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Sehr höhere Krankenhaus-Rechnung für Patient aus dem Ausland (Selbstzahler)

04.06.2014 00:17 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Grübnau-Rieken, LL.M., M.A.


Zusammenfassung: Für eine im Krankenhaus erworbene Infektion haftet das Krankenhaus unter Umständen.

Sehr geehrte Anwältin, Sehr geehrter Anwalt,
Herr X ist aus dem Irak wegen einer medizinischen Behandlung (Darmkrebs) nach Deutschland gereist. Er ist ein Selbstbezahler. Ich, verwandt mit Herrn X, hatte vor der Reise von Herrn X, ein Gespräch mit dem Chefarzt gehabt und die Behandlung sollte mit 16000€ (insgesamt ohne Operation) erfolgen.

Nach der Anreise von Herr X entschied der Chefarzt für eine Operation um den Tumor zu entfernen. Laut des Chefarztes könnte die Operation bis zu 98% erfolgreich durchgeführt werden.
Am 23.04.2014 verlief die Operation nach 14 Std. erstmals gut. Nach vier Tagen ging es Herr X schlecht wegen einer Infektion. Die Infektion ist durch eine Öffnung in den neuen gebundenen Stellen während der Operation verursacht. Als Folge nahm Herr X eine große Dosierung von Antibiotikum. Es gab dann eine extra Operation am 09.05.2014 um die Öffnung/-en zu heilen.
Dafür mussten wir laut des Chefarztes noch 10000€ (mündlich informiert) bezahlen und wir haben zugestimmt. Es kam allerdings am 11.05.2014 eine Rechnung mit 25000€ und wurde trotzdem sofort bezahlt. D. h. insgesamt ist 72000€ von uns an das Krankenhaus überwiesen worden.
Es kam allerdings nach der zweiten Operation zu weiteren Komplikationen. Als erstes gab es eine Störung an den Leberwerten.
Dann fragte die Familie von Herr X wegen Geldmangels, ob Herr X in das Heimatland zurückkehren soll. Der Chefarzt antwortete dass der Transport viel zu teuer werden kann. Außerdem hatte der Chefarzt eine große Hoffnung (war sehr versprechend), dass Herr X innerhalb einer angemessene Zeit besser sein wird.
Er blieb dann im Koma (Intensivstation) und war die Niere als Folge ohne Funktion. Herr X starb leider am 28.05.2014 dadurch.
Durch das Koma wurde Herr X künstlich beatmet. Eine Zwischenrechnung kam (ohne Vorwarnung) am 21.05.2014 mit einer Summe von 105 000€. Dann eine weitere Rechnung am 02.06.2014 (ohne Vorwarnung) in Höhe von 152000€.
Die Fragen lauten:
Kann das Krankenhaus eine Behandlung ohne Kostenvoranschlag durchführen?
Können wir rechtlich gesehen sagen, dass die Öffnung ist eine Mängel an der erste Operation bzw. Leistung von dem Chefarzt und deswegen übernehmen wir nicht den gesamten Beitrag ab den 23.04.2014?
Dürfen (rechtlich) wir an den Medien wenden? Wenn nicht ab wann dann ist es möglich?

P.S. Alle Rechnungen sowie der Vertrag sind vorliegend.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Kann das Krankenhaus eine Behandlung ohne Kostenvoranschlag durchführen?

Wenn der Patient einwilligt, kann eine Behandlung auch ohne Kostenvoranschlag erfolgen. Allerdings muss der Arzt bei Selbstzahlern vorher über die zu erwartenden Kosten aufklären. Anderenfalls erhält der Arzt nur die gesetzliche Gebühr nach der Gebührenordnung für Ärzte und hier nur den Durchschnittssatz.

Will der Arzt zu höheren Sätzen tun, bedarf dies einer Aufklärung und schriflichen Einwilligung.

Dies dürfte vorliegend nicht erfolgt sein, so dass nur die gesetzlichen Gebühren geschuldet sind.


2. Können wir rechtlich gesehen sagen, dass die Öffnung ist eine Mängel an der erste Operation bzw. Leistung von dem Chefarzt und deswegen übernehmen wir nicht den gesamten Beitrag ab den 23.04.2014?

Dazu müsste ein Behandlungsfehler vorliegen, den Sie beweisen müssten.

Im Landeskrankenhausgesetz (LKG) Nordrhein-Westfalen heißt es zum Beispiel: "Das Krankenhaus ist verpflichtet, alle erforderlichen Maßnahmen zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen zu treffen".

Tut das Krankenhaus dies nicht, liegt ein Haftungstatbestand vor.

Man muss aber genau erkunden, welche Umstände für die Infektion ursächlich sind.

Der Patient hat das Recht, die Operationsakten vollumfänlich einzusehen und sich die Akte (gegen Bezahlung) komplett zur Verfügung stellen zu lassen.

ALlerdings muss die gesamte Kausalkette, das bedeutet der Ursachenzusammenhang aller medizinischen Eingriffe abgeprüft werden.

Dies erfodert Zeit und Sorgfalt. Leider dauern Arzthaftungsprozesse einige Zeit und sind auch recht teuer.

3. Dürfen (rechtlich) wir an den Medien wenden? Wenn nicht ab wann dann ist es möglich?

Dies kann man durchaus tun, jedoch sollte man sich zuvor rechtlich abgesichert haben,dass zumindest die Möglichkeit einer Haftung des Krankenhauses, respektive des Chefarztes besteht.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass man sich wegen Übler Nachrede oder Verleumdung einer Strafanzeige ausgesetzt sieht.

Zudem hilft dies für den zivilrechtlichen Schadensersatz nicht weiter.

Daher würde ich von so einem Schritt nur sehr vorsichtig Gebrauch machen, wenn nicht gar abraten, um die Verhandlungen mit dem Krankenhaus nicht zu gefährden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Sollten Sie eine rechtliche Vertretung wünschen, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, da meine Kanzlei auch bundesweit Mandante betreut.

Mit freundlichen Grüßen

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