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Selbstgebautes Pedelec gestohlen - Hausrat will nicht zahlen

27.09.2019 13:24 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Zusammenfassung:

Pedelec mit hoher Nennleistung, die geeignet ist, hohe Geschwindigkeiten oberhalb von 25 km/h zu erzielen, schließt die Eigenschaft eines Fahrrades im Sinne der Hausratversicherung aus

Hallo zusammen,

im Rechts-Dschungel jemanden zu finden, der genau mit diesem Thema Erfahrungen hat ist schwer.

Daher auf diesem Wege ... ich habe mir 2014 ein Pedelec bauen lassen. Nachdem was man derzeit im Internet lesen konnte, hatten die Serien-Pedelecs nicht besonders viel zu bieten und waren recht teuer. Relativ geringe Reichweite und nur nicht zu lange bergauf fahren oder zu viel Gewicht (Anhänger), sonst überhitzen die schnell.

Meine Anforderungen waren also ein Pedelec mit hoher Reichweite und ich wollte diese 25km/h Unterstützung dauerhaft und unter allen Umständen haben. Also auch eine Tagestour in den Bergen bei 30°C Außentemperatur und mit Anhänger soll keine Schwierigkeiten bereiten.

Es wurde ein normales Serien-Fahrrad von Bergamont umgebaut und verkabelt.

Für die Reichweite sorgten Akkus mit einer Gesamtkapazität von 2.000 Wh (statt Serie etwa 500 Wh). Ich hatte auch bewusst deutlich mehr Kapazität eingekauft, weil klar ist dass diese mit der Zeit weniger wird und ich auch nach ein paar Jahren noch eine zufriedenstellende Reichweite haben wollte.

Wegen Gewicht / Anhänger, Bergauffahrt, Gegenwind und Hitze (0°C oder 30°C Außentemperatur machen da wohl auch ziemlich Unterschiede) hatte ich mich auf Empfehlung für einen großen Motor entschieden dem all das nichts ausmacht.

Die Konfiguration sollte trotzdem so sein, dass ich mich normal auf Radwegen und ohne Zulassung bewegen kann. Gesagt, getan: Gasgriff als 6 km/h Anfahrhilfe, damit man nicht ständig so viel schalten muss an Ampeln etc., Unterstützung bis 25km/h - also auch steil bergauf gemütlich treten und zügig voran kommen - ein Traum von Pedelec.

Nun wurde mir das Pedelec im April diesen Jahres gestohlen, polizeilich gemeldet und dann bei der Hausrat mit Fahrraddiebstahl die Teileliste eingereicht. Antwort in Kurzform: "Motorleistung ... entspricht nicht denen eines Pedelecs ... ."

Der Motor Crystalyte HS 3540 hat laut Hersteller eine Ausgangsleistung von 250-2.000 Watt. Diese Nenndauerleistung wird wohl unter Laborbedingungen recht umständlich ermittelt und lässt sich nicht unmittelbar von der Ausgangsleistung ableiten. Den Wert kann ich auf der Herstellerseite jedoch nicht finden (crystalyte-europe.com), ans Telefon geht niemand und auf Email antwortet auch niemand. Die Facebook-Seite wurde wohl gelöscht und der letzte Tweet ist von 2014 ... Scheinbar ist der Dreh- und Angelpunkt die Herstellerangabe der Nenndauerleistung. Die Hersteller scheinen im Labor alles so hinzubiegen, dass die gewünschten 250W dabei gemessen werden, egal wie unterschiedlich groß (Ausgangsleistung, Drehmoment, etc.) die sind.

Hinzu kommen Überlegungen wie: einen "250W gelabelten" Motor mit 1.000W betreiben (Post Pedelecs) ist also in Ordnung, aber einen 2.000W Motor (Nenndauerleistung unbekannt) sozusagen gedrosselt als Bulldozer zu verwenden (25km/h egal was komme) ist nicht zulässig?

Und habe ich jetzt versäumt das Pedelec zu registrieren, auf einen Leistungsstand ins Labor zu bringen oder anderweitig eine Abnahme durchzuführen? Gibt es da Verpflichtungen?

Einem Traktor mit 9 Liter Hubraum und 500 PS wird auch nicht unterstellt, dass er 300km/h fährt, obwohl er anders verbaut vielleicht in der Lage wäre.

Ich stehe da ziemlich im Regen und offensichtlich in einer Grauzone.

Frage: war es nun ein Pedelec und die Versicherung muss zahlen oder nicht?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich verläuft die Weichenstellung, ob es sich noch um ein Fahrrad handelt, bei einer gewissen Leistungsgrenze. Diese wird
regelmäßig bei 25 km/h zu finden sein. Es geht dabei um die Verkehrsauffassung. Ich denke bei den von ihnen genannten Daten, die ja ohne jedwede Zulassung vorliegen sollen, wird der Zweifel der Versicherung angesichts der
Vorhandenen "Power" schwerlich zu widerlegen sein. Denn auch ein gedrosselter Power-Antrieb bleibt kraftvoll. Letztendlich verstehe ich ihre Argumente, verbindlich klären kann das wohl nur ein Gericht. Aber die genannten Grundzüge stehen gegen IHRE Haltung, da die pure Leistung erheblich ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 01.10.2019 | 23:47

Ich glaube Sie haben den Unterschied zwischen Ausgangsleistung und Nenndauerleistung nicht beachtet.

