Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sekundärhaftung für Anwaltsberatung


11.11.2005 20:50 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Sehr geehrte Damen und Herren,
Im Jahr 2000 hat meine ehemalige Schwiegermutter gegen mich geklagt. Sie behaubtete mir ein Darlehen gewährt zu haben, was nicht stimmte. Ich beauftragte einen Anwalt mit der Stellungsnahme, um nichts falsch zu machen. Diese war wegen PKH gefordert. Der annehmende Anwalt übergab den Fall einer Kollegin in seiner Sozietät, was ich kritisierte, jedoch dann auf sein Anraten und seiner behaupteten Federführung hinnahm. Obwohl die Gegenseite für das behauptete Darlehen beweispflichtig war, erklärte nun meine Anwältin,ich hätte kein Darlehen erhalten, jedoch treuhänderisch verwahrt.Sie sollte diesen Betrug an mich abwehren, hat jedoch die Klage mit der unwahren Behauptung erst schlüssig gemacht.Warum? Ich erkannte damals diese tödliche Falle nicht.Die Wahrheit, meine Mutter hatte das Geld auf ihr Konnto angenommen und verwahrt.Dann ohne Quittung übergeben. Wir lebten im Haushalt meiner Mutter und ich hatte im Auftrag meiner Mutter dieses Geld wegen ihrer Schwerbehinderung von der Bank geholt,sah mich jedoch nicht weiter in der Pflicht. Es kam wie es kommen musste, nach Tod meiner Mutter zog meine Frau(Ausländerin) zu ihrer Mutter und dann die Behauptung des angeblichen Dahrlehen, welches nicht bewiesen werden konnte und nach der falschen Behauptung auch nicht brauchte. Trotz meines Protestes wurde nicht berichtigt.Im Urteil stand dann: " der Beklagte hat ja selbst....!" In der Berufung,wurde nicht berichtigt,denn das sei Prozessbetrug, so der Berufungsanwalt.Die erste Anwältin sollte auf unsere Bitte hin berichtigen, was sie nicht tat.Wegen nichtgewährter PKH mußte ich die Berufung zurückziehen.Ich beauftragte kurz vor Primärverjährung einen Anwalt, der wegen einer angeblichen Sekundärhaftung keine Eile zur Prüfung sah. Nach 10 Monaten "Nichtstun" entzog ich ihm den Fall,um jetzt zu hören ,das es keine Sekundärhaftung wegen Nichberatung gibt,weil ich erst nach Mandatsende um Korrektur bat.In der 1. Kanzlei jedoch waren noch mehrere Fälle von mir abzuarbeiten bis Juno 03.
Meine Fragen:
1.Gibt es eine Sekundärhaftung,wenn die Anwältin nicht über Verjährung aufklärt, obwohl ich um Richtungstellung ihres Fehlers bat, im Juli 2002, sie diesen aber rigoros bestritt? Urteil Nov.2001
2.Konnte sie wegen dem vorliegende Mandatsende die Belehrung wegen der Verjährung unterlassen ? Ich hatte wegen ihrer Beweislastumkehr und ihrer falschen Behauptung verloren.
3.Kann ich den Anwalt ,den ich mit der Prüfung beauftragte und auf die drohende Verjährung hinwies,haftbar machen,da er von einer Sekundärhaftung ausging, die es nun nicht geben soll?
Ich habe Alles verloren,und möchte bitten, das ein Anwalt antwortet,der mich auch bei einen Prozess vertreten würde unter PKH und sich nicht vor einen Prozess wegen Anwaltshaftung scheut?
Danke! Ich bitte um Entschuldigung für den geringen Einsatz,wegen Harz4 Bezug.



Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Hier ist nur eine summarische Prüfung möglich! Eine genaue Prüfung an Hand der genauen Daten und Unterlagen kann hier nicht unterlassen werden.

