Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
503.210
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Selbstbehalt mit minderjährigem Kind

29.04.2018 16:51 |
Preis: 30,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Hallo, ich habe eine Frage zum Kindesunterhalt. Ich bin 31, lebe in Scheidung. Meine Tochter, 9 Jahre, lebt bei mir, unser gemeinsamer Sohn (10 Jahre) bei meinem Ex. Ich lebe im vor 5 Jahren gekauften Haus, die Raten dafür (900€) tragen mein Ex und ich zur Hälfte. Die Nebenkosten für das Haus sowie Grundsteuer, Versicherungen etc. trage ich allein. An Strom/Gas bezahle ich monatlich etwa 150€. Mein monatliches Nettoeinkommen - ich arbeite 35 Stunden pro Woche - beträgt 1200€, das meines Ex über 2300€. Ich erhalte Kindesunterhalt für meine Tochter und Kindergeld.. Meine tägliche Fahrstrecke zur Arbeit beträgt 8,5km.
Jetzt hat mein Exmann Unterhaltsvorschuss für den Sohn beantragt. Ich habe gestern einen Brief vom Amt bekommen, dass ich monatlich 34€ Unterhalt bezahlen soll. Mir wurden an Fahrtkosten 90€ bewilligt. Und ich soll bis morgen (!) erklären, ob ich zahle oder nicht. Ich weiss nicht, wovon ich das Geld aufbringen soll. Wird bei der Berechnung nicht ein gewisser Mehraufwand für Wohnen für meine Tochter bewilligt? Und weshalb wurden mir nur 90€ Fahrtkosten zur Arbeit angerechnet - ich komme bei 30 Cent pro Kilometer und 16 km hin und zurück auf etwa 100€? Und habe ich nicht das Recht, ein paar Tage Frist zur Klärung zu beanspruchen, bis ich mich dem Jugendamt gegenüber äussere?
Laut meiner Info beträgt der monatliche Selbstbehalt 1080€, worin Mietkosten in Höhe von 380€ warm enthalten sind. Aus dem Haus kann ich nicht ausziehen, da momentan der Verkauf des Hauses die Restschuld plus Vorfälligkeitsentschädigung nicht vollständig bezahlen würde und dadurch sowohl mein Ex als auch ich verschuldet wären. Er kümmert sich hier um nichts, ich regele alles allein, was das Haus betrifft... Da sein Einkommen so viel höher als meins ist, gibt es dafür nicht auch eine Regelung?
Eingrenzung vom Fragesteller
29.04.2018 | 16:55

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Zunächst einmal sollten Sie eine Fristverlängerung beantragen, um ggf. einen Anwalt vor Ort beauftragen zu können.

Wenn der Vater mindestens doppelt so viel verdient wie Sie, erhöht sich nach der Rechtsprechung Ihr Selbstbehalt, so dass eine Inanspruchnahme eventuell schon daran scheitert.

Zu Ihren Anmerkungen im Übrigen: Die Fahrtkosten sind richtig berechnet, weil das Jahr maximal 220 Arbeitstage hat.

Nebenkosten sind keine Abzugsposition. Aber Sie können ggf. mit der Unverkäuflichkeit der Immobilie argumentieren, die dazu führt, dass Sie wegen der halben Kreditrate einen höheren Betrag für das Wohnen benötigen. Allerdings ist im Kindesunterhalt, den Sie bekommen, auch eine Anteil für das Wohnen des Kindes enthalten, so dass sich die Wohnkosten auf Ihr Einkommen und den anteiligen Kindesunterhalt verteilen.

Sie wären grundsätzlich verpflichtet, ganztags, also 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Es besteht damit das Risiko, dass Ihnen fiktive Einkünfte angerechnet werden.

Beauftragen Sie einen im Familienrecht erfahrenen Anwalt vor Ort, der Ihre Interessen vertritt, nachdem Sie der Behörde mitgeteilt haben, dass Sie sich kurzfristig über einen Anwalt äußern.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 29.04.2018 | 20:31

Muss ich denn mit einem knapp 9jährigen Kind 40 Stunden arbeiten? Ich habe auch unsere beiden Hunde behalten, um die ich mich allein kümmere... Ich weiss, dass das gegenüber den Gerichten kein tragendes Argument ist, aber ich muss mich hier wirklich um alles kümmern, auch um die Tiere... Noch länger halten die nicht durch als bis 17:30 Uhr. Meinem Ex ist das egal, er hilft da gar nicht. Ich weiss nicht, wie ich das alles schaffen soll, wenn ich künftig unter der Woche täglich bis 18 anstatt bisher bis 17 Uhr arbeiten soll... meine Tochter kommt um 16:30 Uhr aus der Betreuung und ich kann sie nicht bis 18:30 Uhr allein lassen, dazu ist sie noch zu klein... Ich bin froh, eine Arbeit gefunden zu haben... Muss ch also 40 Std arbeiten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2018 | 20:51

Sehr geehrte Fragestellerin,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:


Grundsätzlich besteht eine Obliegenheit zur vollschichtigen Erwerbstätigkeit. Wenn eine Fremdbetreuung für Ihre Tochter (Hort, Tagesmutter o. ä.) nicht möglich ist, kann dies im Einzelfall berücksichtigt werden. Das muss dann aber detailliert vorgetragen werden, wobei auch ein Wechsel der Arbeitsstelle grundsätzlich zumutbar ist, wenn damit eine günstige Veränderung der Arbeitszeiten einhergeht. U. U. müssen Sie nachweisen, dass entsprechende Bewerbungen erfolglos waren. Schließlich arbeitet Ihr Mann trotz eines ähnlich alten Kindes offenbar auch vollschichtig.

Die Hunde sind sicher kein Grund, die Berufstätigkeit einzuschränken. Ggf. müssen Sie sich von den Hunden trennen, auch wenn dies menschlich sicher schwierig ist.

Hier gibt es viele Details, die konkret vorgetragen werden können, die aber den möglichen Umfang einer Online-Beratung übersteigen. Sie sollten sich dringend Hilfe vor Ort suchen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 64990 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell und absolut verständlich. Ich bin sehr zufrieden! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Kurze und prägnante Antwort, die nachvollziehbar ist, auch hinsichtlich der weiteren Schritte. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle Antwort, auch auf unsere Rückfrage. Herr Bohle ist ganz konkret auf unsere Fragestellungen eingegangen. Nach der Rückfrage waren die Antworten für uns verständlich und haben uns sehr geholfen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER