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Schwierungkeiten bei der Umgangsregelung mit meinem Ex

01.04.2018 11:27 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Unsere Tochter ist fast sieben Jahre alt und verbringt nach einer Regelung vor dem Jugendamt von 2013, welche sich dann verselbstständigt hat, jedes zweite Wochenende bei ihrem Vater. Dieser wohnt seit etwa einem halben Jahr etwa 100 km weit entfernt und durch ihren Schulbesuch sind die Kontakte dadurch wirklich auf diese Zeiten beschränkt. Er und ich, wir haben geteiltes Sorgerecht.
Auch wenn wir seit sechseinhalb Jahren getrennt sind und ich ihm immer versucht habe entgegenkommend und freundlich zu begegnen (Vergangenheit ist Vergangenheit und es geht um das Kind), hat er immer das Gefühl, dass ich ihm unsere Tochter vorenthalte und sie manipuliere. Sobald ich ihm etwas vorschlage, sagt er, dass er sich nicht bevormunden lässt und blockiert. Mündliche Aussagen kommen nur zur Hälfte an: Für die Weihnachtsferien habe ich ihm vorgeschlagen, dass unsere Tochter vom 23.12. bis zum 25.12. UND an 6 Tagen seiner Wahl nach dem 27.12. bei ihm sein könne, damit wir beide Weihnachten etwas von dem Kind haben - die zweite Hälfte des Angebots ist niemals bei ihm angekommen. Die faktische Regelung ist erst am 23.12. bei Abholung getroffen worden. Ist zumindest besser gelaufen als in den Herbstferien: da scheiterten alle Versuche der Klärung im Vorfeld und er meinte mitten in den Ferien nun spontan das Kind haben zu können.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass er auch mit keiner meiner Erziehungsweisen einverstanden ist. Für ihn ist unsere Tochter ein Mädchen, muss immer sauber sein, mindestens einmal am Tag duschen oder baden und ich als Mutter muss ihr mit ihren sieben Jahren die Zähne putzen, eine Kontrolle und ein dabei sein reichten nicht aus. Frauen haben in seiner Lebenswelt keinen großen Stellenwert und ich als seine Ex, die ihn verlassen hat, einen noch viel geringeren. Er versucht mir ständig seine Ideen zur Erziehung aufzuzwingen, ohne diese entsprechend nachvollziehbar zu begründen (Fleisch essen macht egoistisch, sie ist ein Mädchen, weil es so ist, ...)
Seine Idee aus Januar diesen Jahres, unsere Tochter immer die ganzen Ferien haben zu dürfen, weil ich sie ja neun von 12 Monaten im Alltag hätte, konnte bei einer Verhandlung vor dem Familiengericht im März vereitelt werden. Er spricht von unserer Tochter wie einem Besitz, den ich ihm vorenthalten würde.
2014 hat er unsere Tochter nach einem abgesprochenen Umgang vor einem Kurzurlaub meinerseits mit unserer Tochter nicht mehr zurückgebracht, um diesen Kurzurlaub, den er für schädlich für das Kind hielt zu unterbinden - leider mit Erfolg. Im Gerichtsverfahren, welches ich durch den Antrag auf eine einstweilige Verfügung angestoßen habe im Anschluss, wurde mir das komplette Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen. Im letzten Jahr hat er mich - Gott sei dank vor unabhängigen Zeugen über fast 10 Minuten auf der Straße laut und aggressiv und vor dem Kind als Nazi, krank, Rassist und ähnliches beschimpft, bis er endlich von einem vorbeikommenden Bodybuilder vorsichtig zurück in das Auto seiner neuen Lebensgefährtin geschoben worden ist, welche immer brav langsam neben ihm her gefahren ist. Nun muss er eine Strafe von über 4000 Euro (er ist "Wiederholungstäter") abbezahlen und macht immer noch mich für diese Strafe verantwortlich - er hat nichts verstanden. Er hat versucht sich das Geld zu leihen um es abzubezahlen, sogar mich hat er in einem Bettelanruf gefragt. Er ist Ausländer und sagt immer wieder, dass hierdurch das deutsche Recht nicht gelte, was es nicht einfacher macht. Unsere Tochter war bis Januar diesen Jahres in psychologischer Begleitung, weil sie bis einschließlich Sommer letzten Jahres jede Nacht in die Windel gemacht hat und ich noch nicht einmal zum Wäsche aufhängen in den Keller konnte, was sich inzwischen jedoch gelegt hat.
Zu unserer Tochter ist er, bedingt, durch seine Ansprüche zwar streng und er wird auch schnell mal sehr laut, aber gut, mir aber gönnt er nichts. Seit der Anzeige ist er zumindest wenn wir uns persönlich bei den Abholungen begegnen ruhig, was unserer Tochter sehr gut tut. Telefonisch ist es leider nicht ganz so viel besser geworden. Leider hat er auch immer noch keine dauerhafte Arbeit gefunden, was ihn in seiner Rolle ziemlich belastet.
Nichts desto trotzt geht unsere Tochter (Ausnahme waren etwa 5 Wochen nach der angezeigten Beleidigung, wo sie auch nicht bei ihm war) sehr gerne zu ihrem Vater und seiner neuen Familie hin (sie hat eine kleine Halbschwester) und kommt grundsätzlich glücklich wieder zurück, sodass die Umgänge für mich absolut in Ordnung sind. Auch wenn er ihr eine ganz andere Welt zeigt, ist er als Vater für sie wichtig. Ich kann ihr in meiner Zeit mit ihr das zeigen, was ihr Vater ihr nicht zeigt.
Allerdings erschweren diese persönlichen Hintergründe Absprachen für die Umgangswochenenden ziemlich. Im Sommer wird unsere Tochter bei einem Kindermusical auf der Bühne stehen und dafür gibt es ein großes Probenwochenende jetzt im April. Hierbei gibt wieder ein ziemliches Hickhack, weil gerade dieses Wochenende "sein" Wochenende ist, welches "ich" ihm streitig mache. Ich habe ich bereits vor 5 Wochen darauf angesprochen, dass ich das Wochenende danach gerne mit ihm tauschen möchte, um unserer Tochter ihre Proben und ihrem Vater sein Wochenende zu ermöglichen. Bedingt durch die Ferien, den Geburtstag unserer Tochter an dem vorhergehenden möglichen Ausweichwochenende und dadurch, dass unsere Tochter die erste Ferienhälfte (Klärung dank dem Gerichtsbeschluss vor dem Familiengericht) bei ihm war, müsste er nun vier Wochen auf den nächsten Umgang warten, was ihm zu viel ist. Er sagte, dass ich ja auch nie vier Wochen auf sie verzichten würde. Mein Angebot, unsere Tochter bei ihrem Geburtstag Mitte des Monats für einen Vormittag zu besuchen, um die Zeit zu verkürzen und ihr zum Geburtstag eine Freude zu machen, wurde mit der Begründung abgelehnt, dass sich die Fahrerei nicht lohne. Auch wenn seine Lebensgefährtin etwas sachlich auf ihn einzuwirken versucht, hat sie bei ihm als Frau keine wirklichen Schnitte, so dass ich davon ausgehe, dass ich heute, wenn unsere Tochter wieder zu mir kommt, vermutlich noch keine Zusage für den Tausch bekommen werde und mich noch weiter und sehr mühsam für die Interessen des Kindes einsetzen muss, zumal ich weiß, dass eine Verschiebung bei ihm keine terminlichen Probleme mitbringen würde.
Das Jugendamt begleitet diesen Prozess, seit unsere Tochter sechs Wochen alt ist, wird jedoch von ihm als parteiisch, rassistisch und manipuliert als Gesprächspartner abgelehnt. Zudem werden wir auch von einer Frau betreut, wobei er auch schon ohne Erfolg mit dem Chef des Jugendamtes diskutiert hat. Diese Einstellung hat er grundsätzlich auch gegenüber der Polizeit und dem Gericht, wobei er sich deren Anordnungen zwangsläufig fügt.
Nun, nach den umfangreichen Hintergründen zu meinen Fragen:
1)Hätte ich eine Möglichkeit, das beschriebene Wochenende für meine Tochter zu ermöglichen, wenn er sich auch weiterhin querstellt?
2) Könnte eine Instanz, z.B. ein Umgangspfleger oder jemand anderes neutrales - auch wenn er evt. für andere Situationen geschaffen worden ist, die zukünftigen Absprachen vereinfachen?
Dieses ständige Hin- und Herdiskutieren zerrt ziemlich an den Nerven und ist weder für mich, noch für unser Kind oder andere Beteiligte gut.