1. Hat der Anwalt vor Ablauf der Verjährung des Primäranspruchs begründeten Anlaß zu prüfen, ob er seine Auftraggeber durch einen Fehler geschädigt hat, und muß er dabei eine durch seinen Fehler eingetretene Schädigung erkennen, so entsteht die Verpflichtung, auf die Möglichkeit der eigenen Haftung sowie auf die kurze Verjährungsfrist des § 51 BRAO a.F. hinzuweisen. Diese sekundäre Pflicht ist verletzt, wenn der Rechtsanwalt den gebotenen Hinweis vor Eintritt der Primärverjährung oder vor Mandatsbeendigung, falls diese vor Ablauf der Primärverjährung erfolgt, nicht erteilt hat. Versäumt der haftpflichtige Anwalt dies schuldhaft, steht dem Geschädigten ein Sekundäranspruch zu, der sich darauf richtet, so gestellt zu werden, als wäre die Verjährung des primären Schadensersatzanspruchs nicht eingetreten (vgl. BGHZ 94, 380, 385 f; BGH, Urt. v. 14. November 1991 - IX ZR 31/91, WM 1992, 579, 581; v. 9. Dezember 1999 - IX ZR 129/99, WM 2000, 959, 960; v. 12. Februar 2004 - IX ZR 246/02, BGH-Report 2004, 809, 811). So der BGH mit Urteil vom 23. Juni 2005 - IX ZR 197/01.

Problematisch ist hier jedoch insoweit, als dass es problematisch sein dürfte, Sie als entsprechend schutzwürdig anzusehen. Denn der Fehler mit dem Schadenseintritt war Ihnen ja bekannt, so dass hier die Verjährung „normal“ laufen könnte.

Bitte haben Sie Verständnis, dass ohne genaue Prüfung hier keine endgültige Stellungnahme möglich ist.

2. Ein Hinweis hätte – so er überhaupt nötig war - auch nach Mandatsende erfolgen müssen (s.o.)

3. Hier liegt u. U. ein Beratungsfehler vor, für den dem Grunde nach eine Haftung bestehen würde.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen und eine weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.11.2005 | 16:48

Anfrage zum stichwort: "Schutzwürdig"- sei in meinem Fall nicht gegeben?

Der Berufungsanwalt erklärte, dass nur eine Berichtigung der 1. Anwältin helfen würde. Nach deren strikten Weigerung und ihrer Behauptung, ich hätte den Sachverhalt so gebracht wie sie ihn vorgetragen habe- war ich gelinde gesagt- schockiert. Gleichzeitig wußte ich nicht, wie ich diese Behauptung von ihr widerlegen sollte. Hinzu kam ihre Aufforderung, der Berufungsanwalt könnte ja jetzt den Sachverhalt so bringen, wie ich jetzt behaupte, das es richtig sei.(er aber genau entgegengesetzter Auffassung) Erst nach vielem Lesen und Recherchen habe ich Ansatzpunkte gefunden ihr zu beweisen, dass ihre Aussage eine Lüge ist. Desweiteren habe ich meine Lebensgefährtin als Zeugen! Deshalb mein spätes, aber nicht zu spätes Ansinnen an einen Anwalt- diese Aspekte zu prüfen. Dieser Anwalt hatte die Akten/ Sachverhalt 3 Wochen vor Primärverjährung in der Hand und ließ sie verstreichen. Unverständlich wäre, wenn mir als Laien der Gesetzgeber unterstellen will dass:
Ich wisse, wie ich als Beweispflichtiger dieser Anwältin beikommen kann und dazu über geltende Verjährungsfristen Bescheid wisse. Wenn also der Fehler eindeutig feststeht, ist dann nicht auch der Anwalt in der Haftung, der diese Verjährung "sehenden Auges" verstreichen läßt mit der Begründung einer behaupteten Sekundärhaftung. Er hätte dann genauso wie Sie erkennen müssen,dass ich auf Grund meines an die Anwältin gerichteten Aufforderung um Berichtigung- jetzt "schutzunwürdig" sei. Ungeachtet der Nachfrage werde ich den Kotakt zu Ihnen suchen. MfG!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.11.2005 | 16:55

Ich sehe hier - wegen der Problematik Sekundärverjährumg - eine mögliche haftung beim Zweitanwalt. Dieser war rechtzeitig beuaftragt und hätte (schon unter Sicherheitsaspekten) die Verjährung unterbrechen müssen. Da dies nicht geschehen ist und die Verjährung wohl gegenüber der Erstanwältin eingetreten ist, sehe ich hierin einen haftungsauslösenden Fehler.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER