Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schwiegermutter, Erbe ausschlagen, weitere Erbfolge

03.06.2016 11:06 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Zusammenfassung: Die Abkömmlinge der vorverstorbenen Großeltern des Erblassers erben nicht neben dem überlebenden Ehegatten, § 1931 Abs. 2 BGB.

Mein Ehemann ist verstorben, er hat keine Geschwister es lebt nur noch seine Mutter. Unsere Ehe war kinderlos es gibt keine Kinder meines Mannes. Meine Schwiegermutter erbt 1/4 unseres Eigenheims und ich erbe 3/4. Meine Schwiegermutter möchte das Erbe ausschlagen, mit dem Ziel das mir dadurch das Haus alleine gehört. Würde duch das Ausschlagen des Erbes das Haus tatsächlich in meinen Besitz übergehen oder würde dann die Erbfoge weitergehen z. B. Schwester meiner Schwiegermutter.

Welche Konsequenzen hat dieses Vorhaben auch finanzieller Art, müsste ich für den Wert des ausgeschlagen Erbes Steuern zahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sie haben ein Ehegattenerbrecht gem. § 1931 BGB. Insofern steht Ihnen im Falle der Ehe in Zugewinngemeinschaft schon die Hälfte des Erbes und die Hälfte des Anteils der Mutter Ihres verstorbenen Mannes zu. Dies haben Sie aber selbst bereits richtig ausgerechnet.

Die Mutter Ihres Mannes gehört zu den Erben zweiter Ordnung, § 1925 BGB. Wenn seine Mutter das Erbe ausschlägt, wird sie so behandelt, als ob sie zum Zeitpunkt seines Todes nicht gelebt hätte. D.h. die Erben Ihres Mannes wären dann seine Großeltern und deren Abkömmlinge (Erben dritter Ordnung). Insofern wäre normalerweise die Schwester der Schwiegermuttet der gesetzliche Erbe Ihres Ehemannes.
Dem schiebt aber § 1931 Abs. 2 BGB einen Riegel vor. Zwar muss der überlebende Ehegatte das Erbe mit den Erben dritter Ordnung teilen, allerdings nur bis zu den Großeltern des verstorbenen Ehegatten (Eltern der Schwiegermutter). Die Abkömlinge der Großeltern werden nicht berücksichtigt (vgl. Werner in Staudinger, § 1931 Rn. 23).

Fazit: Im Ergebnis sind Sie Alleinerbin, wenn Ihre Schwiegermutter das Erbe ausschlägt und die Großeltern Ihres Ehemannes nicht mehr leben (wovon ich stark ausgehe).
Beachten Sie, dass das Erbe zur Niederschrift des Nachlassgerichts oder notariell beglaubigt, innerhalb einer Frist von 6 Wochen wirksam ausgeschlagen werden muss.

2. Es könnte eine Erbschaftssteuer auf Sie zukommen. Als Ehegatte des verstorbenen haben Sie aber einen steuerfreien Betrag i.H.v. 500.000 €, § 15 Abs. 1 Nr. 1, 16 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG.
Übersteigt der Wert des Gesamterbes diesen Betrag nicht, brauchen Sie auch keine Steuer zu zahlen.
Für den Wert der ausgeschlagenen Erbes müssten Sie erst dann Steuer zahlen, wenn der Gesamtwert den Freibetrag übersteigen würde.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70076 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für diese erste Hilfe! Hat mir sehr weitergeholfen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super Beratung. Trotz kompliziertem Thema alles klar erläutert, sogar mit Rechtsprechung. Danke für die tiefgehende Beratung! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gute Beratung und Beantwortung meiner Fragen. ...
FRAGESTELLER