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Seit Geburt in PKV möchte in GKV wechseln. Ist das möglich?

23.08.2016 12:10 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Grübnau-Rieken, LL.M., M.A.


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin seit Geburt 1982 über meine Mutter in der Privaten Krankenversicherung. Seit 2012 bin ich Berufstätig als Selbständiger. Meine Eltern haben die Beiträge für mich als Berufsanfänger weiter gezahlt. Ich verdiene inzwischen genug, um eine GKV zu zahlen, allerdings nicht die PKV. Ist es für mich möglich aus der PKV in die GKV zu wechseln, da ich mich nie direkt für eine PKV entschieden habe, sondern diese seit Geburt läuft? Was kann ich sonst tun?

Herzlichen Dank.


Einsatz editiert am 23.08.2016 15:16:59

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Ist es für mich möglich aus der PKV in die GKV zu wechseln, da ich mich nie direkt für eine PKV entschieden habe, sondern diese seit Geburt läuft?

Nein! Vor allem deshalb, da Sie hauptberuflich selbständig sind und damit nach § 5 Abs. 5 SGB V nicht versicherungspflichtig sind.

2. Was kann ich sonst tun?

Sie müssen einen Versicherungspflichtversicherungstatbestand herbeiführen und zwar durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Ihre Selbständigkeit können Sie in geringerem Umfang (zeitlich und verdienstmäßig) weiter laufen lassen.

Ggf. übertragen Sie Ihre Firma und lassen sich als Geschäftsführer anstellen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2016 | 17:18

Sehr geehrter Herr Grübnau-Rieken,
Vielen Dank für Ihre Antwort. Wie lange müsste ich denn als Geschäftsführer in meiner Firma angestellt sein, damit ich in die GKV komme bzw. was passiert, wenn ich kündige?
Herzliche Grüße,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2016 | 17:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage möchte ich gerne wie folgt beantworten:

Man wird bereits im ersten Monat, wenn man sozialversicherungspflichtig angestellt ist, Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung. Man muss also keine vor Wartezeit erfüllen.

Wenn Sie kündigen, setzt sich Ihre Mitgliedschaft nach § 188 Abs. 4 SGB V als so genannte obligatorische Anschluss Versicherung organisiert als freiwillige Versicherung fort, allerdings mit der Maßgabe, dass Ihre sämtlichen Einnahmen dann zur Beitragsbemessung herangezogen werden können.

Ich hoffe Ihre Nachfrage verständlich beantwortet haben zu können und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Grübnau-Rieken
Rechtsanwalt

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