Nahezu alle Motoren werden mit exakt derselben, rechts-konformen Nenndauerleistung von 250W angegeben. Das ist so als gäbe es eine 100 PS Grenze für "Klein-PKWs die ohne Zulassung fahren dürfen" und dann würden sie über Audi, Mercedes, Toyota hinweg alle Motoren auf einen "Prüfstand" stellen und egal ob der 1,2 Liter oder 3 Liter Hubraum hat - alle haben exakt die magischen 100 PS. Ist das nicht seltsam? Zu der tatsächliche Ausgangsleistung der Serien-Pedelecs oder Aufrüst-Kits schweigen sich die Hersteller aus. Im Eigenbau / Einzelteil-Bereich sieht das eben anders aus.

Auch ein solcher 250W Serien-Motor wird eine Ausgangsleistung von mehreren 1.000W leisten, wenn er gefordert wird (bergan, Gewicht, etc.)

Ein Serien-Bosch Motor wie der Performance CX wird ebenfalls mit 250W Nenndauerleistung angegeben. Ohne große Mühe werden Sie aber Tuning-Zubehör finden, um die Werkseinstellungen zu überschreiben und mit dem selben 25km/h Motor Geschwindigkeiten von deutlich über 50km/h erreichen. Worauf ich hinaus will ist: Ausgangsleistung (bei meinem Motor laut Hersteller die echten 250-2000W die er in Leistungsspitzen liefern kann) ist NICHT die Nenndauerleistung, die vollen allen Herstellern auf exakt 250W gemauschelt wird. Recherchieren Sie einmal den Begriff Nenndauerleistung und wie dieser theoretisch bei Pedelecs / deren Motoren bestimmt wird.

Das meinte ich mit Grauzone. Das Gesetzt sagt 25km/h und 250W Nenndauerleistung (ein schwammiger, kaum nachzuvollziehender Begriff), während nahezu alle Motoren am Markt eine erhebliche höhere Ausgangsleistung aufweisen.

Mir ist bewusst, dass sich niemand wirklich mit dem Thema auskennt und das bewerten kann. Ich wachse da auch gerade erst rein, weil ich gezwungen bin zu recherchieren. Aber sich an den "250W" zu krallen, obwohl die Nenndauerleistung im § wenig bis gar nichts mit der Ausgangsleistung zu tun hat, ergibt doch losgelöst von meinem Fall überhaupt keinen Sinn. Und ein Richter kann das genauso wenig bewerten, wie die übrigen 99,9% in Deutschland. Solange bis man sich in das Thema etwas mehr einliest ...

Die Frage bleibt also offen, wie das zu bewerten ist und ob ein Motor mit Power(-reserven) in einer 250W Nenndauerleistungs-Konfiguration, der bis 25km/h unterstützt nun ein Pedelec angetrieben hat oder nicht.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.10.2019 | 12:16

Guten Tag,

ich denke schon, dass ich das verstanden habe. Allerdings sie haben völlig Recht. Als nicht kundiger Mensch ist das alles schwieri nachzuvollziehen. Zumal Sie auch Verständnis sicherlich haben werden, dass wir hier keine technische Recherche angesichts des Einsatzes (nach Abzug der Betreiberabgaben verbleiben brutto 50,00 € ca.) bieten können.

Letztlich ist die Nenndauerleistung meines Erachtens ein Kompromiss und sicherlich kein abschließend überzeugender. Gleichwohl muss man auch sagen, dass vom Begriff des Fahrrades ab einem bestimmten Punkt schon eine leistungsbezogene Abgrenzung zu erfolgen hat. Da Ihr "Rad" nicht zugelassen worden ist und dementsprechend die relevante Nennleistung eben - anders als bei den üblichen Pedelec - nicht reduziert ist, sehe ich da wenig Argumentationsspielraum. Aus Ihre Sicht mag das Mauscheln sein, aber ich denke es ist ein Kompromiss. Denn wenn getuned wird, erlöschen in der Regel ohnehin Versicherungsschutz und Betriebserlaubnis. In ihrem Fall ist die Leistung nicht eingegrenzt, bzw. dies eben nicht "amtlich" nachgewiesen. Von daher werden Sie wohl vom Wortsinn nicht von einem Fahrrad sprechen können. Zumal Ihre Intention bergauf deutlich mehr "Power" zu haben, für mich nahelegt, dass dieses Fahrzeug erheblich mehr Leistung effektiv hat. Was es für mich zusätzlich von einem Fahrrad abhebt.

Ich denke meine Antwort wird Ihnen nicht gefallen, aber gleichwohl kann ich keine positivere Antwort geben. Tut mir Leid.

mfg Christoph Hellmann

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