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Schwingtüre des Nachbarn schlägt Kind Zähne aus - Ansprüche?


26.06.2007 16:48 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Die Sachlage: Unser Sohn spielt mit seinem Freund (A) auf der Veranda von Nachbar B. A ist nicht Sohn von B sondern ein weiteres Nachbarskind. A ist vier Jahre und läuft durch eine Schwingtüre auf dieser Veranda. Die schwere Holztüre schwingt zurück und haut unserem Sohn (ebenfalls vier Jahre), der auch durch diese Schwingtüre laufen möchte, ins Gesicht. Dabei verliert er drei obere vorne befindliche Milchzähne. Das Krankenhaus teilt uns mit, dass in 99 Prozent aller Fälle in einigen Jahren die Folgezähne problemlos nachwachsen. Wir, die Eltern, standen zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 20 Meter entfernt, haben zwar immer wieder mal zu unserem Sohn geschaut, aber nicht in dem Moment, wo der Unfall mit der Schwingtüre passierte. Die Eltern von Sohn A waren nicht anwesend, die Inhaberin der Veranda befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Haus.

Frage: Welche Ansprüche kann ich ggfs. geltend machen gegenüber dem Nachbarn B mit der Schwingtüre und/oder gegen die Eltern von Sohn A? Wer zahlt die Erstbehandlung an einem Sonntag in der Notfallklinik (wir haben unseren Sohn dort hin gefahren) und die weiteren Zahnarztkosten? Was ist mit Folgeerscheinungen, die ggfs. erst in ein paar Jahren auftreten (z.B. Folgezähne wachsen nicht nach o.ä.? Haben wir als Eltern, obwohl wir etwa 20 Meter entfernt standen, die Aufsichtspflicht verletzt oder lag die Aufsichtspflicht bei der Besitzerin der Veranda? Macht es überhaupt Sinn, rechtliche Schritte einzuleiten? Wir pflegen ein freundschaftliches Verhältnis zu unseren Nachbarn und möchten dies nicht unbedingt aufs Spiel setzen.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Anwalt / Anwältin ersetzen kann.

Die rechtliche Beurteilung kann unter Umständen anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen, wenn bestimmte Angaben hinzugefügt oder weggelassen werden.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben, wie folgt:

Hier kommen zunächst verschiedene Personen für die Haftung in Frage.

Eine Haftung des Kindes A ist generell nach § 828 Abs. 1 BGB ausgeschlossen. Hier ist festgelegt, dass Kinder, die noch nicht das siebte Lebensjahr vollendet haben nicht für von Ihnen verursachte Schäden haften.

Weiter könnte aber eine Schadensersatzpflicht des Aufsichtspflichtigen des A nach § 832 BGB in Betracht kommen. Aus Ihrem Sachverhalt wird nicht klar, wer hier für die Aufsicht verantwortlich war.
Falls Sie die Aufsicht über beide Kinder hatten, würde die Haftung auch bei Ihnen selbst liegen.
Die Besitzerin der Veranda könnte hier die Aufsicht gehabt haben, dies ergibt sich jedoch nicht klar aus dem Sachverhalt. Allein der kurzfristige Aufenthalt bei einer Person erzeugt nicht zwingend auch eine Aufsichtspflicht. Bei kurzzeitigen Aufenthalten des Kindes in anderen Familien wird eher keine Übernahme der Aufsichtspflicht angenommen; wie zum Beispiel beim Besuch bei anderen Kindern (BGH NJW 1968, 1874).
Hinsichtlich der Eltern des A könnte auch eine Aufsichtspflichtverletzung gegeben sein. Hierzu müsste aber feststehen, wo diese sich aufhielten und ob sie das Kind nicht in die Obhut einer anderen Person gegeben haben.

Weiter könnte sich unter Umständen eine Schadensersatzpflicht des Nachbarn ergeben, wenn eine Unterlassung der Sicherung der Schwingtür sich als Verletzung der Verkehrssicherungspflicht darstellt. In einem solchen Fall bestünde eine Haftung des Nachbarn aus § 823 Abs. 1 BGB. Hierfür müsste der Nachbar durch die Schwingtür eine Gefahrenquelle geschaffen haben und verpflichtet gewesen sein diese im Hinblick auf die spielenden Kinder zu entfernen.
Ob in diesem konkreten Einzelfall tatsächlich eine Verkehrssicherungspflicht erwächst, lässt sich naturgemäß auch nur anhand der jeweils relevanten Umstände des Einzelfalles entscheiden. Hierfür müssten die genauen Umstände des Falles sowie die örtlichen Begebenheiten bekannt sein. Dies ist allerdings im Rahmen dieses Forum nicht möglich.

Sollte eine dieser Personen allerdings tatsächlich haften, so müsste diese für alle akuten und später auftretenden Schäden aufkommen. Hierzu zählen sowohl die Erstbehandlung als auch folgende ärztliche Behandlungen, die aufgrund des Vorfalles notwendig werden.

Ich rate Ihnen daher einen ortsansässigen Anwalt aufzusuchen und mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen. Dieser kann die genauen Einzelheiten des Falles konkret bewerten und begutachten.

Ob Sie konkret einen Rechtsstreit führen wollen ist Ihre eigene Entscheidung. Der Schaden wird wohl im Normalfall von einer Versicherung übernommen, allerdings führt eine solche Streitigkeit in den meisten Fällen zu einem schlechteren Verhältnis zwischen den Parteien.
Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch weiteren Klärungsbedarf haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt

info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de
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