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Selbst. Tätigkeit im EU-Ausland bei Privatinsolvenz - Wohnungskosten abzugsfähig?

23.07.2021 19:03 |
Preis: 53,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


Guten Tag!
Meine Frau ist seit Februar in der (Privat-)Insolvenz wegen alter Schulden über ca 45.000 Euro. Sie lebt mit ihrem minderjährigen Kind mit mir in meinem Haus (Eigentum). Sie hat nun in Italien ein Angebot erhalten, als Selbständige in der Tourismusbranche zu arbeiten. Für verschiedene Touren etc. kann sie 27 Euro pro Stunde berechnen und ihrem Arbeitgeber einmal pro Monat in Rechnung stellen. (ja, ich weiß, eine echte Selbständigkeit sieht etwas anders aus..). Dass sie in Italien dieses Angebot bekam, ist nicht so ganz ungewöhnlich, da ich dort seit längerem eine Wohnung (auf meinen Namen) für 1000 Euro pro Monat angemietet habe, die ich als Zweitbüro nutze, um auch mal ganz in Ruhe zu planen und zu zeichnen. Ich bin ebenfalls selbstständig. Meine Frau käme erwartungsgemäß recht deutlich über die Pfändungsfreigrenze von ca. 2000 Euro/Monat. Da sie dann selbst in meiner Wohnung in Italien leben würde, ich die Wohnung in dieser Zeit, geplant sind 8 Monate, selbst nicht nutzen kann, zumal ich in Deutschland auf ihr Kind aufpasse, während sie weg ist, würde ich die 1000 Euro pro Monat für die Wohnung in Italien gerne aus der Berechnung der Pfändungsgrenze heraushalten. Oder die Pfändungsgrenze entsprechend erhöhen lassen. Es ist noch zu erwähnen, dass meine Frau in DE nie mehr als 10 Euro pro Stunde verdient hat. Unter diesen Umständen sollte die Überlegung, lieber für 27 Euro pro Stunde im Ausland zu arbeiten, dafür aber die Kosten für die Wohnung nicht in die Berechnung Pfändungsgrenze mit einfließen zu lassen, gerechtfertigt sein. In DE würde sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie über die 2000 Euro kommen. In Italien aber mit guten Chancen über die 3000 Euro.
Einige Ansätze habe ich schon recherchiert wie z.B. ein pauschaler Verpflegungsmehraufwand von 28 Euro/Tag für eine arbeitsbedingte Zweitwohnung. Nur ist der eigene Fall ja fast immer etwas anders. Was in meinem/unserem Fall etwas anders ist, ist der Umstand, dass meine Frau ja genau genommen keine "Zweitwohnung" mitfinanzieren muss, da sie in Deutschland mit in meinem Haus wohnt. Die zweite Abweichung vom Standard-Fall ist, dass ich die Wohnung in Italien ja auch vorher schon angemietet hatte, die Kosten also trotzdem anfallen würden. Rein logisch dürfte das keine Rolle spielen, da ich ja ab dann keine Gegenleistung mehr für die Mietzahlungen für die Wohnung in Italien mehr habe, ich diese ja auch an meine Frau untervermieten könnte, und ebenfalls dürfte der Umstand keine Rolle spielen, dass sie in DE selbst gar keine (Erst-)Wohnung zu finanzieren hat, da die Gesamtüberlegung dem Grundgedanken keinen Abbruch tut, dass sie durch den Umzug auch unter Berücksichtigung der gegenzurechnenden Mietkosten mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Teil ihrer Schulden tilgen kann, als wenn sie in DE bliebe. Nur gehen rechtliche Betrachtungen im Gehirn gelegentlich am Logik-Zentrum vorbei. ;)

Bevor ich das, im Sinne meiner Frau, mit dem Insolvenzverwalter bespreche, würde ich gerne schon vorab die rechtlichen Möglichkeiten kennen.

Mit freundlichen Grüßen

25.07.2021 | 10:50

Antwort

von


(720)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Erstmal liegt hier ganz klar Scheinselbständigkeit vor, d.h. dass Ihre Frau hier mit erheblichen Nachzahlungen und ggf. einem Strafverfahren rechnen kann. Daher würde ich das schonmal lassen oder richtig machen! Dann können natürlich nur Kosten abgesetzt werden, die wirklich anfallen. Wenn Sie Ihnen keine Miete zahlt, kann auch nichts abgezogen werden. Vereinbaren Sie eine Miete, müssen Sie diese auch versteuern - also letztendlich wird es nicht viel bringen.

Klären Sie das mit dem Insolvenzverwalter unbedingt, denn künstlich Kosten produzieren ist hier für alle Beteiligten absolut von abzuraten!



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 25.07.2021 | 15:59

Ich danke Ihnen für Ihre Erläuterungen. Allerdings treffen sie die relevanten Punkte nicht. Zum einen ist die Art und Durchführung der Arbeit nach italienischem Recht eine zulässige abhängige Selbständigkeit. Zum zweiten sollen keine künstlichen Kosten erzeugt werden. Es sind ja tatsächlich anfallende Mietkosten, die ich dann meiner Frau in Rechnung stellen würde. Zum dritten spielt es steuerlich natürlich keine Rolle, ob sie mir im Monat 1000 Euro zahlt, da wir gemeinsam veranlagt sind. Die Kernfrage bezog sich nicht auf die steuerliche Gestaltung, sondern auf die Anrechenbarkeit der Kosten auf die Pfändungsfreigrenze. Und natürlich muss das mit dem Insolvenzverwalter besprochen werden, nur will ich eben vorab über die rechtlichen Möglichkeiten informiert sein.

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.07.2021 | 12:23

Da Sie scheinbar die steuerliche/sozialversicherungsrechtliche Beratung nicht wollen (schade, unser Credo ist immer die umfassende Beratung!) und Sie meinen, sich richtig informiert zu haben, unterstellen wir mal, dass das zulässig wäre (auch wenn nicht), so habe ich auf Ihre Kernfrage doch ausreichend geantwortet - nur, wenn Ihre Frau wirklich Geld ausgibt und die Miete an Sie zahlt, kann sie das auch ansetzen. Ob Sie die Wohnung vorhalten und dadurch einen Verlust hätten, ist unerheblich.

ANTWORT VON

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