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Second-hand Designer Handtasche

31.05.2017 22:33 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Zusammenfassung: Ist eine erworbene Tasche eine Fälschung, stehen dem Käufer die gesetzlichen Gewährleistungsrechte zu. Er kann zuerst Nacherfüllung verlangen und bei Weigerung des Händlers vom Kaufvertrag zurücktreten.

Hallo,

ich habe über eine Second-hand Designer Website 2 Handtaschen gekauft (Wert €4000). Nach einiger Zeit wollte ich die selben Handtaschen wieder zum Verkauf anbieten, diese wurden von der Website als "Fake" abgelehnt. Nach etwas Hin- und her sollte ich die Taschen zu einer erneuten Echtheitsprüfung einschicken. Dabei wurde eine Handtasche dann doch als Echt eingestuft und bei der anderen wurde behauptet, dass ich sie nicht bei Ihnen erstanden habe. Ich habe auf eine Rücknahme gegen Erstattung gedrängt, dies wurde mir verwehrt. Mir wurde lediglich angeboten die einzige "Echte" Tasche wieder zum Verkauf anzubieten. Beide Taschen sind seitdem im Besitz der Second hand Firma, auf meine Emails wird seit Wochen nicht reagiert, auch nicht auf meine Bitte zur Rücksendung der Taschen. Ich möchte eine Rückerstattung erwirken, wie gehe ich nun vor und wie ist die Rechtslage? Als Nachweis habe ich Belege der Transaktionen, Bilder der Taschen und den Emailverkehr mit der Second Hand Firma und deren willkürliche Einschätzung zur Echtheit der Taschen. Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst haben Sie natürlich einen Anspruch auf Rücksendung der beiden Taschen, die Sie ja lediglich für eine Prüfung zur Verfügung gestellt haben. Der Shop hat kein Recht, diese Taschen nun zu behalten und nicht zurückzusenden. Sie sollten den Shop daher nun unter Fristsetzung auffordern, Ihre Taschen (= Ihr Eigentum) an Sie herauszugeben und zurückzusenden.

Wird dieser Aufforderung nicht nachgekommen, sollten Sie sich an einen Anwalt wenden, der Ihre Ansprüche dann durchsetzt.

Davon abgesehen haben Sie einen Anspruch auf Rücknahme der Taschen und Erstattung des Kaufpreises nur dann, wenn die Taschen mangelhaft sind. Was also die "echte" Tasche angeht, können Sie keine Rücknahme verlangen - die Tasche ist ja mängelfrei und das Widerrufsrecht dürfte mittlerweile auch erloschen sein. Eine Rücknahme und Erstattung wäre also reine Kulanz des Händlers.

Was die andere Tasche angeht, sie es anders aus: Der Händler behauptet, diese Tasche sei eine Fälschung. Das wäre dann ein erheblicher Mangel, der einen Anspruch auf Nachbesserung begründet. Sie können also zunächst die Lieferung einer echten Tasche verlangen. Verweigert der Händler dies, steht Ihnen ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag zu und Sie können die Rückzahlung des Kaufpreises verlangen.

Sie müssten dann allerdings zwei Dinge beweisen können: Dass Sie genau diese Tasche bei dem Händler gekauft haben - und dass sie eine Fälschung ist. Letzteres hat der Händler aber ja bereits behauptet, so dass dies unstreitig sein wird. Es kommt also nur darauf an, ob Sie den Kauf bei dem Händler beweisen können. In diesem Fall können Sie also die vorstehenden Rechte (erst Nachbesserung, dann Rücktritt und Erstattung) verlangen.

Auch hier gilt, dass Sie sich anwaltlich vertreten lassen sollten, wenn der Händler sich quer stellt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Gerne dürfen Sie mich mit der Vertretung Ihrer Interessen beauftragen. Meine Kanzlei ist auf bundesweite Mandatsvertretung ausgerichtet.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.05.2017 | 23:17

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Zu der "echten" Handtasche: habe ich hier garkeine Handhabe, da diese Tasche ja auch schon als Fake durch die Firma eingestuft wurde? Mir erscheint das Prüfungsvorgehen sehr willkürlich und ich habe das Vertrauen verloren, dass es sich tatsächlich um eine echte Tasche handelt.

Zu der "fake" Handtasche: Ich habe die Kaufbestätigung und einen Screenshot meiner Bezahlung. Der Vorgang ist im System der Firma allerdings als "Cancellation" deklariert, so als hätte ich die Tasche nicht gekauft. Des Weiteren wurde im Verlauf behauptet, es handelt sich um ein anderes Modell und die Mitarbeiter haben die Modellnamen in der Kommunikation synonym verwendet.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2017 | 23:21

Zunächst sollten Sie die Taschen wieder in Ihren Besitz bekommen. Wenn Sie der Meinung sind, dass auch die erste Tasche eine Fälschung ist, sollten Sie diese extern überprüfen lassen. Stellt sich heraus, dass auch diese Tasche eine Fälschung ist, stehen Ihnen natürlich ebenfalls Gewährleistungsansprüche zu.

Mit dem Kaufbeleg und dem Screenshot sollten Sie durchaus einen Beweis erbringen können - aber das müsste ich mir im Streitfall natürlich konkret anschauen.

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