobber, dann kann ich dies machen.

Habe ich das so richtig verstanden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2013 | 10:41

Sehr geehrter Fragesteller,
gern beantworte ich Ihre Nachfrage.
... zwischendurch von mir verlangt ihm bei der Buchführung zu helfen, kann ich dies ablehnen, weil ich das nicht darf.
Ja. Das wäre insoweit als geschäftsmäßige entgeltliche oder unentgeltliche Hilfeleistung in Steuersachen anzusehen.

Wenn er mich aber als Bürohilfe einstellt,... dann kann ich dies machen.
Ja, denn hier sind Sie weisungsbefugt und nehmen die Ihnen übertragenen Aufgaben nicht geschäftsmäßig vor.
Aber Achtung vor Scheingeschäften, auch diese können von den Ordnungsbehörden wie beschrieben geahndet werden.

Mit freundlichen Grüßen
RA A. Wehle

Bewertung des Fragestellers 02.12.2013 | 08:16


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