Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Selbst gedruckte Rechnung ausländischer Anbieter als Betriebsausgabe ?


29.04.2007 22:20 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag,

ich nehme als Unternehmer oft Internet-Dienstleistungen ausländischer Anbieter in Anspruch (sonstige Leistungen für die ich gemäß §13b UStG als Leistungsempfänger die MwSt schulde). In aller Regel bieten diese Firmen Rechnungen nur via Download oder Email an und zwar ohne die für den Vorsteuerabzug erforderliche digitale Signatur (das tut z.B. ja auch www.frag-einen-anwalt.de).

-> Die Rechnungen enthalten abgesehen von der Steuernummer des Unternehmens, der elektronischen Signatur und der Auflistung der MwSt (da die Rechnungen keine MwSt enthalten) alle in §14 IV UStG genannten Pflichtangaben.

-> Ich habe jedoch original Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen die die Ausgaben belegen.

1. Oft habe ich gehört, dass die selbst gedruckte Rechnung dann anerkannt wird, wenn durch einen originalen Zahlungsbeleg wie z.B. einen Kontoauszug bewiesen werden kann, dass die Rechnung bezahlt wurde. Dieser Ansicht scheinen auch die Betreiber von frag-einen-anwalt.de zu sein, denn die stellen Rechnungen ja auch nur online ohne Signatur zur Verfügung. Wird das Finanzamt diese Ausgaben dann als Betriebsausgabe anerkennen ?

2. Teilweise steht auf dem Kontoauszug nur der Name des Zahlungsempfängers ohne weitere Daten...in einem Fall sogar lediglich dessen Telefonnummer. Ich habe Bedenken, dass das Finanzamt dann behauptet der Zahlungsbeleg/Kontoauszug sei der selbst gedruckten Rechnung nicht zuzuordnen. Was muss auf dem Kontoauszug genau stehen damit das Finanzamt die Zahlung dem selbst gedruckten Zahlungsbeleg zuordnet ? Reicht es schon wenn die Beträge der Höhe nach regelmäßig mit den selbst gedruckten Rechnungen überein stimmen ?

Wie gesagt, es geht mir bei dieser Anfrage ausschließlich um die Anerkennung als Betriebsausgabe...nicht um den Vorsteuerabzug.

Danke im voraus !
Eingrenzung vom Fragesteller
29.04.2007 | 22:23
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Grundsätzlich würde ich dem Kollegen mit seinem Erhöhungsverlangen zwar zustimmen, da es bei Ihnen jedoch nicht um die Frage des Vorsteuerabzuges sich handelt, wie Sie selbst unzweideutig zum Ausdruck bringen, lässt sich Ihr Anliegen auch für den von Ihnen gebotenen Einsatz lösen.

Sie scheine wohl da ein wenig etwas von den Voraussetzungen her durcheinander zu bringen, denn das UStG mit seinen dementsprechenden Normen hat bei der Beurteilung, ob Betriebsausgaben vorliegen oder nicht, keine wirkliche Bedeutung.
Diesbezüglich ist auf § 4 IV EStG zurückzugreifen, der da festlegt, dass Betriebsausgaben derartige Ausgaben sind, die durch den Betrieb veranlasst sind.
Sie werden auch im Einkommensteuergesetz, nicht wie im Umsatzsteuergesetz der § 14 dies vorschreibt, nicht wirklich etwas finden, das die Form etwaiger Rechnungsstellung regelt.
Somit müssen Sie ggf. dem Finanzamt nachweisen, dass es sich bei den ertragsteuermindernden Ausgaben sich um solche handelt, die durch den Betrieb veranlasst sind, was Sie selbstredend für den Betriebskostenabzug auch zu beweisen haben.
Die Rechnungen, die bei „frag-einen-annwalt“ sind z.B. derartige, da diese mit dem Honorar für die Mailberatung, die wiederum zu den Einnahmen aus selbständiger Arbeit zu rechnen sind, in Verbindung stehen.
Somit wird es auch nicht auf eine etwaige digitale Signatur oder ähnliches ankommen müssen.


Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.04.2007 | 23:14

Das ist mir soweit eigentlich weitestgehend klar. Meine Anfrage bezieht sich eher auf die Frage wie die Zuordnung als Betriebsausgabe nachgewiesen werden muss. Ich habe nur auf den Paragraphen des UStG verwiesen um nicht alle in den mir vorliegenden Dokumenten enthaltenen Angaben selbst beschreiben zu müssen.

Können Sie evtl. noch etwas dazu sagen ob die von mir beschriebenen Dokumente so als Beweis anerkannt würden.

Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2007 | 23:20

Sehr geehrter Ratsuchender,

es wird weniger auf Ihre Dokumente ankommen, die in Papier- oder sonstiger Form durchaus erstellbar sind.
Es wird darauf ankommen, etwaige zu deklarieren und nachzuweisen, dass die Aufwendungen, die Sie tätigen, mit Ihren Einnahmen in Verbindung zu bringen sind.
Dies wird sich im Zweifel nicht in Papierform lösen lassen, sondern ggf.sogar erst in einer etwaigen Betriebsprüfung wirklich lösen lassen.
Gelegentlich dieser wírd anhand einer etwaigen Gesamtbetrach-tung zu ermitteln sein, inwieweit Betriebsausgaben gem. der Definition, die dadurch mit Leben gefüllt würde, vorliegen werden.
Aus diesem Grunde wird das Finanzamt anhand Ihrer etwaigen Gewinnermilltung extern einer etwaigen Außenprüfung eine derartige Entscheidung nicht treffen wollen und ggf. die Einkommensteuerbescheide entweder für vorläufig erklären oder unter den Vorbehalt der Nachprüfung stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER