Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.542
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sekundentod

| 18.10.2017 22:38 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Vater hat 2008 eine Risikolebsversicherung abgeschlossen, in dieser hat er angegeben, dass es keine Vorerkrankungen wegen Bluthochdruck gibt. Allerdings war er vor 2008 schon in Behandlung wegen Bluthochdruck. Nach Abschluss dieser Versicherung, bekam sein Hausarzt ein schreiben von der Versicherung, in der er die Behandlung auf Bluthochdruck bescheinigte und somit richtigstellte.Das schreiben wurde an die Versicherung weitergeleitet und über den aktuellen gesungheitsstand in kenntnisgesetzt. Nun ist mein Vater verstorben. Der Sekundentod wurde festgestellt. Nun zu meiner Frage, kann die Versicherung die Leistungen verweigern, trotz der Kenntnis, die sie durch den Hausarzt erhalten haben?

Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass der Hausarzt nicht erst jetzt nach dem Versterben Ihres Vaters von den Vorerkrankungen Kenntnis erlangte, sondern bereits zuvor.

Sofern die Annahme zutrifft gilt folgendes:
Der Versicherer kann seine Recht zum Rücktritt etc. nur innerhalb eines Monats nachdem ihm die vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung bekannt geworden ist wahrnehmen. Die Frist begann, als die Information des Hausarztes dem Sachbearbeiter zuging. Selbst wenn eine arglistige Täuschung bejaht werden müsste, wäre die Rechte zur Anfechtung nach einem Jahr verjährt.

Sollte ich also mit meiner Annahme, dass die Anfrage bei dem Hausarzt nicht erst im Rahmen der Leistungsprüfung erfolgte, richtig liegen, hätten Sie nichts zu befürchten.

Anders kann es liegen, wenn der Versicherer erst jetzt Kenntnis erlangte. In diesem Falle müssten die Einzelheiten des Falls genauer betrachtet werden,

Zum einen müsste geschaut werden, ob eine Anzeigepflichtverletzung überhaupt vorliegt, was zB bei einem Vergessen oder Unkenntnis von der Diagnose der Fall wäre. Zum anderen, wenn die Anzeigepflichtverletzung bejaht werden muss, welche Rechtsfolge hieran zu verknüpfen ist. Diese variiert je nah Verschuldensgrad. Demnach müsste anhand umfangreicher, weiterer Informationen festgestellt werden, ob Arglist, Vorsatz, grobe oder nur einfache Fahrlässigkeit vorlag.

Darüber hinaus spielen noch weitere Aspekte eine Rolle, die eine Leistungspflicht auch dann begründen würden, wenn die Anzeigepflichtverletzung zu bejahen wäre (Bsp.: liegt eine ordnungsgemäße Belehrung vor; können die Informationen vom Hausarzt verwertet werden etc.).

Sollten Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie mich gerne kontaktieren. Die Entfernung ist dank heutiger Fernkommunikationsmittel dabei kein Problem. Das hier gezahlte Honorar würde auf die durch die weitere Tätigkeit entstehenden Kosten angerechnet werden.

Abschließend möchte ich noch mein Bedauern über das Ableben des Ihres Vaters zum Ausdruck bringen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 21.10.2017 | 22:09

Vielen Dank für Ihre rasche Antwort!

Uns liegen nun die genauen Unterlagen vor. Die Gesundheitsfragen wurden im April 2008 ordnungsgemäß vom Hausarzt ausgefüllt, in den auch bescheinigt wurde, dass er an Hypertonie leidet aber durch Medikamente eingestellt ist und sein Blutdruck bei 140/90 liegt. Im Mai 2008 wurde der Vertrag/Police unterschrieben. Wir gehen davon aus,dass der Versicherer auf Grund der Gesundheitsfragen seine kreuze im fragenbogen ordnungsgemäß gesetzt hat. Sonst hätten sie meinen Vater nicht versichert Bzw. Zu einem höheren Beitrag. Dieser lag bei 80€. Wie sehen Sie diese Situation ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.10.2017 | 10:42

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

Wenn der Versicherer schon vor Vertragsschluss über den bestehenden Bluthochdruck informiert wurde, kann er sich jetzt nicht auf Leistungsfreiheit oder -kürzung wegen vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung berufen.

Zum einen gilt die Auskunft des Hausarztes rechtlich als Auskunft Ihres Vaters. Zum anderen wären ohnehin die einzuhaltenden Fristen verstrichen (siehe oben).

Wenn ich Sie richtig verstehe, wurde wegen des Bluthochdrucks auch ein Risikozuschlag in Höhe von achtzig Euro erhoben. Wenn dies zutrifft, haben Sie ohnehin nichts zu befürchten. Schauen Sie die Versicherungsunterlagen durch. Der Grund für die Erhebung eines Risikozuschlags wird üblicherweise in den bei Vertragsschluss übergebenen Unterlagen genannt.

Sie können übrigens von Ihren Vater ggf. erklärte Schweigepflichtentbindungen widerrufen. Sicherheitshalber sollten Sie dies tun um so zu vermeiden, dass der Versicherer sich in Besitz von Behandlungsunterlagen bringt, die sich nachteilig auf Ihren Anspruch auswirken können. Für den Fall, dass der Versicherer noch Unterlagen einholen will, können Sie diese stattdessen zunächst selbst bei den Ärzten etc. anfordern und später an den Versicherer weitergeben. Dies hat den Vorteil, dass Sie zunächst überprüfen können, ob diese nachteilige Informationen enthalten.

Eine kleine Korrektur zur Ausgangsantwort:
Im Satz "Ich gehe davon aus, dass der Hausarzt nicht erst jetzt nach dem Versterben Ihres Vaters von den Vorerkrankungen Kenntnis erlangte, sondern bereits zuvor" sollte es "Versicherer" nicht "Hausarzt" heißen. Das Versehen bitte ich zu entschuldigen.

Ich wünsche Ihnen noch ein erholsames Restwochenende.




Mit freundlichen Grüßen,


A. Meyer




Bewertung des Fragestellers 21.10.2017 | 09:34

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Gute Beratung. Bei weiteren Fragen melde ich mich gerne wieder."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 21.10.2017 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65539 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell und war verständlich. ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Schnelle Antwort mit Verweis auf gültige Rechtsnormen und entsprechenfe Handlungsempfehlung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
die antwort war gut. ...
FRAGESTELLER