Danke für die Antwort

Sehr geehrte Ratsuchende,

grundsätzlich steht einem Tausch der Wochenden nichts entgegen.

Zwar soll der Umgang entsprechend der getroffenen Regelungen durchgeführt werden. Ein Verlegen eines Umgangswochenendes kommt daher nur unter einschränkten Möglichkeiten in Betracht. Dazu zählen unzweifelhaft die Erkrankung des Kindes oder des umgangsberechtigten Elternteils.

Aber zu bedenken ist auch, dass der Umgang unter dem Aspekt des Kindeswohl gesehen werden muss. Umgang ist wichtig für ein Kind und gerade in Ihrem Fall, fühlt die Tochter sich damit auch wohl. Aber das Kindeswohl ist vielschichtig, so dass auch Interessen des Kindes ausnahmsweise gegenüber dem Umgang Vorrang haben können.

Und das ist meines Erachtens hier der Fall. Es handelt sich nicht um eine Verabredung, die privat getroffen wurde, sondern um die Anberaumung der Probenzeit für das Musical. Wichtig ist auch, dass die Tochter ohne die Probe auch nicht an der Aufführung teilnehmen kann, so dass dieses Wochenende für die Tochter den Vorrang haben dürfte. Das Wochenende soll auch nicht ausfallen, sondern durch ein anderes ersetzt werden.

Dass dann ausnahmsweise der Zeitraum zum nächsten Termin länger ist, bringt eine Verschiebung mit sich.

Sie haben zudem noch die Möglichkeit des Besuchs am Geburtstag angeboten, so dass auch den Interessen des Vaters gerecht wird. Dass er dann aber diese Möglichkeit nicht wahrnehmen will, ist nicht verständlich, aber hinzunehmen. Nach Ihrer Schilderung düfte dieses bei seiner Grundeinstellung auch nicht anders zu handhaben sein.

Gundsätzlich könnte ein Umgangspfleger bei Absprachen hilfreich sein. Aber ein Umgangspfleger wird vom Gericht bestellt, wenn gewährleistet werden muss, dass der Umgang überhaupt durchgeführt werden kann, weil die Eltern ihre Pflichten nach § 1684 BGB verletzen.

"(2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet."

Sie können schon erkennen,dass dieses bei Ihnen nicht der Fall ist.

Das Problem der Kommunikationsschwierigkeiten allein rechtfertigt nicht die Bestellung der Umgangspflegers. Natürlich wird ein vom Gericht bestellter Umgangspfleger auch tätig werden, bei der Terminsabsprache und wird auch zwischen den Eltern vermitteln. In Ihrem Fall wird aber eine Umgangspflegschaft nicht angordnet werden.

Da der Vater leider nicht mit dem Jugendamt zielfördernd zusammarbeiten kann, können Sie sich an freie Jugendhilfeträger wenden. Diese bieten neben der Unterstüzung auch eine Mediation an. Unter Umständen könnte dieses eine Möglichkeit sein, die Schwierigkeiten klären.

Letztlich werden aber die Absprachen zwischen Ihnen dem Vater getroffen werden müssen; die Träger können diesen Prozess aber unterstützen, damit zukünftig die Kommunikation einfacher wird.



MIt freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 01.04.2018 | 14:53

Wir haben bereits einen Mediationsversuch hinter uns, vor etwa zwei Jahren, der damit begann, dass er mich als schlechte Mutter beschimpfte und nach einem recht guten Gespräch zwischen ihm und dem Mediator (selber mit Migrationshintergrund) weiterging und damit endete dass mein Exmann eine unerfreuliche Begegnung mit der Polizei bei einer Kontrolle hatte und so randalierte, dass er zumindest vorläufig festgenommen wurde.
Er akzeptiert keine Mediation, sieht sich vollkommen im Recht und mich und meine Art als komplett falsch und damit ursächlich. Dabei bringt jeder seinen Teil in einen Streit mit ein, und ich nehme mich da nicht heraus, da ich auch nicht in Diskussionen die stärkste bin.
Seine aktuelle Lebensgefährtin spricht mit den selben Horn und behauptet, dass meine Art so unmöglich sei, dass ich aufpassen sollte. Dass muss sie gerade sagen, zumal mein Ex sehr gerne das laute Argument bringt, dass er es so will, weil es so ist...
Welche Möglichkeit habe ich, unserer Tochter - auch gegen das Einverständnis ihres Vaters - über den Tausch des Wochenendes das Musical bzw. genauer das spielen der für sie vorgesehenen Rolle (im Chor müsste sie nicht unbedingt da sein) zu ermöglichen?
Jugendamt funktioniert nicht, Mediation akzeptiert er nicht, einfach machen, will ich nicht, ...wieder über das Amtsgericht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.04.2018 | 15:11

Sehr geehrte Ratsuchende,


es ist bedauerlich, dass offenbar alle Versuche einen konstruktiven Weg für die Kommunikation zu finden, gescheitert sind.


Wenn es keine Basis für eine Verständigung gibt, bleibt nur der Weg zum Familiengericht.


Sie können natürlich auch einfach die Tochter am besagten Wochenende nicht zum Vater geben. Nachweislich haben Sie ihm dieses ja mehrfach mitgeteilt. Dann wäre er in der Situation, handeln zu müssen und nicht Sie; Sie bestimmen also, da eine einvernehmliche Regelung nicht möglich ist.

Dieses bedeutet natürlich eine weitere Eskalation, der ohnehin schon mehr als angespannten Situation. Sie haben diesebeüglich auch ausgeführt, dass Sie dieses auch nicht unbedingt wollen.


Dann aber bleibt nur das Amtsgericht. In diesem Zusammenhang wird man natürlich auch vortragen können, dass der Vater das Kindeswohl nicht unbedingt berücksichtigt. Denn hätte er erkannt, wie wichtig diese Probe für die Tochter ist, hätte man erwartet, dass er einem Tausch zustimmt. Dass er die Zustimmung verweigert zeigt doch, dass er nur seine Interessen durchsetzen will, ohne auf das Kindeswohl zu achten.

Da ohnehin eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht umgangen werden kann, sollten Sie die Umgangspflegschaft ansprechen. Auch wenn die Voraussetzungen nicht vorliegen, könnte dieses zumindest dazu dienen, dass das Gericht auf den Vater einwirkt.


Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter alles Gute.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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